VIDEO: Kyle Dempsters irre Bike- und Klettertour

Kyle Dempster bikte 1.200 km, wagte Erstbefahrungen in Kirgisien — und bestieg den Ogre.
© Kyle Dempster
Von Brendan Leonard

Als sich der amerikanische Alpinist und Gewinner des Piolet d’Or Kyle Dempster auf einem voll beladenen Mountain Bike für eine zweimonatige Bike- und Klettertour in überwiegend unerforschte Gebirgsketten aufmachte, wusste er nicht, worauf er sich einließ: eine Reihe Erstbefahrungen, 1200 km im Fahrradsattel, Verhandlungen mit korrupten (und häufig betrunkenen) Wachposten an Militärkontrollpunkten und die Bewältigung einiger gefährlicher Flussüberquerungen.

Als er zwei Monate später nach Pakistan hineinradelte, gelang ihm zusammen mit Hayden Kennedy die Erstbesteigung einer neuen Route auf dem 7.285m hohen Ogre. Danach erklomm er gemeinsam mit Urban Novak den K7, ebenfalls über eine neue Route über die bis dahin unbezwungene Ostwand. Für die neue Route auf dem Ogre erhielt Dempster zum zweiten Mal den Piolet d'Or Preis.

Dempsters selbst gedrehtes Filmmaterial von seiner Kirgisien-Reise landete auf dem Schreibtisch der Filmemacher Fitz Cahall und Austin Siadak, die daraus das 25-minütige Werk Road From Karakol machten. Der Film wird in einigen Wochen online zu sehen sein, doch Dempster gab uns vorab eine exklusive Vorschau auf sein Abenteuer.

Ist es nervig, sich selbst zu filmen? Für mich war es nie eine Last. Irgendwie wurde diese Kamera für mich jemand, mit dem man sich unterhalten kann – ungefähr wie der Volleyball Wilson für Tom Hanks im Film Cast Away.

Fitz Cahall ist ein fantastischer Geschichtenerzähler. Als Fitz und ich uns im Januar 2013 zusammensetzten und ich seine Skripts auf Band gesprochen hatte, da wurde mir klar 'Mensch, ich glaube der Film wird gut.'

Ich habe schon so Einiges geschafft, aber nichts wurde jemals so inspirierend dargestellt wie in diesem Film, an dem ich teilnehmen und mit meiner persönlichen Erfahrung aktiv beitragen konnte. Zu sagen 'Ja, ich war in Pakistan und bin auf einen Berg gestiegen - hier sind ein paar Fotos' erscheint im Vergleich schon fast nichtssagend.

War dies eine Klettertour oder ein Abenteuer? Man muss schon sehr abenteuerlustig sein, um nach Asien zu fahren und dort einen riesigen Berg zu besteigen. Die Fahrradtour war für mich ein Teil des Ganzen, eine neue Herangehensweise. Zum Klettern kamen wir weniger, hauptsächlich weil die geographischen Begebenheiten und die Landschaft in Kirgisien das nicht zuließen.

Wenn ich mir ein Bild von Pakistan mit einem Berg ansehe, dann kann ich sagen, OK, da will ich hin. Kirgisien ist zu 80 oder 90 Prozent gebirgig, aber man kann sich nicht einfach einen hohen Berg raussuchen. Ich wusste, dass ich nach Kirgisien wollte, dass ich klettern wollte und dass ich viel sehen wollte.

Was war der Auslöser für diesen Trip? Ein Ansporn für meine Pläne war das Wissen, dass Maxime Turgeon einen Bike-Trip durch Europa gemacht hat. Auch die Everest-Expedition des verstorbenen Goran Kropp [1996 bikte er von Schweden zum Everest, bestieg den Gipfel und fuhr zurück] war eine Inspiration für mich. Ich habe nichts wirklich Neues gemacht, aber das Ziel meiner Biketour war vielleicht schon originell.

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