Tief im Dschungel: Duques Sprünge in den Amazonas

Höhe neu definiert: Orlando Duque erklettert die höchsten Bäume am Amazonas und springt in den Fluss
Von Josh Sampiero

Cliff Diver Orlando Duque ist dafür Expeditionen in die Tiefe bekannt – aber diesmal ist es nicht nur tiefes Wasser, sondern der tiefe Dschungel am Amazonas. Der weltberühmte Luftartist erkundet mit Cliff Diver Eber Pava zehn Tage lang den Amazonas in Peru, Brasilien und Kolumbien, immer auf der Suche nach spektakulären Absprungstellen wie den riesigen Ceiba-Bäumen, die sich bis zu 35 Meter über dem schlammigen Fluss in die Höhe recken.

Orlando Duque und Eber Pava während des Red Bull Amazon Diving auf dem Amazonas in Kolumbien am 9.3.2014
Orlando Duque und Eber Pava auf dem Amazonas © Camilo Rozo/Red Bull Content Pool

„Ich habe am Amazonas viel Schweiß, ein wenig Blut und jede Menge Energie gelassen“, erzählt Duque am Anfang des Videos. Am Telefon sagte er: „Die Reise war einfach unglaublich.“

„Auf jeden Fall ein Erfolg. So große Bäume zu finden mit genügend tiefem Wasser darunter, um zu springen, war nicht selbstverständlich.“ Der Trip führte sie nach Zanzanbu in Peru, Letitia in Kolumbien und Palmari in Brasilien, wo sie den größten Baum entdeckten, von dem sie drei Tage lang heruntersprangen. „Der Baum war genau richtig – gute Landestelle, perfekte Höhe und Licht aus allen Richtungen für tolle Fotos.“

Das Zweite, was Duque im Video erwähnt, ist die Höhe der Bäume. „Wir sind ungefähr aus einer Höhe von 27 oder 28 Metern gesprungen“, sagt er. „Wir haben durchschnittlich fünf Sprünge am Tag gemacht. Den meisten Leuten ist nicht klar, dass das viel ist – denn selbst bei perfektem Eintauchen ohne Platschen spürt man den Aufprall. Es ist jedes Mal wie ein Schlag, und nach einigen Tagen spürt man das in den Gelenken und den Rückenmuskeln.“

Orlando Duque klettert einen Baum hoch während des Red Bull Amazon Diving am Amazonas in Brasilien am 11.3.2014
Orlando Duque klettert über dem Fluss © Fabio Piva/Red Bull Content Pool

Ein Seil-Team knüpfte Strickleitern zusammen, auf denen die Springer in die Baumkronen gelangten. Duque erzählt, dass die größte Herausforderung, sobald man oben war, aus den vielen Moskitos bestand, die auf die Haut losgingen. „Das war fast so schlimm wie nicht zu wissen, was da unten alles im Wasser schwimmt!“, sagt er.

Dazu zählten Krokodile, Piranhas und Flussaale – viele gute Gründe, um das Wasser so schnell zu verlassen, wie man hineingesprungen ist. Aber auch wenn die Gegebenheiten im Dschungel anfangs eine Herausforderung waren, hat sich Duque daran gewöhnt. „Am Anfang haben wir immer versucht, trocken und sauber zu bleiben“, erzählt er, „aber nach ein paar Tagen überlässt man sich einfach dem Dschungel.“

Orlando Duque während des Red Bull Amazon Diving am Amazonas in Brasilien
Sprung in die Tiefe © Fabio Piva/Red Bull Content Pool

Da Duque und Pava weit weg von jeder medizinischen Versorgung waren, lag der Fokus bei ihren Sprüngen mehr auf der Eleganz als auf der technischen Schwierigkeit. Das trübe braune Wasser war alles andere als einladend, aber da das Ufer so nah war, konnten die Springer sich nach dem Eintauchen schnell ins Boot retten, bevor ein Angriff durch irgendein Tier mit Reißzähnen drohte.

Wir zeigen euch hier demnächst noch mehr unglaubliche Bilder von Orlandos Sprüngen in den Amazonas.

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