SUP: Mehr Abenteuer, als du denkst

Wer glaubt, ‚Stand Up Paddling’ sei Surfen für Faule, der irrt sich.
Dan Gavere im Weißwasser auf seinem SUP. © Courtesy Starboard
Von Josh Sampiero

Den Begriff ‚Stand Up Paddling’ (SUP) assoziieren die wenigsten mit aufregenden Bildern von Nervenkitzel. Natürlich wächst die Rennszene und es gibt immer mehr Wettkämpfe im SUP-Surfen, aber wenig an dem Kürzel SUP lässt auf Abenteuer schließen. Hier sind aber ein paar gute Gründe dafür, dieses Vorurteil zu überdenken.

Weißwasser-SUP
Siehe oben. Das ist der frühere Pro-Kajaker - heute SUPer - Dan Gavere. Er war schon seit den Anfängen in der SUP-Rennszene unterwegs, doch seine Erfahrungen aus dem Weißwasser brachten ihn schnell dazu, sein SUP-Board auch durch ein paar ernstzunehmende Stromschnellen zu lenken. Dank seiner Furchtlosigkeit schreckt er auch vor hohen Wasserfällen nicht zurück. Zu Beginn hatten Weißwasser SUPers ein extra „Felsen-Board“ für ihre Unternehmungen parat – sie wussten, dass das Brett bei jeder Abfahrt kleinere und größere Blessuren davontragen würde. Doch die sehr biegsteifen aufblasbaren SUP-Boards wurden mit der Zeit die Ausrüstung der Wahl für jeden Fluss-Befahrer. Heute schlagen sie sich nicht mehr auf den Felsen die Oberfläche auf, sie prallen unversehrt von ihnen ab.

Das Abenteuer im Nirgendwo. © Richard Hallman/Starboard

SUP-Expeditionen
Überall auf der Welt benutzen Paddler ihre Boards nicht zum Surfen, oder gar zum Rennen fahren, sondern für Entdeckungsreisen. Der Sport hat tiefe Wurzeln in der Distanz-Disziplin – SUP Rennen von einer Hawaiianischen Insel zur anderen gab es schon, als der Sport gerade erst das Licht der Welt erblickt hatte - und heute benutzen Abenteurer ein SUP, um Orte zu erkunden. Genau zu diesem Zeitpunkt sind zwei Stand Up Paddler zu zwei völlig unterschiedlichen Abenteuern in zwei sehr weit auseinander liegenden Orten unterwegs.

Einer von ihnen ist Bart de Zwart, ein Holländer, der in Hawaii lebt. Er paddelt im Augenblick südlich des Polarkreises durch die Eisfjorde des Ilulissat-Gletschers. Er hat für zehn Tage Proviant dabei, hofft aber, es in vier bis sechs Tagen nach Sisimuit zu schaffen. Die Lufttemperatur schwankt um den Gefrierpunkt, während der Wind das Wasser verbläst und ihm das Paddeln erschwert. Schlaf? Auf seinem Board, oder auf dem Eis, wenn Bart Glück hat.

In der Zwischenzeit begibt sich Seth Warren Richtung Mosambik, um das Quirimbas Archipel zu erkunden. Und während Barts entschieden kältere Reise nur ein paar Tage in Anspruch nehmen wird, wird Warren die Quirimbas für über eineinhalb Monate bereisen. Die Passatwinde werden ihn auf seiner Route in den Norden Richtung Sansibar unterstützen.

Für Warren ist es eine Entdeckungsreise - er sucht unterwegs nach Traumplätzen zum Kite-Boarden und wird, so oft es geht, sein Abendessen aus dem Meer fischen. (Warren gibt auch zu, dass er sich regelmäßig wieder in die Zivilisation begibt, um seine Daten zu sichern und seinen Proviant aufzustocken. Aber eineinhalb Monate paddeln? Wir sind beeindruckt). Dieses tropische Abenteuer ist ein bisschen anders als sein letztes, in dem er den Colorado River herunter und durch den Grand Canyon gepaddelt ist. 

Also, worauf wartest du? Schnapp auch du dir ein Paddel und trainiere deine Seebeine – da draußen ist eine ganze nasse Welt, die es zu entdecken gibt.

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