Waltenspiel: „... ein Gerangel wie beim Skicross“

Daredevil Marco Waltenspiel war bei der Weltpremiere des Wingsuit-Rennens Red Bull Aces dabei.
Marco Waltenspiel in Oakdale, Kalifornien © Balazs Gardi/Red Bull Content Pool
Von Manuel Kurzmann

Mit Red Bull Aces hätten Hollywood-Granden wie Michael Bay oder Christopher Nolan ihre Freude.

Die Eckdaten: Vier Wingsuit-Flyer springen in 2.500 Metern Höhe aus einem Flugzeug und nehmen Speed auf. Dann jagen sie mit über 160 km/h an vier von Helikoptern getragenen, in 300-Meter-Intervallen platzierten Gates vorbei. Zumindest eine Wettkampf-Regel ist simpel: der Schnellste gewinnt.

Der 30-jährige Salzburger Marco Waltenspiel, Mitglied des Red Bull Skydive Teams, war vergangenen Donnerstag als einer von 52 Weltklasse-Skydivern bei der Event-Premiere über Oakdale, Kalifornien dabei. Marco überstand die Quali, musste sich dann aber leider in der ersten Runde knapp geschlagen geben. Den Sieg holte der US-Amerikaner Andy Farrington.

Hier der spektakuläre Event-Clip:

Wir haben Marco kurz vor seiner Heimreise von San Francisco nach Salzburg telefonisch erreicht.

Hi Marco! Wenn man sich das Highlight-Video ansieht, denkt man: Red Bull Aces könnte die Geburtsstunde einer unfassbar spannenden Wettkampfserie sein...
Marco Waltenspiel: Ja, auf jeden Fall. Der Event ist perfekt für Zuschauer, weil man die Action vom Boden gut verfolgen kann. Wenn man noch eine Live-Übertragung auf die Beine stellt, kann da eine richtig geile Serie entstehen.

Trotzdem fragt man sich: Was geschieht, wenn zwei Wingsuit-Flieger in der Luft kollidieren?
Ja, Kollisionen passieren, aber höchstens beim Exit – also dem Moment, wo man aus dem Flugzeug springt. Da gibt es natürlich ein arges Gerangel, ähnlich wie beim Skicross, aber: Jeder hat die gleiche Geschwindigkeit, also ist die Verletzungsgefahr relativ gering. Während des Flugs ist der gegenseitige Respekt so groß, dass man sich Platz lässt.

Marco (weisser Wingsuit) in Aktion © Jörg Mitter/Red Bull Content Pool

Wie schafft man es schneller über die Ziellinie als die Gegner?
Das macht die Sache so spannend, weil es da mehrere Komponenten gibt: den Absprung, die richtige Wingsuit-Wahl, Körpergewicht und Taktik. Ich kann zum Beispiel versuchen, die Gegner auszubremsen.

... was wie genau funktioniert?
In dem ich an ihm vorbeifliege und mich vor ihm platziere. Dafür muss ich aber rasch auf Speed kommen, was den Exit so entscheidend macht. Wenn man den verhaut, wird´s schwierig.

Dieser Gedanke würde mich in den Minuten vor dem Start ziemlich nervös machen...
Haha, ja, da ist man on Fire, die Gegner aber auch!

Gerangel beim Absprung © Jörg Mitter/Red Bull Content Pool

Was sind so deine persönlichen Erkenntnisse nach dem Wettkampf?
Puh, da gibt es einige, zum Beispiel was die Wingsuit-Wahl betrifft. Ich hatte drei Suits dabei, zwei davon verwende ich bei den Formationsflügen des Red Bull Skydive Teams, einen für B.A.S.E-Sprünge, wo du nah am Felsen fliegst. Für diesen Wettkampf braucht es aber eher ein Mittelding zwischen den beiden Wingsuit-Typen. Und ich muss vor dem nächsten Wettkampf viel essen und an Gewicht zulegen (Lacht).

Ihr wollt mehr über Marco und seine spektakulären Projekte erfahren?

Hier geht´s lang!

Red Bull Aces: Ein Wettkampfformat mit Zukunft © Jörg Mitter/Red Bull Content Pool
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