Die besten Shots einer tollen Adventure-Fotografin

Die Globetrotterin und Adventure-Fotografin Krystle Wright und die Storys hinter ihren besten Pics.
Yoram Zekri taucht in Matavulu Blue Hole auf der Insel Espiritu Santo.
Yoram Zekri taucht © Krystle Wright
Von Tarquin Cooper

Neulich unterhielt sich Krystle Wright mit einer Zufallsbekanntschaft in einer Gondel. Kennst du das Spiel: „Was ist dein Traumjob?“, fragte er sie. Krystle, eine preisgekrönte Adventure-Fotografin, sagte, sie kenne es nicht. „Weißt du“, schickte er voraus, bevor er fragte: „Warte mal, was machst du eigentlich?“ Natürlich ließ ihn Krystles Antwort schnell verstummen.

Die unteren Bilder zeigen, dass Krystle schon an ein paar Orten gewesen ist und dabei unfassbare Bilder von jedem nur denkbaren Adventure-Sport festgehalten hat. Sie musste für ihre Kunst auch schon leiden – 2011 erlitt sie mehrere Brüche und Prellungen nach einer misslungenen Paragliding-Landung, als sie Tom De Dorlodot, Horacio Llorens und Hernan Pitocco bei ihrem Höhenrekordversuch fotografierte.

„Ich habe ein unstillbares Verlangen, mit der Kamera auf Entdeckungsreise zu gehen“, erzählt sie uns. „Adventure-Fotofrafie ist ein Lifestyle, den ich inhaliere, aber auch eine Leidenschaft und Obsession.“

Unten führt sie uns durch einige ihrer denkwürdigsten Bilder.
 

Sheldon Kerr fährt an einem Gletscher vorbei am Barnard Gletscher, Wrangell St Elias Mountains, Alaska.
Sheldon Kerr fährt am Barnard Gletscher © Krystle Wright

Sheldon Kerr fährt an einem Gletscher vorbei oberhalb des Barnard Gletschers, Wrangel Mountains, Alaska. „Unser Ursprungsziel bei dieser Expedition war es, die erste Abfahrt einer Frau vom University Peak festzuhalten, als wir um den Gipfel flogen, konnte man aber nur Felsen und Eis sehen, aufgrund des niedrigsten Schnees seit 20 Jahren“, sagt Krystle.

Sheldon Kerr, Lindsay Mann und Erin Smart machen sich auf zum Barnard Gletscher, um neues Terrain in den Wrangell St Elias Mountains, Alaska, zu erkunden..
Sheldon Kerr, Lindsay Mann und Erin Smart © Krystle Wright

Sheldon Kerr, Lindsay Mann und Erin Smart machen sich auf zum Barnard Gletscher,

Plan B muss nicht immer eine schlechte Sache sein.

Krystle berichtet: „ Uns wurde gesagt, dass bislang noch kaum jemand – wenn überhaupt jemand – in diesem Tal Ski gefahren ist. Der „Alaska Faktor“ hat uns ebenfalls verwirrt, denn was nah erschien, war immer doppelt so weit entfernt – der Gletscher hat unsere Augen ausgetrickst.“

Brett Wright zieht eine Kurve beim Kite-Surfen an der Küste von Eagle Island am Great Barrier Reef.
Brett Wright kitet auf Eagle Island © Krystle Wright

Brett Wright zieht eine Kurve beim Kite-Surfen an der Küste von Eagle Island am Great Barrier Reef. „Juli und August bieten am Great Barrier Reef mit die besten Bedingungen für das Kite-Surfen, mit starken beständigen Winden dank des Riffs und relativ ruhigem, flachem Wasser.“

Überraschenderweise ist Brett nur einmal mit seinem Kite gegen den Katamaran gestoßen.

„Ich bin auf diesen Trip gegangen, während ich mich noch immer von einem Unfall in Pakistan erholte. Ich dachte, mir ginge es gut und da verzichtete ich gleich am ersten Tag auf den Stützschuh. Doch als wir durch weichen Sand wanderten, schwoll mein Fuß sofort an. Ich überlebte die Woche, doch als ich zurück in die Physiotherapie ging, musste ich den Stützschuh für weitere fünf, sechs Wochen tragen.“

Red Bull Illume 2013 Top-250 Krystle Wright
Sprung vom Castleton Tower © Krystle Wright/Red Bull Illume

BASE-Jumper-Kollegen schauen zu, als Michael Tomcheck vom Catleton Tower in Castle Valley, Utah, USA springt. Das Bild (ein Finalist beim Red Bull Illume Photo Contest) ist aus reinem Zufall entstanden.

