How To Be The Best: #1Marco Waltenspiel

Was braucht man, um es in die Weltspitze der Skydiver zu schaffen? Marco erklärt seinen Erfolg.
Marco Waltenspiel Wingsuit Portrait
Marco Waltenspiel © Erwin Polanc/Red Bull Content Pool
Von Henner Thies

Freitagmorgen. Ein gut gelaunter Marco Waltenspiel blickt via Skype ins Gesicht seines Interviewers. Kurze Begrüßung. Das Signal ist top. „Kaffee?“ „Nicht nötig“, meint Marco. Erste Beobachtung: Dieser Mann wirkt tiefentspannt. Absprung.

Was hat dich hierher gebracht, Talent oder Training?

Talent! In erster Linie. Natürlich auch Training – ich springe jetzt seit 2001 fast jeden Tag. Darüber hinaus war ich durch meinen Dad vorbelastet, weil er auch gesprungen ist. Als kleines Kind war ich dadurch immer auf dem Flugplatz und habe ihm und seinen Freunden beim Springen zugeschaut.

Angefangen „anders“ zu sein als der Rest, habe ich als...

… ich im Alter zwischen 19 und 21 begonnen habe hauptberuflich im Militär Fallschirm zu springen. Danach wusste ich, dass ich versuchen würde, vom Skydiven zu leben. 2008 ist dieser Traum dank der „Flying Bulls“ in Erfüllung gegangen.

Die drei wichtigsten Fähigkeiten für meinen Erfolg als Skydiver sind:

Mein gesunder Menschenverstand, Motivation und die Liebe zum Sport.

Kurze Denkpause. Dann meint Marco zu seinem Freund, der seit Beginn des Interviews mit im Raum sitzt: „Des hört sich irgendwie komisch an. Liebe zum Sport.“ Wieder Pause. DIe beiden besprechen sich kurz. „Egal. Anders kann ich es nicht beschreiben“ Ein kurzes Lachen: „Was soll’s nehm ma des.“

Die größte Lektion, die mir das Skydiven bisher erteilt hat?

2009 in Italien habe ich einen sehr erfahrenen Springer beim Base-Jumpen mit dem Wingsuit dabei beobachtet, wie er vergeblich versucht hat, seinen Schirm zu öffnen. Am Ende hat er diesen Überlebenskampf glücklicherweise doch noch gewonnen und sein Schirm hat sich in letzter Sekunde geöffnet. Die Lehre die ich aus diesem Vorfall gezogen habe ist, dass man auch wenn man viel springt und erfahren ist, penibel seine Checks machen muss, bevor man irgendwo runterspringt.

Verglichen zu meinem Alltag, fühle ich mich im Wingsuit...

…entspannter (lacht). Im Alltag hat man immer so viele Dinge im Kopf, denkt an dies und das. Beim Base-Springen geht es für einen Augenblick nur um eine Sache: Springen. Alles andere existiert in diesem Augenblick nicht – das entspannt!

Nur weil ich Skydiver bin, kann ich...

mir erlauben, schon am Montag den ganzen Tag aus dem Flieger zu springen.

Marco Waltenspiel Wingsuit Action Airpower
Marco Waltenspiel: Absprung bei der AIRPOWER13 © Lienbacher/Red Bull Content Pool

Eigentlich bin ich Skydiver geworden, weil...

Die Leitung knackt. Die Pausen zwischen Frage und Antwort werden länger. Marcos Lachen leicht verzerrt. „Des sind ja blöde Fragen.“ Noch ein Lacher.

Skydiver bin ich geworden, weil mich das schon mein ganzes Leben begleitet, es mir immer voll getaugt hat und ich das Talent zum Springen habe.

Wäre ich kein Skydiver geworden, würde ich heute...

Rockstar sein. Ich habe das mit meinem Kollegen letztlich erst besprochen und wir waren uns einig: Wäre ich kein Skydiver geworden, hätte ich ganz sicher ein Instrument gelernt. Gut möglich, dass ich heute Schlagzeuger wäre.

Skydiver sind die besseren Menschen, weil...

sie die Dinge anders sehen – von oben. Man beschäftigt sich mit anderen Sachen, dem Wind beispielsweise. Im Alltag hilft das Springen dabei Abstand zu den Dingen zu gewinnen und sich in vermeintliche Probleme nicht mehr so hineinzusteigern. Natürlich gibt es auch böse Skydiver…

Letzter Gedanke vor dem Absprung?

Ob die Kamera eingeschaltet ist... Na! Das ist wichtig, aber eigentlich sind der Wind und die Wettersituation das Letzte woran ich denke, bevor ich springe.


Du interessierst dich für Skydiven? Dann erfährst du auf redbull.com/adventure alles, was du zu diesem Thema wissen musst. Am 4. November erklären wir dir - als letzter Teil dieser Serie - wie ein Wingsuit grundsätzlich funktioniert.

Weitere Infos findest du auch auf Facebook oder auf der Homepage des Red Bull Sykdive Teams.

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