MATERIAL: Ausrüstung für unterirdische Touren

Eishöhlen-Erkundung erfordert professionelle Ausrüstung. Tipps von Höhlenkletterer Robbie Shone.
Kletterausrüstung
Die für Höhlenkletter lebenswichtige Ausrüstung.
Von Robbie Shone

(im Uhrzeigersinn, beginnend mit dem Helm)

Helm
Wenn wir uns unter die Erde wagen, tragen wir immer einen Helm. Im Eis befinden sich Steine und Felsbrocken, und wenn es sich verschiebt und schmilzt, neigen sie dazu, sich zu lösen. Das könnte tödlich sein. Ich benutze schon immer den Old-Style-Helm „Ecrin Roc“ von Petzl.

Stirnlampe
Ich verwende gerne eine sehr helle Stirnlampe, weil man damit deutlich mehr von der Unterwelt sieht. Man muss allerdings einen Kompromiss eingehen: je heller das Licht, desto schwerer die Batterie. Das Schweizer Unternehmen Scurion ist führend in der Herstellung von LED-Höhlenbeleuchtung und meine persönliche Wahl. Selbstverständlich haben wir alle noch eine zweite Lampe dabei, falls die erste ausfällt.

Sicherheitsseil
Das Seil zur Durchquerung der Höhle besteht aus einem semistatischen oder wenig dehnbarem Material und wird mithilfe von Eisschrauben im Eis fixiert. Außerdem hat man einen Lanyard, der am einen Ende am Klettergurt und am anderen Ende am Seil befestigt wird. Lanyards bestehen aus „dynamischem“ Seil, das etwas elastischer ist, um im Falle eines Sturzes den Fangstoß auf den Körper zu reduzieren.

Eispickel
Bei der Erforschung von Gletschermühlen und Eishöhlen werden Eispickel üblicherweise genutzt, um das Eis wegzuhacken, bevor man zur Sicherung des Seils die Eisschrauben installiert. Ein Lanyard verhindert, dass der Pickel in ein Loch fällt und verschwindet. Wir befestigen ihn entweder am Gurt oder am Handgelenk.

Knieschützer
Knieschützer gehören zur Grundausstattung. Ich gehe niemals ohne unter die Erde, weil ich sehr viele Leute kenne, die als über 50-Jährige Knieprobleme haben. Außerdem weiß man nie, was einem auf dem Weg ins Ungewisse erwartet. Es kann passieren, dass man auf allen Vieren schmale Gänge entlang kriechen muss. Ohne Knieschützer können sich die scharfen Steine und Kiesel, die auf dem Boden des Gletschers liegen, in die Haut bohren – und das tut weh!

Steigeisen
Die brauchen wir, um sicher über das Eis zu gelangen. Die ganz technischen sind nicht notwendig, weil wir keine „Eiskletterer“ sind und lediglich Frontalzacken nutzen.

Gletscherforscher Sam Doyle bei der Arbeit © Robbie Shone

Gletschermühle
Eine Gletschermühle ist ein durch Oberflächenwasser innerhalb eines Gletschers entstandener Schacht. Diese Gletschermühle begann ursprünglich vertikal und erstreckte sich dann horizontal. Inzwischen wird sie aber wieder steil. Hin und wieder gab es zwei bis vier Meter tiefe Gefälle, wo in den Sommermonaten das Wasser abgeflossen ist.

Kumpel
Die Erforschung von Gletschermühlen am Gornergletscher kann gefährlich werden, deshalb ist es immer wichtig, im und als Team zu arbeiten. Wir nutzen unsere jeweiligen Stärken, um die meisten Schwächen auszuschalten. Wenn jemand in Schwierigkeiten gerät, ist stets einer in der Nähe, der helfen kann.

Eisschrauben
Eisschrauben sind unser einziger Schutz unter der Erde und unterhalb der Eisoberfläche. Wenn wir uns in eine Gletschermühle begeben, beginnen wir die Sicherung an der Oberfläche allerdings stets mit Seilen, die um riesige Felsbrocken geschlungen werden, oder mit deutlich längeren und größeren Pfählen, die etwa einen Meter tief in den Boden gerammt werden.

Jacke
Wasserdichte Jacken sind unerlässlich. Generell erkunden wir die Gletschermühlen aber nur bei niedrigem Wasser – in den Sommermonaten also mitten in der Nacht, wenn kein Schmelzwasser vorhanden ist. Im Winter sind die Gletschermühlen komplett gefroren, so dass ebenfalls kein Wasser durchfließt. Meistens werden wir also nicht nass.

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