Boulder-Weltcup: Heimspiel für Fischhuber

In Innsbruck wird wieder geklettert - Kilian Fischhuber ist in Topform und bereit für ein Interview.
Kilian Fischhuber Grindelwald
Kilian Fischhuber in Grindelwald © ÖWK – Elias Holzknecht
Von Alexander Dollischal

Rechtzeitig zum Heimweltcup am Innsbrucker Marktplatz am 16. Mai zeigt die Formkurve im österreichischen Boulder-Team steil nach oben: In der Vorwoche kletterten mit Anna Stöhr und Kilian Fischhuber erstmals in dieser Saison zwei ÖWK-Athleten auf das Podest.

Kilian Fischhuber kletterte mit einer souveränen Leistung im schweizerischen Grindlwald auf Platz 3 und unterstrich damit seine Ambitionen auf einen Heimsieg in Innsbruck. Wir haben mit dem Vizeweltmeister 2005 über seine momentane Form gesprochen.

 

Kilian Fischhuber Grindelwald
In Grindelwald kletterte Kilian auf Platz 3 © ÖWK – Elias Holzknecht


Hallo Kilian, eine starke Leistung mit Platz 3 in Grindelwald. Was dürfen wir uns von dir in Innsbruck erwarten?

Es ist wirklich sehr motivierend, wenn die Formkurve stetig nach oben zeigt und man mit seinen Leistungen zufrieden ist. Von dem her war der 4. Platz in Baku schon ein sehr gutes Ergebnis für mich. In Innsbruck habe ich mir das Finale als Ziel gesetzt. Da ich in den letzten Jahren immer im Finale geklettert bin, möchte ich diese Serie fortsetzen. Ein Podestplatz mit „Heimvorteil“ wäre natürlich genial.

Wer oder was ist deine größte Motivation? Worum geht’s dir eigentlich beim Klettern?

Da gibt es eine Handvoll Sachen: Einerseits die Auseinandersetzung mit den Problemen, die man gestellt bekommt und die Aufgabe, diese in kurzer Zeit zu lösen. Andererseits ist es auch der direkte Vergleich, den man halt nur im Wettkampf hat, das ist dann kein Vergleich zum Felsenklettern.

Auf deinem Red Bull Athletenprofil steht, dass du immer sagst: „Nicht immer alles so ernst nehmen!“ Hilft dir diese Einstellung auch im Wettkampf oder gilt das nur auf privater Basis?

Nein, ich habe das damals bewusst gesagt, weil es mir tatsächlich auch im Sport hilft, etwas Druck abzulassen. Natürlich darf man nicht alles zu locker nehmen, aber es ist ja eigentlich „nur“ ein Wettkampf und ein Ergebnis auf einem Blatt Papier. Ich glaube, dass es mir mit meiner Einstellung am besten hilft, eine klaren Kopf zu bewahren und konzentriert zu bleiben. Reinsteigern funktioniert beim Bouldern nicht wirklich.

Woran denkst du beim Bouldern? Bist du fokussiert oder im Tagtraum?

Im Idealfall denke ich nur an meinen Körper und an dessen einzelne Bewegungen, allerdings ist auch eine Menge Intuition im Spiel. Für Tagträume bleibt da nicht viel Zeit (lacht).

Was ist deiner Meinung nach der größte psychologische Feind eines Kletterers? Was bringt dich völlig aus dem Konzept? Oder ist das gar nicht möglich?

Doch, das ist durchaus möglich. Und zwar ab dem Moment, in dem du beginnst, dich mit anderen Kletterern zu vergleichen oder dich an ihren Taktiken orientierst, verlierst du die Konzentration auf dich selbst. Das passiert immer wieder, da musst du innerlich einfach „stark“ bleiben und den Fokus wieder auf dich und deinen Körper legen.

Hast du mit all deiner Erfahrung im Bouldern eigentlich noch ein Vorbild?

Ja, ich habe immer Vorbilder, was das Bouldern angeht, allerdings wechseln diese ständig, da ich mir von verschiedenen Sportlern immer nur eine kleine Eigenschaft als „Vorbild“ nehme. Wie zum Beispiel die Schnelligkeit der japanischen Kletterer.

Vielen Dank für das Interview, Kilian. Und viel Erfolg in Innsbruck!

Danke, ciao.


Kilian Fischhuber gibt es jetzt auch in Bildern:
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