Wie man einen BASE-Jump misst – mit Miles Daisher

Beim BASE-Jumping geht es um mehr als das bloße Herunterspringen aus großer Höhe.
Miles Daisher landet sein "Skyak" auf dem Wasser beim Red Bull Flugtag auf dem Camden in New Jersey, USA am 15. September 2012.
Miles Daisher mit seinem eigens gebauten "Skyak". © Brian Nevins/Red Bull Content Pool
Von Josh Sampiero

Auf Außenstehende wirkt BASE-Jumping manchmal wie ein simpler Sport für risikofreudige Gefahrensucher. Der Sport lässt dich großartige Orte entdecken, so viel steht fest – und in Kombination mit einem Wingsuit kommt er dem menschlichen Traum vom Fliegen am nächsten.

Was man nicht sieht, sind die Berechnungen und Planungen, die dahinter stecken, bevor man sich von einem Punkt herunterstürzt, der mindestens sechs Sekunden vom Boden entfernt ist.

BASE-Jumping in Fukuoka, Japan
Touchdown © Jason Halayko/Red Bull Content Pool

Sechs Sekunden vom Boden entfernt – was soll das heißen?

Miles Daisher ist einer der erfahrensten BASE-Jumper der Welt. Er erklärt: „Die einfachste Methode, einen BASE-Jump zu messen, besteht darin, einen großen Stein vom Absprungpunkt zu werfen. Das ist ein altmodischer Weg, aber wenn der Stein mehr als sechs Sekunden fällt, bedeutet das, dass man springen, den Schirm öffnen, die Kontroll-Leinen greifen und landen kann.“

Natürlich gibt es moderne (und präzisere) Methoden: Man kann einen Höhenmesser verwenden und die Entfernung zwischen Absprungpunkt und Landezone messen und dann einfach rechnen. Oder man kann einen Laser-Entfernungsmesser verwenden, wie im Bild unten.

Wichtig ist, wo man landet
BASE-Jump-Messung mit dem Laser © Ben Thouard

Aber Höhe ist nicht alles, was zählt: „Der Wind spielt eine große Rolle bei der Sicherheit eines Sprungs. Ich spucke meist hinunter oder werfe Gras oder Papier, damit ich sehe, was der Wind zwischen Absprunghöhe und dem Punkt, wo sich der Fallschirm öffnet, macht“, sagt Daisher. „Windsäcke oder Fahnen sind gut, um den Wind am Boden zu messen, damit man weiß, wie man am besten landet.“

BASE-Jumper Miles Daisher im Gaylord Hotel and Conference Center in Washington, D.C.
Ein Sprung ins Hotel © Brian Nevins/Red Bull Content Pool

Und die Landung sollte man nicht vernachlässigen. „Du WIRST irgendwo landen“, sagt Daisher. „Also sorgt man am besten dafür, dass das ein guter Landeplatz ist. Bei den meisten BASE-Jumps aus geringer Höhe ist die Landefläche extrem begrenzt, und es erfordert einiges Können, um sie zu treffen. Wenn ich Jumps vorbereite, achte ich erstmal auf die Höhe und auf eine gute Stelle, um den Fallschirm zu öffnen. Ein überhängender Absprungpunkt, der dich von möglichen Kollisionsstellen fernhält, ist am besten. Dann braucht man eine gute Landezone, in die man ungehindert einfliegen kann. Eine gute Landezone ist ein Ort ohne Hindernisse, oder wenigstens einer, wo man freie Bahn hat und ein bisschen Extraplatz, falls man übers Ziel hinausschießt.“

Cedric Dumont springt vom Wasserfalls in Gocta, Peru.
Cedric Dumonts BASE-Jump vom Wasserfall in Peru

Cedric Dumont hat schon BASE-Jumps aus so niedrigen Höhen wie aus 34 Metern geschafft. Wie macht man das? „Die Landezone war groß und lag direkt vor mir, also war das eine sichere Sache“, sagt Dumont.

Und schließlich muss man auch bereit sein, eventuell doch nicht zu springen, betont Daisher: „Wenn ich den Sprung nicht bis zur Landung visualisieren kann oder ein ungutes Gefühl im Bauch habe, das nicht verschwindet, dann springe ich nicht.“ Und was ist das Wichtigste? Die Augen offen halten: „Die visuelle Orientierung ist das wichtigste beim BASE-Jumping.“

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