Blog: Fünf Tipps für mehr Sicherheit im Winter

Backcountry-Skifahrer und Rettungsexperte Dave Waag sagt dir, wie du sicher durch den Winter kommst.
Team Kufsteiner Kaiser Schitourer beim Wandern auf dem Berg.
Team Kufsteiner Kaiser Schitourer - Action © Jakob Schweighofer / Atomic / Red Bull Content Pool
Von Tarquin Cooper

Wenn er nicht gerade im Backcountry Ski fährt, hilft Dave Waag bei Such- und Rettungsaktionen oder arbeitet als Redakteur beim Magazin „Off Piste“. Er weiß ganz genau, was passiert, wenn etwas schief läuft. Bevor nun also die Schneesaison in der nördlichen Hemisphäre startet, baten wir ihn, fünf Dinge aufzulisten, die dabei helfen, sicher und verletzungsfrei durch den Winter zu kommen.

Draußen liegt Schnee und du willst endlich raus. Aber bist du auch wirklich bereit? Denk an diese goldenen Regeln, bevor du deine Sachen packst und die Schneelandschaften unsicher machst.

1. Kümmer dich um deine Ausrüstung

Liegt deine Ski-Ausrüstung noch immer in derselben Ecke, in der du sie am Ende der letzten Saison deponiert hast? Nimm dir die Zeit, um sie zu überprüfen. Wasch deine Gore-Tex-Sachen mit einem Produkt wie Nikwax, das die wasserabweisende DWR-Beschichtung erneuert. Es funktioniert wirklich.

Überleg dir, ob du nicht die Form deines Innenschuhs erneuerst, damit die Schuhe wieder bequem sitzen – oder kümmer dich um die Scheuerstellen, die in der letzten Saison ein Problem waren. Heutzutage kann man die Innenschuhe mithilfe von Wärme jedes Jahr wieder verformen, solange das Außenmaterial keine Risse aufweist. Wenn du ins Backcountry willst, überprüf auch deine elektronische Ausrüstung, ob es nun ein Lawinensuchgerät ist oder dein GPS. Hast du im Frühling die Batterien rausgenommen? Jetzt ist es an der Zeit, neue einzulegen und zu schauen, ob alles funktioniert.

2. Kenn die Wettervorhersagen

Der Winter ist unerbittlich. Schau dir die Wettervorhersagen für den Berg an und plan dementsprechend. Zu viele Notrufe sind das Ergebnis schlechter Planung und einer Unterschätzung der Kraft von Mutter Natur. Nur weil du vorhattest loszuziehen, heißt das nicht, dass du es auch tun musst.

An manchen Tagen sollte man lieber die Zeit im Bergdorf genießen, während an anderen Tagen Backcountry-Abenteuer angesagt sind. Sei darauf vorbereitet, deine Pläne an das Wetter anzupassen.

John Chambers überprüft die Karte.
Eine gute Streckenplanung ist sehr wichtig. © Olivier Laugero/Red Bull Content Pool

3. Triff gute Entscheidungen

Lass dich nicht von deinem Enthusiasmus blenden und behalt die Bedingungen im Auge. Hab bei all deinen Entscheidungen immer die Schneebedingungen und die Lawinengefahr im Hinterkopf, und erzähl immer jemandem von deinen Plänen für den Tag. Denk an Aron Ralston [der Typ, der von einem Felsbrocken eingeklemmt wurde und seinen Arm absägen musste, um zu überleben, und dessen Geschichte im Hollywood-Film „127 Hours“ verewigt wurde]. Er hätte sich die Tortur ersparen können, wenn er einfach nur jemandem gesagt hätte, wohin er wollte.

4. Lass es ruhig angehen

Es gibt keinen Grund, dass deine Saison enden sollte, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Überleg dir, wie fit du bist, schätz deine Fähigkeiten ein und hab dazu noch die objektiven Risiken wie die Schneebedingungen im Kopf, bevor du die nächstbeste Attraktion in Angriff nimmst oder auf den höchsten Gipfel kletterst. Gib deinem Körper – und der Schneedecke – die Möglichkeit, in Form zu kommen, bevor du durchstartest.

5. Hab einfach Spaß

Das klingt zwar einfach, doch der menschliche Faktor sorgt manchmal dafür, dass bei Gruppenentscheidungen und der Wahl des nächsten Abenteuers die eigenen Fähigkeiten und die Wetterbedingungen des Tages missachtet werden. Rede mit deinen Begleitern und denk daran, dass ihr noch jede Menge Ski-Tage erleben wollt – es ist kein Wettkampf!

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Kilian Jornet vom Team Kilians Choice beim Atomic Waymaker in Dachstein, Österreich am 7. April 2013
Kilian ist auch Weltmeister im Ski-Bergsteigen. © Armin Walcher / Atomic / Red Bull Content Pool
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