Lama und Arnold auf einer Routenöffnung in Alaska

Das Duo eröffnet eine neue Route in Alaska.
Auf dünnem Eis: David Lama am Moose's Tooth.
Von Josh Sampiero

Nur wenige Tage nachdem Red Bull Athlet David Lama eine “Special Mention”-Auszeichnung bei der legendären Piolet D'Or Kletterpreisverleihung in Chamonix entgegengenommen hatte, war er auch schon wieder mit seinem Kollegen Dani Arnold nach Alaska unterwegs, um eine neue Route auf dem Moose’s Tooth zu eröffnen.

Mit ihrem typischen Light & Fast-Ansatz waren die beiden schon zwei Tage nach der Landung auf dem Buckskin Gletscher unterwegs zur Kletterroute. In einer schnellen ‚Rein-und-wieder-Raus-in-vier-Tagen’- Aktion öffneten sie erfolgreich eine neue Route im Zentrum der 1.500 Meter hohen Ostwand und nannten sie „Bird of Prey“.

David Lama auf dem Moose's Tooth.

Diese Route hat Schwierigkeitsgrade von 6a, M7+, 90° und A2 und brachte ein paar aufregende Zwischenfälle mit sich. Und während es vielleicht keine wirklich harte Nuss ist, so fanden die beiden auf dem harten, spröden Eis wenig Möglichkeiten für solide Sicherungen und mussten einige Pendelmanöver überstehen, um die verschiedenen Spalten-Systeme zu verbinden. Wirklich gefährlich aber war Lamas Sturz beim Vorklettern.

Es passierte, als Lama gerade an einem der riesigen, instabilen Schnee-Pilze vorbei vorstieg, für die Moose’s Tooth so berühmt ist. “Die Schnee-Formation sah sehr zerbrechlich aus, und mir war klar, dass ich sie nicht berühren durfte,” sagte er später. “Ich war schon fast oberhalb, als ich endlich ein paar gute Sicherungen anbringen konnte.“

„Doch als ich meine Eisaxt auf einem kleinen Eisvorsprung platzierte und Gewicht darauf übertrug, brach ein Teil der Leiste ab. Ich konnte mich so gerade noch mit meiner linken Hand festhalten, aber berührte aus Versehen den Schnee-Pilz, nur ganz leicht. Der brach komplett zusammen und feuerte hunderte Kilo Schnee auf unsere Seile, die mich nach unten zogen. Ein Pin wurde durch das Gewicht des Schnees am Sicherungsstand rausgerissen, aber der Rest hielt zum Glück.“

Lama auf einem der härtesten Pitches.

Zwei weitere Längen später erreichte das Duo nach nur 48 Stunden nach ihrem Aufbruch den Gipfel. Nach weiteren 48 Stunden Abseilen standen sie wieder auf dem Gletscher.

Lama berichtet: “Alaska gleich mit dem Erstbegehung einer Route mit einem solchen Schwierigkeitsgrad zu beginnen ist mutig, aber auch ein bisschen dreist. Aber manchmal braucht man eben diese Art von Unvoreingenommenheit, um eine neue Perspektive zu bekommen und eine Route wie diese in Angriff nehmen zu können.”

Red Bull-Kletterer David Lama. © Red Bull Content Pool
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