Der Red Bull Dolomitenmann-Gründer im Interview

Werner Grissmann über seine Skikarriere und die Entwicklung des härtesten Teambewerbs der Welt.
Red Bull Dolomitenmann Werner Grissmann
Red Bull Dolomitenmann - Werner Grissmann
Von Karina Hartweger

Den Skiweltcup mischte Werner Grissmann, seinen Fans als "Grizzly" bestens bekannt, in den 1970er-Jahren ordentlich auf. Er nahm sich kein Blatt vor den Mund und wurde schnell als bunter Vogel bekannt. 1988 veranstaltete er erstmals den Dolomitenmann, den härtesten Teambewerb der Welt, in Lienz.


Herr Grissmann, Sie werden als bunter Vogel bezeichnet. Warum?

In meiner aktiven Skifahrerzeit war ich einfach anders als die anderen. Ich habe immer die Wahrheit gesagt, teilweise sicher auch zynisch und habe mir nichts gefallen lassen. Ich war auch ein Sprücheklopfer und hatte mit meinen Freunden viel Spaß im Leben.

1982 haben Sie Ihre Skikarriere beendet. Hat sich seitdem viel verändert im Skisport?

Nicht nur beim Material hat sich viel getan. Damals waren wir alle zusammen eine große Familie. Nur beim Rennen waren wir Konkurrenten. Es war ein bisschen wie im Zirkus. Da braucht es auch einen Clown und der war wahrscheinlich ich (lacht). Heute hat jeder einen eigenen Manager und einen privaten Masseur, das gab es damals nicht. Heute ist es auch schwer, an die Skifahrer heranzukommen. Wir waren damals für die Fans noch richtig Sportler "zum Anfassen".

Heuer findet der 27. Dolomitenmann in Lienz statt. Wie kam es eigentlich zu dieser Idee?

Ich hatte einen Traum. Ich habe geträumt, dass wir in Lienz das größte Stadion der Welt haben. Einer kann darin auf den Berg laufen, einer kann fliegen, einer im Wildwasser paddeln und einer Rad fahren. Dann bin ich schweißgebadet aufgewacht und dachte mir, dass ich das umsetzen werde. Gesagt, getan und 1988 startete der erste Dolomitenmann.

Wie war es damals? Was hat sich zu heute verändert?

Viele Starter haben den Wettbewerb total unterschätzt. 54 Teams sind gestartet und 25 kamen ins Ziel. Die Ausrüstung war noch ganz anders. Die Paragleitschirme waren nur so Fetzen und es gab keine Mountainbikes. Da kam es vor, dass die Räder einfach gebrochen sind. Solange die Starter jedoch einen Teil ihres Sportgerätes mithaben, ist Laufen beim Dolomitenmann immer erlaubt. Da sind Radfahrer dann schon mal mit einem Reifen unter dem Arm ins Ziel gelaufen...

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