Ein feuchtes und wildes Windrennen durch die Wüste

Ein Kiteboard-Rennen wie die Red Bull Rally dos Ventos gibt es weltweit nur einmal. Bist du bereit?
Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Einmal um die Ecke © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool
Von Josh Sampiero

Auf der Welt gibt es die unterschiedlichsten Arten an Abenteuern und viele davon beihalten die unterschiedlichsten Arten an Fortbewegungsmitteln, wie zum Beispiel Paddeln, Fahrradfahren und Laufen, und einige von ihnen gehen sogar durch die Wüste.

Aber nichts ähnelt auch nur im Entferntesten der Red Bull Rally dos Ventos – zu gleichen Teilen Kiteboarden, Sandsurfen und Laufen – und eine Navigationsherausforderung.

Die Teilnehmer sollten lediglich die mit Lagunen gespickte Wüste von Nordbrasilien durchqueren. Kein vorgegebener Rennkurs, nur Start und Ziel. Hört sich einfach an? Vielleicht – aber nur solange du dich nicht verläufst.

Bruna Kajiya bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Klares, flaches Wasser © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Kiteboarderin Susi Mai war vor Ort und hat uns mit den wichtigsten Informationen zu diesem noch nie zuvor da gewesenen Wüstenrennen versorgt.

„Die Rally dos Ventos fand in der im staatlichen Besitz befindlichen Wüste ganz im Norden von Brasilien statt“, sagt Mai.


„Die Wüste ist staatlich geschützt und man braucht eine Genehmigung, einen Reiseführer und einen Geländewagen, nur um dazu Zugang zu erhalten. Das Ziel des Rennens war einfach: Komme so schnell wie möglich von A nach B – und du musstest deinen eigenen Weg dahin finden.“

Aufgrund der einzigartigen Form der Sanddünen – der Wind bläst sie jedes Jahr an einen neuen Ort – war es schwierig, vorherzusagen, wo die Lagunen zum Kiteboarden sein würden.

Susi Mai bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Susi Mai beim Training vor dem Rennen © Thiago Diz / Red Bull Content Pool

Hatten wir erwähnt, dass der Leiter des Rennens den Kurs erst am Renntag bekannt gegeben hat? Wahre Geschichte. 45 Kitesurfer machten sich – mit nichts weiter als einem GPS-Gerät und Kompass bewaffnet – auf die buchstäbliche Suche nach der Ziellinie.

Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
"Du führst ein Rennen gegen dich selbst" © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

„Um schnell voranzukommen,“ erklärt Susi, „musstest du einen Weg finden, um so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser zu verbringen. Du bist mit dem Kiteboard auf dem Wasser viel schneller unterwegs, als wenn du läufst.“

Ein kleiner Spaziergang durch den Sand © Thiago Diz / Red Bull Content Pool

Die Wetterbedingungen am Renntag waren perfekt. Es war genug Wind vorhanden, um 8-Meter-Kites zu steuern und sie mit Vollgas in der Luft zu halten.

Da es noch nie so ein Rennen gegeben hatte, wurde viel experimentiert.

Susi hatte „Sandwachs“ gekauft, in der Hoffnung, dass sie mit ihrem Board auf dem Sand würde surfen können.

Susi Mai bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Susi Mai vor dem Rennen mit etwas Freestyle © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

„Jeder hatte eine andere verrückte Strategie und eine andere Geschichte. Ein Kerl hat riesige Sprünge gemacht und ist durch den Wind 12 Meter weiter auf dem Sand gelandet. Ein anderer hat sein Board in einen Rücksack verwandelt. Und wieder ein anderer ist 33 Kilometer gelaufen, weil er sich dermaßen verlaufen hatte.“

Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Manchmal sieht das Wasser etwas rostig aus © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Mai gibt zu, dass sie selbst mal die Orientierung verloren hat: „Man hätte mich im Kreis drehen können und ich hätte nicht sagen können, wo Norden und Süden ist.“

Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Auf flachem Wasser wird es richtig schnell © Thiago Diz / Red Bull Content Pool

Aber eins traf auf fast jeden zu – aufgrund der superflachen Lagunen mussten sie ihre Boards ohne Flosse reiten.

Der Sieger – ein einheimischer Kiteboarder – hat die Strecke in gerademal 37 Minuten zurückgelegt. Er hat sein Kiteboard nie verlassen.

Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Ein Teilnehmer lässt die Konkurrenten hinter sich © Thiago Diz / Red Bull Content Pool

Susi meint: „Irgendwie hat er es geschafft, seine Knie ganz merkwürdig zu drehen, sodass er auf seinem Board sitzen und darauf über den Sand reiten konnte. Er hat es in 37 Minuten geschafft – andere brauchten Stunden. Am Ende kann man sagen, dass uns das Rennen alle aus unserer Wohlfühlzone geholt hat, und zwar mehr, als wir erwartet hatten. An einem Punkt wurde daraus ein Rennen gegen sich selbst.“

Teilnehmer bei der Red Bull Rally dos Ventos in Brasilien.
Die Dünen und Seen sehen jedes Jahr anders aus © Thiago Diz / Red Bull Content Pool

Was steht als Nächstes an? „Wir würden gerne eine Veranstaltung im Ragnarok-Stil auf die Beine stellen, mit 300 Leuten – wir werden sehen, was das ergibt. Wir waren hier sehr respektvoll und sind guter Hoffnung, dass wir nächstes Jahr wieder hierher kommen.“ Und was hält sie davon? „Das war das Verrückteste und Schwierigste, was ich seit Langem gemacht habe.“

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