Christian Schiester bezwingt die "Weiße Wüste"

Der Steirer gibt sich beim Ocean Floor Race keine Blöße und läuft sensationell auf Platz 2.
Christian Schiester Sahara Ocean Floor Race Ägypten
Christian Schiester in der Sahara © Harry Tauderer/Red Bull Content Pool
Von Alexander Dollischal

Es braucht schon ein gewisses Maß an Verrücktheit, aber auch eine kräftige Portion Willenskraft und Motivation, um (freiwillig) 250 Kilometer quer durch die brennende Hitze und herzlose Nachtkälte der Sahara zu laufen - und das nonstop!

Ein Österreicher kann all diese Eigenschaften vorweisen: Nach genau 48 Stunden und 44 Minuten überschritt Christian Schiester beim Ocean Floor Race in Ägypten die Ziellinie. Nur dem Belgier Steven Sleuter musste sich der steirische Extremläufer geschlagen geben.

Die Strapazen waren den Teilnehmern im Finish deutlich anzusehen. So bekam Schiester vom Veranstalter noch eine eher ungewöhliche Auszeichnung zugesprochen: „The man with the best blister ever!“ – eine dunkelblaue Blase, die sich über die gesamte Ferse am rechten Fuß spannte.

Erschöpft, aber glücklich lag der Steirer einige Minuten im gelb-braunen Wüstensand der Sahara, ehe er Luft für seine ersten Worte fand:
 

Das war richtig heftig! Eine ganz spezielle Erfahrung, so eine Distanz ohne Pause durchzulaufen. Ich habe gekämpft wie ein Löwe und bin happy mit dem Ergebnis.


Christian Schiester Sahara Ocean Floor Race Ägypten Wings for Life
Der "Wings for Life" Spirit lebt auch in der Wüste © Harry Tauderer/Red Bull Content Pool

Gut zwei Tage zuvor war der Steirer in einem internationalen Starterfeld in die „Weiße Wüste“ aufgebrochen. Was er bei sich hatte? Nur ein GPS und einen Rucksack für die wichtigsten Utensilien. Die Navigation war den Teilnehmern selbst überlassen, alle 25 Kilometer konnte man bei den Checkpoints zwei Liter Wasser nachgetankt werden. Dazwischen galt es den Kampf aufzunehmen mit tiefem Sand und extremen Temperaturen – und das ohne Pause.
 

Ich habe mich entschieden, ohne Pause zu laufen. So ist es leichter, die Spannung aufrechtzuerhalten. Sobald du dich hinsetzt und rastest, beginnst du, die Schmerzen und die Müdigkeit extrem zu spüren.

Eine Strategie hatte sich der Steirer nicht zurechtgelegt:
 

So ein Rennen kann man nicht planen. Ich bin einfach von Checkpoint zu Checkpoint gelaufen. Es ist wichtig sich nicht zu übernehmen, weil dann ist der Ofen komplett aus. So wie es auch einigen der Topläufer passiert ist.

Christian Schiester Sahara Ocean Floor Race Ägypten
Christian Schiester im Ziel: Am Ende seiner Kräfte © Harry Tauderer/Red Bull Content Pool

Wings For Life World Run

Als österreichischer Botschafter hat Christian Schiester den Spirit des „Wings for Life World Run“ bis in die Sahara getragen. Bei diesem einmaligen Rennformat werden am 4. Mai 2014 zigtausende Läufer rund um den Globus gleichzeitig an den Start gehen. Sämtliche Einnahmen kommen dabei der Forschung im Bereich der Heilung von Rückenmarks-Verletzungen zugute.

Die Top 5

  • 1. STEVEN SLEUTER, BELGIEN, 47H 59MIN
  • 2. CHRISTIAN SCHIESTER, AUSTRIA, 48H 44MIN
  • 3. LEE PAYNE, ENGLAND, 68H 55MIN
  • 4. RAFAEL FUCHSGRUBER, GERMANY, 71H 10MIN
  • 5. RYAN SHAW, ENGLAND, 76H 00MIN
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