“Es scheint offensichtlich, dass dies der beste Winkel ist für ein Foto, doch eigentlich hatte ich eine andere Idee im Kopf. Unglücklicher Weise fügten sich die Dinge nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Winkel funktionierte nicht, das Licht war falsch und mein Pilot entschied sich dafür, sein eigenes Ding zu machen und zog nach unten. Ich hörte nicht auf zu knipsen, da man mir immer geraten hat, auf das Unerwartete vorbereitet zu sein, und dies ist das Ergebnis.“

Red Bull Illume 2013 Top-250 Krystle Wright
Ein kleiner Bummerl über dem Himalaya © Krystle Wright/Red Bull Illume

Der Argentinier Hernan Pitocco mit einer Reihe von Wingover-Manövern hoch über dem Karakoram Gebirgszug in Nordpakistan.

„Das war einer der großartigen Flüge, die wir während des Trips hatten. Auch wenn die enorme Flughöhe gewisse Komplikationen mit sich bringt, wie Sauerstoffmangel und Gefriertemperaturen.

Mein Mund war zum Schreien geöffnet, doch es kam kein Ton heraus. Es war schrecklich!

Wir flogen 20 Minuten lang auf 6.000 m Höhe ohne Sauerstoffunterstützung und ich erinnere mich, wie mein Kopf anfing herunterzuhängen. Wir versuchten, Sauerstoff zu sparen, da es eine Zweitagesmission gewesen wäre, die Flasche auffüllen zu lassen. Im Tandem erreichten wir eine Höhe von 7.000 m und meine Hände froren ein.

Zunächst wurden sie kalt, doch dann spürte ich sie nicht mehr. Wiederwillig zog ich die Hände aus dem Handschuh und steckte sie in meine Daunenjacke und schüttelte sie. Plötzlich schoss das Blut zurück und ich erlebte die unfassbaren Schmerzen der sogenannten „screaming barfies“ (auch bekannt als „hot aches“) in ihrer ganzen Pracht."

In den Vororten von Kathmandu fahren die lokalen Biker den Helipad, einen beliebten Pfad, der sich durch die Berge schlängelt.
Biking außerhalb Kathmandus © Krystle Wright

In den Vororten von Kathmandu fahren die lokalen Biker den Helipad, einen beliebten Pfad, der sich durch die Berge schlängelt.

„Vielleicht die enthusiastischsten Athleten, mit denen ich je zusammengearbeitet habe. Ich wurde mit einer Gruppe nepalesischer Mountainbiker zusammengebracht und sie zeigten mir ihre Lieblingstrails außerhalb Kathmandus. Zum Glück sorgt der Nebel zusätzlich für Atmosphäre. Normalerweise werde ich von den Athleten in Sachen Enthusiasmus nicht übertroffen, doch diese Jungs fuhren um mich herum und wollten für weitere Bilder posieren.“

Emily Sukiennik läuft über eine Highline auf einem natürlichen Bogen in Moab, Utah, USA.
Emily Sukiennik läuft über eine Highline © Krystle Wright

Mit lediglich einer Schärpe als Sicherung läuft Emily Sukiennik über eine Highline auf einem natürlichen Bogen in Moab, Utah, USA.

Krystle hat Highliner auf der ganzen Welt fotografiert. In dieser Galerie gibt’s weitere Bilder von ihr.

Eine Herde von kleinen Ziegen und Schafen testet die Belastbarkeit eines Zeltes in der Mongolei.
Hey Leute, das macht Spaß. © Krystle Wright

Beim Camping in der mongolischen Steppe testet eine Herde von Ziegen und Schafsbabys das Zelt auf ganz neue Weise.

Unser Fahrer ermutigte uns dazu, selbstgemachten Wodka zu probieren, der aus fermentierter Milch gebraut wurde.

„Bei einer zweimonatigen Kajak-Expedition mussten wir zur Überquerung der russischen Grenze zurück nach Ulaanbataar, um die sibirische Eisenbahn zu erwischen. Unterwegs wurden wir von einer Familie eingeladen, und unser Fahrer ermutigte uns dazu, selbstgemachten Wodka zu probieren, der aus fermentierter Milch gebraut wurde. Ich hatte das Gespür, nach Tasse Nummer 4 eine Pause zu machen, also war ich früher als die anderen auf den Beinen…“

Red Bull Illume 2013 Top-250 Krystle Wright
Vertikaler Angriff © Krystle Wright/Red Bull Illume

Ben Cossey arbeitet sich durch einen schwierigen Abschnitt in „Groove Train“ an der Taipan Wall in den Grampians, Australien.

