Rückblick: Die besten Flüge 2013

2013 gab es viele beeindruckende Flüge. Hier sind die fünf besten.
Ein Event-Teilnehmer fliegt über Chamonix im Mont-Blanc-Gebiet bei der Red Bull X-Alps am 29. Juli 2011.
Red Bull X-Alps © Olivier Laugero/Red Bull Content Pool
Von Andy Pag

 Maurer gewinnt die längsten Red Bull X-Alps in Rekordzeit

Als bekannt wurde, dass die Red Bull X-Alps 2013 fast 200 Kilometer länger sein würden als beim letzten Mal, hätte niemand eine neue Rekordzeit für möglich gehalten. Denn niemand hatte mit den genialen Flugkünsten eines gewissen Christian Maurer gerechnet.

Nach zwei Siegen in Folge traf Maurer auf eine Reihe starker Konkurrenten, darunter Clement Latour, Toma Coconea und Martin Müller. Doch Maurer konnte sich vom ersten Tag an absetzen und verblüffte die Zuschauer immer wieder mit seinem Tempo und seiner Flugleistung.

„In der Luft waren einige ‚Magic Moves‘ möglich“, sagt Maurer in Bezug auf das gute Wetter, „wie der Flug von Interlaken zum Mont Blanc.“ Mit seinen gewagten Hanglandungen konnte er die Hiking-Strecken verkürzen und 90 Prozent der Route fliegen.

„Das war echt beeindruckend“, musste auch Red Bull X-Alps-Gegner Paul Guschlbauer zugeben.

Christian Maurer (SUI1) feiert seinen Sieg bei den Red Bull X-Alps 2013 in Monaco am 14. Juli 2013
Christian Maurer (SUI1) beim Endspurt. © Olivier Laugero/Red Bull Content Pool

 Gavin McClurg bricht US-Rekord

Gavin McClurg kämpfte sich mit seinem Niviuk Peak3-Schirm vom Mount Baldy aus durch Idaho 387 Kilometer weit bis nach Montana hinein. Dabei flog er bei turbulenten Windbedingungen einige der tiefsten und abgelegensten Solorouten und brach den US-Streckenrekord deutlich.

Am Tag zuvor hatte McClurg den Idaho-Rekord knapp verpasst und danach nur wenige Stunden schlafen können. McClurg stellte den Rekord in einer Woche auf, in der das Crosscountry-Ass fast 1000 Kilometer in der Luft zurücklegte. „Ich bin siebeneinhalb Stunden geflogen. Nicht besonders lang, ich wäre gern noch weitergeflogen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden“, so McClurg bescheiden.

Gavin McClurg posiert für die Kamera
McClurg bricht US-Rekord © Jody MacDonald

 De Dorlodot und Van Schelven überqueren Neuseeland

Ausgerüstet mit jeweils nur 22 Kilo Gepäck und einer Angelrute hikten und flogen Tom de Dorlodot und Ferdinand van Schelven als Erste eine abgelegene Route über die Südinsel Neuseelands. Dabei überquerten sie die Neuseeländischen Alpen und bewältigen die 800 Kilometer lange Strecke ohne Unterstützung in nur 27 Tagen.

„Wir lernten, das Wetter richtig einzuschätzen und verließen uns auf unseren Instinkt“, erzählt de Dorlodot. „Unterwegs trafen wir ganz wenige Menschen und legten nur 80 Kilometer auf befestigten Straßen zurück – der Rest war Wildnis. Wir fingen Forellen zum Essen, schliefen in Hütten oder wickelten uns in unsere Gleitschirme.“

Halte deinen Gleitschirm trocken! © SEARCH Productions

 Weissenberger fliegt 353 Kilometer „out and return“

Drachenflieger Thomas Weissenberger aus Österreich nutzte den auflandigen Wind und die 500 Kilometer lange Gebirgskette, die sich die chilenische Küste entlangzieht und flog von Iquique aus 176,7 Kilometer und zurück. Dabei brach er seinen eigenen „Out and return“-Weltrekord. Weissenberger überzeugte nicht nur mit seiner Flugleistung, sondern auch mit seinen planerischen Fähigkeiten und meteorologischen Kenntnissen. So gelang ihm nach jahrelanger Vorbereitung ein perfekter Flug an einem perfekten Tag.

„Das war eine unglaublich bereichernde Erfahrung für mich und das gesamte Team“, so Weissenberger nach dem Flug.

drachenflug-weltrekord
Thomas gleitet über den Klippen © Thomas Weissenberger

 Turner überfliegt die Sierra Nevada

Ex-Kletterer Dave Turner flog vom Owens Valley in Kalifornien Richtung Westen und stieg auf eine Höhe von 5200 Metern. So überflog er als erster Gleitschirmflieger die Sierra Nevada. Wäre er zu früh gelandet, hätte er drei bis vier Tage laufen müssen. Parkaufseher nahmen ihn nach der Landung zunächst fest, in der Annahme, er sei vom Sequoia-Nationalpark gestartet, bis Turner ihnen die Aufzeichnung seines Rekordflugs vorlegen konnte.

Turner hat erst vor vier Jahren Gleitschirmfliegen gelernt. Mit seinem Flug gab er all denen Recht, die ihn für einen kommenden Star halten. „Dave rockt gerade die Szene. Er fliegt Routen, auf die noch niemand gekommen ist“, sagt Brad Wilson, ein Flugpartner.

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