Death Valley: Land der Extreme

Das Death Valley in der trockenen Mojave-Wüste ist ein Land der Extreme – und extremer Abenteuer.
Death Valley © Olivier Renck
Von Josh Sampiero

Es ist berühmt für die heißesten Temperaturen der Welt – auch wenn die Messung schon vor 100 Jahren gemacht wurde, so bleibt das Rekordhoch von 56 Grad Celsius das heißeste jemals gemessene und macht die Gegend zum ultimativen Ausdauer- und Härtetests für Abenteuer.

Death Valley Nationalpark – Höhen und Tiefen. © Olivier Renck

An einem Ende thront Mt. Whitney, der höchste Punkt der kontinentalen USA, über dem Wüstenboden des Death Valley, der mit 87m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt ist. Zwischen diesen beiden Extremen findet sich ein karger, aber schöner Spielplatz für Abenteurer.

Die Sierra Nevada-Bergkette im Hintergrund. © Olivier Renck

Der Badwater Ultra
Einer der besten Gründe für einen Besuch?
Der jährliche Badwater Ultra-Marathon: 135 Meilen (217,5km) schweißtreibender, bein-krampfender Hölle, die oft in weniger als 24 Stunden durchquert wird. Gerade ging das 26. offizielle Rennen zu Ende, an dem Ultraläufer aus der ganzen Welt teilnahmen. Es bleibt eines der notorisch schwierigsten Rennen des Ultra-Marathon-Kalenders.

Badwater-Läufer beherzigen die Warnung. © David McNew/Getty Images

Das Rennen – das traditionell um 18h beginnt, um den Athleten den Vorteil kühlerer Nachtluft zu geben – hat normalerweise eine große Zahl an DNFs (Did Not Finish), aber dieses Jahr war es noch brutaler als normal. Warum? Weil am nächsten Morgen das Thermometer schon um 9 Uhr bei 38 Grad stand – was meistens erst gegen Mittag der Fall ist. Dennoch beendete der Sieger Carlos Alberto Gomes de Sa das Rennen in knapp 25 Stunden.

Death Valley von Anfang bis Ende
In diesem Frühjahr lief der aufstrebende Ausdauerläufer Chase Norton das Death Valley auf eine ganz andere Art – auf seine eigene. Als Teil seines Dokumentarfilms "Death Valley: Chase's Way" startete Norton am nördlichen Ende des Nationalparks und lief 228 Meilen (368km) zum südlichen Ende. Der Unterschied zwischen Badwater und Nortons Lauf? Norton verbrachte die meiste Zeit abseits ausgetretener Pfade – und das ganz allein. Er musste sein eigenes Essen und Wasser in einem Rucksack tragen, der vollgepackt 14,5kg wog.

Norton wanderte über Sand und Schnee. © Olivier Renck

Wir wissen, was du denkst – Wasser. Obwohl Death Valley trocken ist, gibt es dennoch natürliche Wasserquellen – und so reicht es mit umsichtiger Planung, Wasser für nur zwei Tage mitzunehmen und (hoffentlich) unterwegs mehr Wasser zu finden. Und so lief Chase acht Tage hintereinander jeweils einen Marathon pro Tag, durch Sand, Felsen, Schotter und – an den höchsten Punkten – sogar durch Schnee. Während die Temperaturen im Sommer mit fast absoluter Sicherheit jeden Tag 54 Grad erreichen, schwanken sie im Frühjahr und im Herbst zwischen glühendheiß und dem Gefrierpunkt.

Ja, es gibt Sand – ziemlich viel sogar. © Olivier Renck

„All das war nur dank meiner Ausrüstung machbar,“ sagt Norton. „Für schnelle Sololäufe ohne Unterstützung muss du leicht unterwegs sein.“ Chase hielt das Gewicht mit Hilfe von ultraleichter Ausrüstung niedrig: Mit einem 35-Liter-Rucksack von Berghaus, einem Minimalisten-Zeltschutz aus hochtechnischem Cuben-Faser-Material und sogar einer Gabel aus leichtem Titanium.

Die gesamte Campingausrüstung in einem Rucksack. © Olivier Renck

Nach Beendigung der Strecke in nur acht Tagen – mit einem Endspurt über mehr als 50 Meilen (80km) am letzten Tag – kehrte Norton mit dem Fotograf Olivier Renck zurück, um die Bilder zu machen, die du hier siehst. Wird Norton das Death Valley noch einmal laufen? Nicht in absehbarer Zeit – „Ich habe schon andere Abenteuer im Kopf,“ sagt er.

Mit leichter Ausrüstung schnell vorankommen. © Olivier Renck

Red Bull Ausdauer-Forschung
Für Red Bull ist das Death Valley nicht nur einer der heißesten Orte der Welt, sondern bot auch die Grundlage für eine vorübergehende Forschungseinrichtung für das Red Bull Endurance Project, bei dem die Energieleistung und Effizienz von Athleten mit Hilfe von verschiedenen Messgeräten, Sauerstoff-Umwandlungstests und mehr wissenschaftlich untersucht wurde. Sieh dir das Video unten an, um zu erfahren, was die Wissenschaftler und Sportler über extreme Ausdauerleistungen herausfanden.

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