Skydive mit 180 km/h: So funktioniert der Wingsuit

Ein Wingsuit macht den Athleten zu einer Tragfläche. Wir erklären, warum man damit fliegen kann.
So funktioniert ein Wingsuite
Winguite
Von Eugen Waidhofer

Ein Wingsuit ist ein Fluganzug, der die Gesamtoberfläche des Körpers vergrößert, indem zwischen Armen und Beinen luftundurchlässiger Stoff gespannt wird. Mit Hilfe des Wingsuits wird die Körperoberfläche verdoppelt und somit die Freifallzeit verlängert.

Im Flug füllen sich die einzelnen Kammern des Wingsuits über mehrere Einlässe mit Luft. Dadurch entsteht ein Profil, das einer Tragfläche von Flugzeugen gleicht. Mit diesem Profil erhöht man den Gleitwinkel und erreicht bis 180 Km/h Vorwärtsgeschwindigkeit bei einer gleichzeitigen Sinkgeschwindigkeit von 60 km/h. Das entspricht einem Gleitwinkel von 1:3.

1. Armflüge

Der Armflügel wird mit Händen und Schultern gesteuert. Er ermöglicht während des Flugs die Richtung und die anströmende Luft zu kontrollieren.

2. Sticks

Am Ende des Flügels befinden sich Sticks, die zur Verlängerung der Arme dienen. Mit ihnen sind Zentimeter genaue Steuerkorrekturen möglich.

3. Beinflügel

Der Beinflügel wird während des Flugs zwischen den Beinen gespannt. Mit diesem Flügel regelt man die Geschwindigkeit in horizontaler Richtung. Je mehr man die Beine streckt desto schneller kann man fliegen.

4. Lufteinlässe

Die Einlässe am Arm und Beinflügel versorgen die Wingsuit mit Luft. Dadurch füllen sich die Kammern und die Wingsuit bekommt ihr Flügelprofil.

5. Wing Leading Edge

Die Flügel-Vorderkante besteht aus einen Schaumstoffprofil, das die Luft besser über den Arm gleiten lässt. Der Luftstrom teilt sich an der Vorderseite des Profils. Durch einen längeren Weg der Luft an der Oberseite entsteht ein Sog, der für den nötigen Auftrieb sorgt. Mit dem Druck an der Unterseite durch den kürzeren Weg wird das physikalische „Gesetz von Bernoulli“ vervollständigt.

6. Booties

Die Booties sorgen für einen optimalen Halt und Druck im Beinflügel. Auf der Unterseite befindet sich eine Gummisohle, die für den entsprechenden Grip beim Absprung sorgt.

7. Fast Back

Der Fast Back erzeugt einen nahtlosen Übergang zwischen Fallschirmsystem und Beinflügel um einen perfekten Luftstrom mit möglichst wenig Verwirbelungen zu generieren.

8. Reißverschlüsse

Mit diesen Reisverschlüssen kann man die Arme und Beine nach der Schirmöffnung schnell aus der Wingsuit befreien, um eine sichere Landung durchführen zu können.

9. Hook Knife

Ist ein Messer, welches am Beinflügel verstaut ist und kann z.B. bei einem Leinenüberwurf (Fehlöffnung des Schirms) zum Abschneiden einer Leine zu Hilfe genommen werden.


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