Between Places – It’s not a place for weak people!

Der Dokumentarfilm „Between Places“ zeigt 4 Extremsportler auf einem ganz besonderen Grönland-Trip.
© Peak Performance
Von Sissi Pärsch

Drei Männer und eine Frau in einem Boot. Allesamt Peak Performance Athleten, aber alle mit unterschiedlichem Hintergrund. Sie starten auf eine 10-tägige Tour entlang der Westküste Grönlands, um neue Klettergebiete zu erschließen. Was sie erleben? Kein Desaster, kein Drama – dafür umso mehr entspannten Genuss und sportliche Höchstleistung in imposanter Natur. Between Places, die ruhige wie unterhaltsame Dokumentation des Trips (50 Min.), kann man im Netz kostenlos ansehen – und das sollte man auch tun! Hier ein paar Hintergrundinfos:

Wer ist an Bord?

Vier Ausnahmeathleten: Die spanische Alpinistin Edurne Pasaban, die als erste Frau auf allen 8000ern der Welt stand. Martial Dumas, Franzose und Top-Felskletterer. Sein Landsmann Erwan Le Lann, Mixed- und Eiskletterer sowie der entspannte Italiener Jacopo Bufacchi als Production Manager, der vor allem ein Alpinist und herausragender Freerider ist. Vier recht unterschiedliche Sportler also, die man in einem Projekt erst einmal gemeinsam unter einen Hut bekommen muss. Gerade darin liegt der Reiz des Films. Between Places bedeutet eben nicht, dass es eine klare Richtungsvorgabe gibt...

Wo geht’s hin?

An die Westküste Grönlands. „It’s not a place for weak people!“ heißt es eingangs. Kalt, harsch, stürmisch. Für die Athleten ist es das Paradies – ein Ort, der von Kletterern bisher noch nicht erschlossen wurde.

Das Traumschiff...

...war ein Segelboot namens La Louise. Der 20 Meter lange Schoner transportierte Athleten, Filmcrew, Kapitän und einiges an Material und Essen.

Das Ziel?

Ein klares Ziel haben die Athleten nicht. Sie lassen sich treiben. Vom Boot an den Fuß eines Bergs und von dort hinein in die Natur und die sportliche Herausforderung. „Ein Bergsteiger will auf den Gipfel,“ heißt es an einer Stelle, „um die andere Seite zu sehen.“ Und so geht es den Alpinisten bei dem Grönland-Trip nicht darum, etwas zu beweisen oder Rekorde zu brechen, sondern um den Spaß und das Entdecken neuer Seiten. Und das am Besten in Kombination mit der perfekten Linie.

Die Sportler berichten von zurückliegenden Expeditionen: von der Planung, die ständig geändert werden muss, von monatelangem Ausharren im Basecamp, von Gipfeln und Routen, die aufgegeben werden mussten. Und auch von dem Druck, den man erfährt oder sich selbst aussetzt.

Edurne erzählt von ihrer K2-Besteigung 2004, wo sie das Gefühl hatte, sie müsse etwas beweisen und dabei fast die Kontrolle verlor: „The first time I realized I can die in the mountains.“ Was sie tatsächlich an die Kälte verlor waren zwei Zehen. Dagegen der Kontrast zu Grönland: Ohne Druck entlang der Küste zu segeln und die Ziele spontan zu entdecken.

Documentary Between Places © Peak Performance

Der Sport?

Schippern. Skitouren. Fels- und Eiskletterei. Freeriden in steilen Rinnen und in sanftem Schnee vom Gipfel hinab direkt bis ans Meer. Und das alles in einer Tour. „Der harte Teil,“ scherzt der Produzent im Boot mit Blick auf die abfahrenden Franzosen, „der kommt jetzt dann, wenn sie vom Ufer zum Boot schwimmen müssen.“ Aber das bleibt ihnen dann doch erspart. Warum macht Grönland so viel Spaß? Vielleicht wegen der Freiheit bei der Wahl des Ziels – es sind eh alles Erstbegehungen. „You cannot be lost in the route – because there is no route!“

Für wen ist der Film gemacht?

Für alle, die den Outdoor-Sport und die Natur lieben. Der Film setzt nicht auf rasante Action und Spektakel, sondern dokumentiert die pure Lebensfreude absolut bergbegeisterter Sportler.
Oh und für alle Liebhaber des ausgeprägten französischen und spanischen Akzents...

Die Motivation?

Between Places ist gespickt mit Rückblenden, kleinen Porträts der Athleten, ihrer Motivation und Sport-Obsession. Was macht eine Frau wie Edurne, die alle 8000er der Welt bestiegen hat? Sie macht sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen – zum Beispiel in Grönland.

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