Red Bulletin

Gestatten, BASE-Jumping-Freitaucher Guillaume Néry

Der Rausch der Tiefe lässt Guillaume Néry nicht mehr los - eine Leidenschaft mit hohem Risiko.
Von Frédéric Pelatan

Apnoetauchen beflügelt schon lange die Fantasie der Menschen – und das aus gutem Grund. Mit nur einem Atemzug so tief wie möglich zu tauchen, hat etwas einmalig Bezauberndes an sich. In die Tiefen des Ozeans abzutauchen, ist nicht nur eine physische Herausforderung – es ist fast eine mystische Erfahrung.

Guillaume Néry posiert für ein Unterwasser-Porträt
Guillaume Néry zählt zu den Besten der Welt © Ian Derry

Dies gilt vor allem für den französischen Apnoetaucher Guillaume Néry. Das Video, in dem er wie ein BASE-Jumper in die größte Blue Hole der Welt taucht, wurde bisher über 16 Millionen Mal angesehen (siehe oben).

„Der magischste Moment ist jener, in dem ich der Schwerkraft entfliehe. Es ist eine Befreiung, ein Loslösen. Ich fliege mit offenen Armen und verspüre absolute Ruhe. Alles um mich herum verschmilzt miteinander und ich werde ein Teil des Ganzen“, erzählt er diesen Monat dem Red Bulletin.

Beim Freitauchen kann er in gewisser Weise seinen Kindheitstraum verwirklichen – ins Weltall zu fliegen.

Guillaume Néry taucht im Meer von Französisch-Polynesien.
Freitaucher können minutenlang die Luft anhalten © Ian Derry

„Als Kind wollte ich Astronaut werden und blickte immer gen Himmel“, sagt er.

„Eines Tages sah ich eine Dokumentation über die Freedive-Legende Umberto Pelizzari. Das war meine erste Begegnung mit einer vollkommen anderen Welt.“

Guillaume Néry taucht im Meer von Französisch-Polynesien.
In der Tiefe umgibt die Taucher die Dunkelheit. © Ian Derry

Schon bald begann der Franzose das Luftanhalten zu trainieren und tauchte bei jeder Gelegenheit, um der Beste der Welt zu werden. Seine Disziplin ist „Konstantes Gewicht“, bei der die Taucher nur mit Hilfe einer einzelnen Flosse an einem Seil hinab- und auftauchen.

Wie die meisten Freitaucher praktiziert auch Néry nicht das sehr viel gefährliche „No Limits“, bei dem die Apnoetaucher mit Hilfe eines Schlittens in die Tiefe fahren und mit einem Ballon auftauchen.

Doch seit dem Tod des Tauchers Nicholas Mevoli im letzten November befindet sich die kleine Gemeinschaft der Apnoetaucher im Schockzustand. Es war der erste Todesfall während eines Wettkampfes.

Guillaume Néry entspannt vor dem Tauchgang.
Training: Meditation und Yoga sind wichtig. © Ian Derry

„Unser Sport ist körperlich sehr anspruchsvoll“, sagt Néry. „Doch ich habe nicht das Gefühl, dass er gefährlich ist, denn schließlich halten wir all diese Sicherheitsvorgaben ein. Oder sollte ich sagen: Ich hatte nie das Gefühl? Jetzt mache ich mir natürlich Gedanken darüber.“

Doch wenn er etwas fürchtet, dann ist es die Angst selbst. „Wenn man erst einmal Angst hat, dann verliert man die Ruhe und Gelassenheit, die für den Kampf um jeden Meter notwendig ist. Das ist die Herausforderung, die Kunst, ja, die Faszination.“

Guillaume Néry posiert für ein Unterwasser-Porträt.
Néry beschreibt Apnoetauchen als „Befreiung“. © Ian Derry

Den Rest des Artikels kannst du in der April-2014-Ausgabe des weltweit monatlich erscheinenden Magazins „The Red Bulletin“ lesen. Zugriff zur internationalen Ausgabe erhältst du jetzt über den Download der kostenlosen App für iOS oder Android.

Mehr Abenteuer findest du auf unserer Facebook-Seite.

Der Artikel wurde von Tarquin Cooper gekürzt und angepasst.

read more about
Zur nächsten Story