„Die Jahreszeit war heiß und nicht gerade ideal für die Grampians, doch ein Freund, der dort filmte, fragte mich, ob ich dabei sein wolle, um ein paar Fotos zu machen.

Um filmen zu können, musste Ben die Klettertour zu Ende bringen. Wegen der Hitze war er schon einige Male gefallen, als diese Aufnahme entstanden ist, und man kann sehen, wie aufgepumpt seine Arme sind und wie hart er daran arbeitet, die schwierigsten Stellen zu überwinden.“

Jim Mitchel springt vom Ottawa-Gipfel (1460m) mit Aussicht auf das Sam Ford Fjord auf Baffin Island.
Jim Mitchell springt vom Ottawa-Gipfel © Krystle Wright

Jim Mitchel springt vom Ottawa-Gipfel (1460m) mit Aussicht auf das Sam Ford Fjord auf Baffin Island.

“Dies wurde bei einer monatelangen Expedition nach Baffin Island aufgenommen, beim Zelten auf dem gefrorenen Fjord. Zurückblickend gab es die beiden ersten Wochen grandioses Wetter, doch selbst an perfekten Tagen ruhten sich viele von uns aus. Hätten wir gewusst, dass es während der letzten beiden Wochen heftige Schneestürme geben würde, hätte ich mich zuvor mehr angestrengt.“

Tragischer Weise starb Jim sechs Tage vor dem Ende der Baffin-Expedition.

Emma Starritt entspannt sich ein Weilchen nach ihrer Teilnahme an einem Ocean-Race vor Mana Island, Fidschi.
Emma Starritt entspannt sich für einen Moment © Krystle Wright

Emma Starritt entspannt sich ein Weilchen nach ihrer Teilnahme an einem Ocean-Race vor Mana Island, Fidschi.

„Keine Ahnung, warum das Wasser genau so aussah, aber das Tolle an Unterwasserfotos ist, dass sie immer anders wirken“, sagt Krystle.

Sie fügt hinzu, dass sie aktuell ein ganz spezielles Freediving-Foto schießen möchte, aber das ist noch geheim.

Jim Mitchell mit einem 'gainer' in den australischen Blue Mountains
Jim Mitchell in den australischen Blue Mountains © Krystle Wright

Jim Mitchell vor dem Auswurf seines Schirmes in den australischen Blue Mountains

"Nach diesem Trip spezialisierte sich Krystle auf Expeditionen. „In den Bluies hatte ich schon so viel BASE-Jumping fotografiert und ich sehnte mich nach etwas anderem“, sagt Krystle. „Nach diesem Tag schlug Jim vor, dass ich ihn bei einer BASE-Jumping-Expedition in der Arktis auf Baffin Island begleite. So gelangte ich an meine erste große Expedition.“

Brett Wright kitet an der Küste von Eagle Island am Great Barrier Reef, Australien.
Brett Wright kitet auf Eagle Island © Krystle Wright

Brett Wright kitet an der Küste von Eagle Island am Great Barrier Reef, Australien.

„Ein toller Ausblick von der Spitze des Masten, obwohl das beim Kitesurfen meist starken Wind bedeutet, wodurch ich um den Mast geschleudert wurde und meine Haut ständig gezwickt wurde.“

Der spanische Red-Bull-Athlet Horacio Llorens fliegt hoch über Rakapohsi (7,788 m) im Hunza Valley/Nordpakistan.
Horacio Llorens fliegt über Rakapohsi © Krystle Wright

Horacio Llorens fliegt hoch über Rakapohsi (7,788 m) im Hunza Valley/Nordpakistan.

„Unser Team entschied sich dafür nach Pakistan zu fahren, als das Wetter noch unstabil war, da die guten Tage dann großes Potenzial versprechen, möglicherweise den Höhenweltrekord zu brechen.

An ein paar Bilderbuchtagen zogen wir los und es wurde ein Glücksspiel, wann uns ein guter Flug gelingen würde. An diesem Tag flogen wir unerwarteter Weise sechs oder sieben Stunden lang und das wird für immer einer der tollsten Ausblicke sein, die ich je gesehen habe, mit schneebedeckten Bergen, die sich in die Unendlichkeit ausbreiteten.“

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