Gatta überquert in 34 Tagen das Himalaya-Gebirge

Die Geschichte von Philippe Gattas wahrer Heldenleistung auf dem Great Himalaya Trail.
Von Josh Sampiero

Der französische Abenteurer und Bergläufer Philippe Gatta stellte sich einer der größten Herausforderungen für Extremsportler – dem Great Himalaya Trail – und wollte dabei ein Ziel verwirklichen: den 1.700 Kilometer langen Trail in 40 Tagen bewältigen.

Der Erfolg blieb ihm verwehrt – starker Schneefall machte die Überquerung der hohen Pässe einfach unmöglich. Doch in 34 Tagen legte er eine Strecke von 1.200 Kilometern mit einem Höhenunterschied von 62.200 Metern zurück – im Durchschnitt schaffte er so 41 Kilometer am Tag. Seine Frau Anna lief einen Großteil der Strecke an seiner Seite. Sie bewältigte in 16 Tagen 651 Kilometer. Sieh dir die Bilder unten an – sie bringen dir das Abenteuer der beiden ganz nah.

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Tempo machen
Tempo machen Hier läuft Philippe ganz locker, aber so war es nicht immer. „Manchmal konnten wir keine acht oder neun Kilometer pro Stunde laufen, sondern waren langsamer. Die Trails waren teilweise sehr technisch, oft liefen wir 12–14 Stunden pro Tag und ruhten uns nur nachts aus. Das war extrem anstrengend.” © Anne Gatta
Schnee und Wirbelsturm
Schnee und Wirbelsturm „Dies ist der Tillman-Pass, nach dem Wirbelsturm Phailin. Ich hatte nicht mit so viel Regen und Schnee gerechnet, aber es war die ganze Zeit über regnerisch, oder es schneite”, so Philippe. Der starke Schneefall während des Wirbelsturms zwang die Gattas, sich einen anderen Weg zu suchen. © Philippe Gatta
Auf der Bergkante
Auf der Bergkante Der Sherpa Passang Gumbu besteigt die Gipfelkante des Island Peak. Nach dem Island Peak erklommen Philippe und Anna noch drei weitere Gipfel in den darauffolgenden drei Tagen – Cho La (5.330m), Renjo La (5.340m) und Tashi Labsta (5.755m). © Philippe Gatta
Wilder Fluss
Wilder Fluss „Ich durchquerte den Fluss zuerst. Das war schwierig, wir suchten am Ufer lange nach einer geeigneten Stelle”, so Gatta. „Wir brauchten fast eine Stunde bis ans andere Ufer. Der Sherpa hatte Angst. Es war nicht sehr tief, aber das Wasser floss schnell und war kalt. Wir wollten nicht hineinfallen.” © Philippe Gatta
Schweres Gepäck auf dem Himalaya
Schweres Gepäck auf dem Himalaya Anna beim Abstieg vom Tashi Labsta-Pass auf einer Höhe von 5.755m, schwer beladen. „Unsere Taschen wogen im Durchschnitt zwischen acht und elf Kilo“, sagt Philippe. „Essen, Kleider, Schlafsack, GPS-Kamera, eine Stirnlampe, ein Messer…” © Philippe Gatta
Traumhaftes Grün
Traumhaftes Grün „Hier hatten wir etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt und die Manaslu-Region hinter uns gelassen”, sagt Gatta. „Wir sind immer noch auf einer Höhe von 1.900m, doch in Nepal ist es so hoch oben noch recht warm, daher ist die Landschaft grün. Erst oberhalb von 3.500 Metern verlässt man den Wald.” © Anna Gatta
Einfaches Leben in Saldang
Einfaches Leben in Saldang „Dies war das größte Dorf, das ich in drei oder vier Tagen sah. Ich fand einen winzigen Laden, wo ich ein paar Kekse kaufte“, sagt Philippe. „Es ist ein sehr unwegsames Gelände. Der Ort ist wegen des Schnees fast das ganze Jahr von der Außenwelt abgeschnitten.” © Philippe Gatta
Solo-Aufnahme
Solo-Aufnahme „Auf diesem Bild ist niemand zu sehen, weil ich es gemacht habe – und ich war allein”, erklärt Philippe. „Ich musste acht Tage lang ohne jegliche Hilfe klarkommen.” © Philippe Gatta
Der Everest überragt alles
Der Everest überragt alles Der Mount Everest ist im Hintergrund zu sehen, während Philippe und Anna auf dem Great Himalaya Trail weiterziehen. Sie verbrachten viele Tage nur wenige Kilometer vom Everest entfernt. Einmal kamen sie ihm bis auf zwei Kilometer nahe, auf einer Höhe von etwa 6.200 Metern. © Passang Gumbu Sherpa
Herrlicher Larkya La-Pass
Herrlicher Larkya La-Pass Philippe am Larkya La-Pass. Philippes Kommentar: „Auf diesem Trip erreichte ich einen Erschöpfungsgrad, den ich noch niemals zuvor erlebt habe.” © Anna Gatta
Anna lief unermüdlich weiter
Anna lief unermüdlich weiter Anna Gatta legte in 16 Tagen 615 Kilometer mit einem Höhenunterschied von 30.000 Metern zurück. Pro Tag lief sie im Durchschnitt 39 Kilometer, gewann 1.900 Meter an Höhe und war neun Stunden unterwegs. © Philippe Gatta
Ein risikoreicher Lauf
Ein risikoreicher Lauf Hier mag Philippe zwar in Sicherheit sein, doch so war es nicht immer. „Ich riskierte oft mein Leben. Es war gefährlicher als erwartet - starke Erdrutsche und Steinschläge“, sagt der Bergläufer. „Es ist ein Glücksspiel – und schlicht gefährlich. Ein solches Risiko will ich nicht mehr eingehen.” © Anna Gatta
Trekking auf dem Cho La-Pass
Trekking auf dem Cho La-Pass Anna und Philippe überqueren den 5.330 Meter hohen Cho La-Pass. „Man braucht riesiges Glück, um es in weniger als 40 Tagen zu schaffen”, sagt Philippe. „Wenn man in schlechtes Wetter gerät, dann ist es einfach unmöglich, das Ziel in 40 Tagen zu erreichen.” © Passang Gumbu Sherpa
Island Peak
Island Peak Philippe gönnt sich einen kurzen Moment, um sich auf dem Gipfel des Island Peaks auszuruhen. © Passang Gumbu Sherpa