„Es gibt für alle Eventualitäten einen Plan B“

Interview mit Thomas Zimmermann, Rennleiter beim Red Bull Dolomitenmann.
Red Bull Dolomitenmann: Rennleiter Thomas Zimmermann
Rennleiter Thomas Zimmermann © Martin Lugger
Von Eugen Waidhofer

Am 6. September wird der Red Bull Dolomitenmann erstmals live übertragen. Wie läuft es mit der Vorbereitung?

Die Vorbereitung ist abgeschlossen. Wir sind startklar und gut aufgestellt. Ich mache mir keine Sorgen.

Wann habt ihr mit den Planungen begonnen?

Erste Gedanken zu diesem Projekt haben wir uns schon im Sommer 2013 gemacht. Im Herbst ist es beschlossen worden und ab Jänner dieses Jahres war es ein Fulltime-Job. Es hat seitdem eigentlich keinen einzigen Tag gegeben, wo nichts zu tun gewesen wäre.

War war bis jetzt die größte Herausforderung?

Die richtige Positionierung der Kameras. Wir haben 23 Stück im Einsatz und wollen natürlich die ganze Strecke optimal abdecken. Wir haben das Setup seit Beginn der Aufbauplanung sicher sieben Mal umgestellt. Da gab es teils harte Diskussionen.

Und was wird die größte Herausforderung während der Live-Übertragung?

Ganz klar das Wetter, das uns dazu zwingt, extrem flexibel zu sein. Aber es ist eine Freiluftveranstaltung und darauf müssen wir uns einstellen. Ich bin überzeugt, dass wir alles durchgedacht haben. Es gibt für alle Eventualitäten – von Nebel über Verletzungen bis hin zu Rennunterbrechungen – mindestens einen Plan B.

Wann wird entschieden, ob der Red Bull Dolomitenmann wie geplant stattfinden kann?

Am Veranstaltungstag um 7.00 Uhr in der Früh.

Lässt sich dieses Projekt mit anderen Live-Übertragungen vergleichen?

Wir sind beim Red Bull Dolomitenmann von 650 bis 2400 Meter im Einsatz, berichten von 4 Wettbewerben und müssen eine Strecke von rund 60 Kilometer abdecken. Das hat es in dieser Dimension noch nicht gegeben.

Wirst du vom Leiden der Athleten auf der Strecke etwas mitbekommen?

Sicher, weil wir diesmal ja die Live-Bilder haben. Im vorigen hatten wir uns noch einen ruhigen Platz gesucht, um das Rennen zu koordinieren. In diesem Jahr wird es bestimmt hektischer und sicher nicht easy, weil es noch keine Erfahrungswerte gibt.

Hast du eigentlich Mitleid mit allen, die sich durch den Red Bull Dolomitenmann quälen?

Ich war selbst 16 Mal im Kajak mit dabei und weiß, wie es läuft: Zuerst habe ich dem Start entgegengefiebert. Während des Rennens habe ich gedacht: „Leck mich am Arsch, warum tue ich mir das an“. Und im Ziel war das Gefühl so geil, dass ich im nächsten Jahr unbedingt wieder teilnehmen wollte. Es ist jeder freiwillig am Start, in dem Sinn gibt es kein Mitleid.

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