Al Humphreys: Dreharbeiten in der Wüste

Bei den diesjährigen Filmfestivals ist auch „Into the Empty Quarter“ zu sehen – so wurde er gedreht.
Filmaufnahmen für „Empty Quarter" © Alastair Humphreys
Von Alastair Humphreys

Die Dreharbeiten von „Into the Empty Quarter“ stellten einige Herausforderungen an die Ausrüstung. Als Leon McCarron (oben zu sehen) und ich etwa eineinhalbtausend Kilometer quer durch die Arabische Halbinsel zogen, wollten wir so wenig wie möglich mitschleppen.

Ich hoffe, dass die Beschreibung unserer Ausrüstung all denen hilft, die ihre eigene Filmexpedition planen. Aber bevor du mehr über die erforderlichen Utensilien liest, sieh dir unten den Trailer an!
 

Die meisten Expeditionen, die für das Fernsehen gefilmt werden, gehen anders an die Sache heran. Sie verfügen über große Budgets, Begleitcrews und Kameraleute. Auch Expeditionen mit massiver Unterstützung durch Sponsoren haben es leichter, da sie kaufen können, was sie wollen.

Doch normale Leute, die ihren eigenen Film drehen möchten, müssen folgende Faktoren berücksichtigen:

• Budget
• Gewicht
• Erfahrung des Anwenders

Ich will gleich von vorneherein sagen, dass das Kit nicht das Wichtigste für das Drehen eines anständigen Expeditionsfilms ist. Wenn du nur mit einem Stativ, einem externen Mikrofon und einem Einstiegsmodell einer DSLR-Kamera oder einer vernünftigen Kompaktkamera ausgestattet losziehst, dann hast du alles, was du brauchst, um einen preisgekrönten Klassiker zu produzieren. Die Story und die Erfahrung der Anwender sind weitaus wichtiger. Also lass dich nicht davon abschrecken, wenn du dir einige der unten aufgeführten Utensilien nicht leisten kannst. Lass dich nicht aufhalten und mach deinen Film trotzdem! Teile von „Searching for Sugarman“ wurden schließlich mit einem Handy gefilmt.

Andererseits, wenn du das Glück hast und eine wunderschöne Kamera und eine 3kg schwere Linse für über 4.700 Euro besitzt, dann gelingen dir sicherlich einige tolle Aufnahmen (wie diese). Aber auch dann sind die Story und die Erfahrung der Anwender immer noch viel, viel wichtiger.

Al Humphreys Wüsten-Foto- und Videoausrüstung © Alastair Humphreys

Unser Wüsten-Set:

• Canon XF100: ein leichter, hochwertiger, vielseitiger Camcorder. Ein ordentlicher Tiefenschärfebereich. Autofokus und drehbarer Bildschirm sind beide sehr hilfreich. Auf die Kamera konnten wir uns verlassen, wenn es schnell gehen musste und wir beispielsweise auf Leute trafen.

• Canon 5d Mkii: Fotokamera und HD-Videorekorder. Großartig für unbewegte Bilder und schöne Aufnahmen. Etwas mühsamer und umständlicher zu benutzen als die XF100.

• 24-105 f4-Objektiv: Ein vielseitiges Objektiv, das gut genug für praktisch jede Situation ist. Kann am langen Ende des Brennweitenbereichs eine geringe Schärfentiefe erzeugen.

• 50mm f1,8-Objektiv: Ein sehr kostengünstiges Objektiv für Aufnahmen bei geringer Belichtung. Auch als Back-up nützlich.

• Rode Videomic-Mikrofon plus Windschutz. Wir hatten auch ein Lavalier-Mikrofon bestellt, das aber zu spät ankam. Daher konnten wir es nicht mitnehmen, was ich wahnsinnig bereut habe! Man sollte die Bedeutung von Ton im Film auf keinen Fall unterschätzen.

• Batterien: Wir haben uns ausgerechnet, wie lange wir jeweils von einer zur nächsten Auflademöglichkeit unterwegs sein würden und für diese Intervalle ausreichend Batterien mitgenommen, die wir allerdings sparsam einsetzten.

• Batterieladegeräte.

• Ein Haufen CF-Karten. Wir mussten unsere Batterien sparsam einsetzen, wollten uns aber auf keinen Fall einschränken, was die Anzahl der Aufnahmen anging.

• Stative: Sony Handicam Stativ undVelbon CX Mini-Stativ. Je größer und schwerer und teurer ein Stativ ist, um so besser. Allerdings wird es so auch größer, schwerer und teurer…

• Reinigungs-Set für Objektive.

• Kopfhörer zur Überprüfung der Audioebenen.

• Kleine Kompaktkamera (mit AA-Batterien).

Also, nun zieh los, lebe dein Abenteuer – und erzählt uns die ganze Geschichte!

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