Anna Stöhr & Kilian Fischhuber im Melting Pot

Das Filmfestival St. Anton wird von Anna Stöhr und Kilian Fischhuber eröffnet. Ein Doppel-Interview.
Darum geht’s in „Melting Pot“: Fels & Freundschaft © Alpsolut.com HannesMair / Filmfest St. Anton
Von Sissi Pärsch

Am 27. August eröffnet „Melting Pot“ von Regisseur Johannes Mair das Filmfestival St. Anton. Und natürlich mittendrin im Tiroler Schmelztiegel: Red Bull-Athlet Kilian Fischhuber samt Freundin, Doppel-Boulder-Weltmeisterin Anna Stöhr. In St. Anton gibt es in den vier Tagen fast 30 Bergfilme zu sehen – und David Lamas Cerro Torre gibt es zum Finale. Außerdem als Premiere dabei: Der neue Film von Kilian und Anna „Indian Odyssey“! Bei dem kleinen, intimen Fest mischen sich sich zig Athleten und Filmemacher unters Publikum. Wir haben mit Anna und Kilian über den Kletter-Schmelztiegel gesprochen.

Wie kam es zu „Melting Pot“?

Kilian: Hannes Mair hatte die Idee, die Innsbrucker Kletterszene zu begleiten. Er wollte Portraits über so viele Akteure wie möglich schaffen, die allesamt in Verbindung miteinander stehen. Anna und ich sind Teil dieser Szene und waren von Anfang an mit an Bord.

Anna: „Melting Pot“ soll auch zeigen, wie sehr die Leidenschaft fürs Klettern Menschen verbindet und das über die verschiedenen Spielarten hinweg.

Ist es denn so, dass das Wir-Gefühl in der Kletterszene stärker ausgeprägt ist als der Konkurrenzgedanke?

Kilian: Wenn man für eine Sache lebt, dann schaff das Verständnis und Wertschätzung untereinander. Natürlich gibt es auch Kletterer, die sich selber wichtiger nehmen als andere. Aber das kommt überall vor. Das Konkurrenzdenken beim Wettkampf ist natürlich und sinnvoll. Wichtig ist nur, beim Wettkampf fair zu bleiben und nach dem Wettkampf abschalten zu können. Wenn man sich unsere Weltcup-Partys so anschaut, wie z.B. nach dem Weltcup in Innsbruck, dann sieht man, dass das ganz gut funktioniert...

Klettern ist Einzelsport, aber auch Team-Sport – wie läuft das?

Anna: Im Wettkampf, unmittelbar an der Wand, bin ich auf mich allein gestellt. Aber Klettern ist viel mehr als das. Das Team ist ungemein wichtig und bietet mir Rückhalt. Es ist natürlich ungemein cool, dass Kilian und ich so viel gemeinsam auf Wettkämpfen sind, doch auch das restliche Team ist enorm wichtig. Im Wettkampfbereich haben wir in Österreich sehr viel Glück, dass wir so eine geniale Crew haben. Wir halten zusammen, haben immens viel Spaß und können uns voll aufeinander verlassen.

Und wie wichtig ist Euch Euer 2-er Team?

Kilian: Anna und ich "picken" regelrecht aufeinander... Wir machen fast alles gemeinsam und es fällt uns immer noch schwer, uns gelegentlich zu trennen, also in unterschiedliche Orte zum Klettern zu fahren. Wir ergänzen uns sehr gut. Und absolut klar: Ich bin der Grund, warum Anna so gut ist! Anna hält meine Motivation am Laufen.

Ihr seid Wettkampf-Typen und gleichzeitig Abenteurer wie gerade auch „Indian Odyssey“ zeigt. Was reizt Euch wie?

Anna: Im Wettkampf kann ich meine physischen und psychischen Grenzen ausloten. Auf den Kletterreisen geht es natürlich in erster Linie um die verschiedenen Felsen, aber genauso um das Kennenlernen der unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Als Abenteurer würde ich mich aber nicht unbedingt bezeichnen, dafür bin ich zu sehr der Angsthase.

Kilian: Am Besten ist es natürlich, wenn man den Sport mit einer Entdeckungsreise verbinden kann! Klettern, ein neues Stückchen Erde sehen, interessante Menschen kennenlernen und Freundschaften schließen. Wenn der Fels gut ist und es vielleicht auch noch Potenzial für Erstbegehungen gibt, dann ist das perfekt.

Und wohin zieht’s Euch, wenn Ihr wieder mal in die Heimat kommt?

Anna: Schlicht in unsere Wohnung. Und da bei einem Kaffee entspannen. Dann freue ich mich auch auf einen gemütlichen Klettertag mit meinen Freunden. Wenn Ihr „Melting Pot“ gesehen habt, wisst Ihr schon, warum man sich auf so Leute freut...

Anna, Kilians große Stütze © Alpsolut.com HannesMair / Filmfest St. Anton
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