Kletter-Star Angela Eiter schreibt Geschichte

Angy knackt als erste Österreicherin den 11. Schwierigkeitsgrad – Interview und Highlight-Video!
Von Miyato Kazuki

Jahrelang war sie das Maß aller Dinge im Wettkampfzirkus. Nun setzte die Tirolerin Angy Eiter auch am Fels internationale Ausrufezeichen. Mit den Routen „Hades“ in Nassereith und „Zauberfee“ in Arco gelangen der Tirolerin innerhalb von nur vier Tagen zwei Sportkletterrouten im 11. Schwierigkeitsgrad.

Beide Routen waren zuvor lediglich von einer Handvoll männlicher Kletterstars bezwungen worden. Das Highlight-Video (oben) zeigt die enorme Schwierigkeit des Projekts.


Im Interview spricht Angy über ihren Karriere-Meilenstein.


Für alle, die sich nicht ganz so gut im Klettern auskennen: Welche Bedeutung hat es, wenn man zwei Routen im 11. Schwierigkeitsgrad schafft?

Gerade als Frau ist das nicht alltäglich. In Österreich ist es vorher noch keiner Frau gelungen, eine Route im 11. Schwierigkeitsgrad zu klettern, einem der höchsten Schwierigkeitsgrade überhaupt. Weltweit hat das bisher nur eine Handvoll Damen geschafft.

Was macht den 11. Schwierigkeitsgrad so anspruchsvoll?
Beim Sportklettern sind die Routen im Schnitt 30 Meter lang. Mit jeder Schwierigkeit werden die Griffe kleiner oder liegen weiter auseinander. Außerdem werden die die Wände immer steiler. Der 11. Schwierigkeitsgrad zählt zu den größten Herausforderungen die es gibt. Man wird körperlich und technisch enorm beansprucht und muss an sein Limit gehen.

Wie bist du das Projekt angegangen? War ein langwieriger Prozess, oder?
Ja. Ich habe mir im Frühjahr die Routen zum ersten Mal angeschaut und die einzelnen Passagen ausgecheckt. Ich bin sehr schnell auf Probleme gestoßen, drei Passagen konnte ich damals noch gar nicht klettern. Danach war ich in Südafrika, um meine Spritzigkeit zu trainieren. Als ich zurückkam, haben zwei der drei Passagen schon sehr gut funktioniert. Die dritte habe ich mir dann mühsam erarbeitet.

Angy Eiter liebt Rätsel - und löst sie meistens © M.Hanslmayer/Red Bull


Du hast mal in einem Interview gesagt, dass man als Kletterer Rätsel lieben muss. In diesem Fall war es ein Rätsel, das für dich lange unlösbar schien, oder?

Ja, das stimmt. Ich hatte lange mit mentalen Barrieren zu kämpfen. Die sind schwieriger zu lösen als wenn man zum Beispiel am Anfang körperlich überforderd ist. Das kann man trainieren. Wenn du im Kopf scheiterst, würdest du manchmal lieber aufgeben.

Wie machst du in solchen Situationen weiter?
Da ist es ganz wichtig, dass man sich mit befreundeten Kletterern austauscht. Oft kommt man in Gesprächen drauf, wie andere Kletterer bestimmte Situationen gelöst haben oder wie man eine Passage anders angehen könnte. Das erweitert deine Perspektive enorm.

Wie wird es in naher Zukunft für dich weitergehen?
Als nächstes habe ich einen Aufenthalt in Griechenland geplant. Ich werde in zwei Wochen das Klettergebiet Leonidio in der Nähe von Athen erkunden. Das Gebiet wurde erst vor zwei Jahren erschlossen – es gibt dort also noch einiges zu entdecken...

Danke für das Gespräch!
 

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