„Die erste Stunde wird nicht relaxed sein“

Interview mit Fritz Wallner, TV-Hubschrauber-Pilot beim Red Bull Dolomitenmann.
Red Bull Dolomitenmann: Hubschrauber-Pilot Fritz Wallner
Hubschrauber-Pilot Fritz Wallner
Von Eugen Waidhofer

Servus Fritz, du versorgst uns als Heli-Pilot mit den Live-Bildern vom Red Bull Dolomitenmann. Können wir uns da auf dich verlassen?

Ich bin seit 35 Jahren Hubschrauber-Pilot und hauptberuflich bei der ÖAMTC-Flugrettung. Ich glaube, das wird passen.

Welchen Hubschrauber hast du im Einsatz?

Eine zweimotorige BO 105. Erstens ist das ein sehr wendiger Hubschrauber. Zweitens fliegen wir über Menschenmengen, da brauchen wir aus Sicherheitsgründen einen zweiten Motor.

Wie lange bleibst du in der Luft?

Fast während des gesamten Rennens. Wir bringen Live-Bilder vom Berglauf, Mountainbiken und Wildwasserkajak. Nur wenn die Paragleiter unterwegs sind, fliegen wir tanken. Weil Paragleiter und Hubschrauber passen nicht so gut zusammen.

Welche Disziplin wird am schwierigsten zu Filmen sein?

Der Berglauf. Um hier optimale Bilder auch aus dem Wald liefern zu können, muss ich teilweise knapp über den Bäumen schweben – also rund 20 Meter. Ein böiger Wind kann mich da leicht runterdrücken. Die erste Stunde wird für mich sicher nicht sehr relaxed sein.

Was ist das Spezielle daran, wenn man Live-Bilder liefern soll?

Dass ich eigentlich keinen Helikopter, sondern eine Kamera fliege. Ich kann mich eigentlich nur mit einem Auge aufs Fliegen konzentrieren, weil mit dem zweiten schaue ich auf den Live-Bildschirm, damit ich schnell reagieren kann, wenn plötzlich die Kufen oder andere Teile des Hubschraubers ins Bild kommen. Außerdem muss natürlich die Wünsche des Kameramanns spontan umsetzen. Dafür brauche ich dann noch einen Überblick, was am Boden gerade passiert.

Braucht es für diesen Einsatz eine besondere Vorbereitung oder genügt dir deine Erfahrung?

Ich versuche, mir die Streckenführung vorab ganz genau einzuprägen. Außerdem werde ich die gesamte Strecke einmal mit einem Einheimischen abfliegen, um alle Hindernisse und Gefahrenstellen, wie zum Beispiel eine Materialseilbahn, rechtzeitig und stressfrei zu sehen.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf deine Arbeit?

Das Wetter ist immer ein Problem, vor allem starke Winde. Bei schlechtem Wetter wird das Heli-Fliegen zur fünften extremen Disziplin beim Red Bull Dolomitenmann.

Was macht für dich den Reiz dieser Aufgabe aus?

Zu sehen, wie sich die Athleten richtig auspowern. Und natürlich die Freude an „meinen“ Live-Bildern.

Gibt es einen Athleten, dem du die Daumen drückst?

Ich habe im Vorjahr den Andreas Goldberger kennen gelernt. Das ist ein netter Bursche. Dem wünsche ich eine gute Platzierung.

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