Skydiven: Fliegen statt fallen – die Disziplinen

Es gibt viele Arten, nicht vom Himmel zu stürzen. Wir präsentieren die gängisten Methoden.
Red Bull Flugtag, Istanbul
Von Eugen Waidhofer

Der Oktober ist unser „Schwerpunktmonat Skydiven“. Wir zeigen atemberaubende Fotos, präsentieren unglaubliche Zahlen und erklären, warum das Ganze überhaupt funktioniert. In diesem Artikel stellen wir die gängigsten Disziplinen vor.
 

Zielspringen

Beim Zielspringen versuchen die Fallschirmspringer punktgenau zu landen. Nach dem Zielsprung aus 1.000 m erfolgt die Landung auf einer Matte. Auf dieser weichen Landezone liegt eine elektronische Scheibe mit einem Nullpunkt von 2 cm Durchmesser, die die Abweichung der Fallschirmspringer mißt.

Zielspringen © Samo Vidic/Red Bull Content Pool

Stilspringen oder Figurenspringen

Bei dieser Disziplin springen die Sportler aus 2.200 Meter auf Anweisung des Bodenteams aus dem Flieger. Ziel des Springers ist es, so schnell wie möglich ein Programm zu absolvieren. Ein Programm besteht aus einem Rechts- oder Links-Kreis, einem Gegenkreis und einem Rückwärtssalto und muss von den Athleten zweimal durchgeführt wird. Dabei beschleunigen die Fallschirmspringer bis auf ca. 400 km/h bevor sie mit dem Programm anfangen. Als Achse dient ihnen die Bodenkamera, die den Sprung aufzeichnet und den Wettkampfschiedsrichtern vorgelegt wird. Der Fallschirmspringer mit der saubersten und schnellsten Ausführung hat gewonnen.


Freefly

Das besondere an einem Freefly-Sprung ist, dass alle erdenklichen Positionen eingenommen werden können und die Springer mit ihren Körper den dreidimensionalen Raum zum Fliegen ausnützen. Auf dem Kopf stehend, auf dem Rücken liegend, im Sitzen, um nur einige Positionen zu nennen, kann geflogen werden. Durch die verschiedenen Körperpositionen kann die Freifallgeschwindigkeit stark variieren. In Bauchlage erreichen die Fallschirmspringer/innen ungefähr 200 km/h. Beim einen klassischen Freeflysprung variiert die Geschwindigkeit von 240 bis 300 km/h. Bei einem Absprung aus 4.100 Meter über Grund beträgt die Freifallzeit um die 45 Sekunden.

Freefly © Wolfgang Lienbacher / Red Bull Content Pool

Formationsspringen oder Relativ Work(RW)

Die klassischen Formationen sind die 4er- und 8er-Formationen. Dabei versuchen die 4 oder 8 Personen so viele Formationen, die ihnen vorgegeben werden, im Freifall zu fliegen. Der Sprung wird von einem Freifallkameramann aufgezeichnet. Die Anzahl der geflogenen Punkte wird anhand der Aufzeichnung von den Schiedsrichtern ausgewertet. Bei einer 4er Formation wird aus mind. 3.000m und bei einer 8er Formation wird aus mind. 4.000m gesprungen. Die Formationen werden auf dem Bauch, mit einer Freifallgeschwindigkeit von ca. 200 km/h, geflogen. 


Paraski

Paraski ist eine Kombinationssportart aus Riesentorlauf und Fallschirm-Zielspringen im alpinen Gelände. Die Zeitrückstände vom Skifahren werden in Punkte umgerechnet. Die Besonderheit beim Paraski ist die Ziellandung auf einen schrägen Hang und das alpine Gelände. Die Abweichungen werden in Zentimeter gemessen und werden ebenfalls in Punkte umgerechnet.


Canopy Piloting / Swoopen

Bei dieser Disziplin steht die Schirmfahrt im Vordergrund und es werden kleine Fallschirme verwendet. Vor der Landung versuchen die Springer durch zusätzliche Drehungen den Fallschirm zu beschleunigen, um den „Bodeneffekt“ optimal auszunützen. Dabei wird durch das „flaren“ (Bremsen) die Sinkgeschwindigkeit in eine Vorwärtsgeschwindigkeit umgewandelt, die es möglich macht, knapp über dem Boden lange zu fliegen. Dabei werden Distanzen bis zu 120 Meter zurückgelegt.
 

Swoopen © Samo Vidic/Red Bull Content Pool

Wingsuitspringen

Eine Wingsuit ist ein speziell gefertigter Anzug, der vor allem fürs Fallschirmspringen und Basespringen entwickelt wurde. Der Anzug hat eine Flügel ähnliche Form und kann das aerodynamische Prinzip ausnützen. Durch die große Fläche und der Vorwärtsgeschwindigkeit wird die Freifallzeit, je nach Können und der Größe des Flügelanzuges, um das Mehrfache verlängert. Die Freifallgeschwindigkeit kann auf ca. 50 km/h reduziert werden, andererseits werden Vorwärtsgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreicht. Bei einer Absprunghöhe von 4.100 Meter beträgt die Freifallzeit ca. 150 bis 180 Sekunden, dabei werden Strecken bis zu 9 Kilometer zurückgelegt.

Wingsuit © Red Bull Skydive Team / Red Bull Content Pool

Du interessierst dich für Skydiven? In den kommenden Wochen erfährst du auf redbull.com/adventure alles, was du zu diesem Thema wissen musst. Nächste Story: Am 18. Oktober präsentieren wir dir unglaubliche Zahlen rund um das Skydiven.

Bis dahin findest du Infos auch auf Facebook oder auf der Homepage des Red Bull Sykdive Teams.

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