7 Abenteuersportarten, die ihr sicher nicht kennt

Bereit für innovativen Adventure-Sport? Diese Athleten werden euch verblüffen.
Lutz Eichholz auf seinem Einrad, mit dem er die gefährlichsten Orte der Welt bereist.
Lutz Eichholz betreibt Einrad-Downhill © Jakob Weichenberger/Caters /IPA
Von Will Gray

Meeres-Zorbing

Wahnsinnslevel: 9
Gefahren:
Erschöpfung, dem Ball geht die Luft aus, Dehydration, Tod
Trainingsbedarf:
Gering
Seltenheitsgrad:
10

Zorbing auf dem Wasser klingt nach Spaß, doch diese bizarren Bälle gelten als so gefährlich, dass sie in den USA im Grunde verboten sind.

Die Vorwärtsbewegung erfolgt durch Laufen und Schieben – und das ist gar nicht so einfach. Das bewies auf Reza Baluchi, als er auf dem Meer gerettet wurde. Nach 112 Kilometern auf der geplanten Umkreisung des Bermuda Dreiecks ging ihm die Puste aus.

„Im Hydro Pod ist es kein Spaziergang. Es ist sehr heiß und nass. Man dehydriert schnell und bekommt keine Luft mehr“, sagt er. Und genau das ist ihm auch passiert.

Wie auf dem Laufband. Fast jedenfalls. © US Department of Defense

MUni (Mountain Unicycling)/Offroad-Einrad
Wahnsinnslevel: 6
Gefahren:
Schwieriges Terrain, Knochenbrüche
Trainingsbedarf:
Hoch
Seltenheitsgrad:
9

Diese außergewöhnlichen Einräder können bis zu 80 km/h schnell werden und sind mit verstärkten Naben, Mountainbike-Rädern und Pedalen mit starkem Grip ausgestattet. Einige haben sogar Bremsen.

Der Kanadier Kris Holm befuhr die Chinesische Mauer auf so einem Einrad und ist auch schon einen 6000 Meter hohen Vulkan damit hinuntergefahren. „Ein Einrad kann überall dort hin, wo auch ein normales Bike hinkommt. Auf flachem Gelände sind Fahrräder schneller, doch in den Bergen besteht kein Unterschied“, sagt er.

Lutz Eichholz beim Sprung mit seinem Einrad, mit dem er die gefährlichsten Orte der Welt bereist.
Lutz Eichholz beim Einrad-Sprung © Jakob Weichenberger/Caters /IPA

Skyaking

Wahnsinnslevel: 9
Gefahren:
Fallschirmausfall, aerodynamisches Trudeln
Trainingsbedarf:
Mittel
Seltenheitsgrad
: 10

Willst du mit einem Fallschirm über einem See abspringen? Dann spring samt Kajak aus dem Flugzeug. Einfach, oder? Doch es ist nicht so leicht, wie es klingt.

Bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h bekommt man ein Kajak in der Luft nur schwer unter Kontrolle, und wenn man ins Trudeln gerät, könnte das tödlich enden. Miles Daisher erfand diesen Sport und hat schon so viele Sprünge gewagt, dass er auch Flips und andere Tricks beherrscht – als wenn dieser Sport noch mehr Spannung gebrauchen könnte.

„Es hat etwas Magisches an sich und es macht einfach viel Spaß. Vor allem kann man so im Wasser landen, ohne einen nassen Hintern zu bekommen“, sagt Miles.

Miles Daisher landet sein "Skyak" auf dem Wasser beim Red Bull Flugtag auf dem Camden in New Jersey, USA am 15. September 2012.
Miles Daisher mit seinem eigens gebauten "Skyak". © Brian Nevins/Red Bull Content Pool

Eis-Canyoning

Wahnsinnslevel: 9
Gefahren:
Stürze, Eiszapfen, Lawinen, Unterkühlung, Ertrinken
Trainingsbedarf:
Hoch
Seltenheitsgrad:
7

Bei dieser Extremversion des Canyoning muss man Abseil- und Klettertechniken beherrschen – doch an gefrorenen Wasserfällen bei Temperaturen unter dem Nullpunkt.

Der Sport ist kaum ein Jahrzehnt alt und kann überall dort ausgeübt werden, wo auch die Sommerversion möglich ist und es im Winter kalt genug wird, beispielsweise in den Pyrenäen, den Alpen, Norwegen oder Chile.

„Es ist unglaublich und nur gefährlich, wenn man schlecht trainiert ist und es nicht gut organisiert ist. Man muss einfach die richtige Schlucht wählen“, sagt Laurent Poublan.

Ein Sportler beim Eis-Canyoning seilt sich an einem vereisten Wasserfall ab. Der Sport ist die Winterversion des beliebten Adventure-Sports Canyoning.
Abseilen an einem vereisten Wasserfall. © Laurent Poublan

Gletscher-Boarden

Wahnsinnslevel: 8
Gefahren:
Gletscherspalten, Fluten, Unterkühlung
Trainingsbedarf:
Hoch
Seltenheitsgrad:
10

Gletscher sind eh schon äußerst gefährlich, ganz zu schweigen davon, wenn man sie per Boogie-Board befährt. Die Schluchtenbergführer Claude-Alain Gailland und Gilles Janin wagten sich auf den Aletsch in der Schweiz, den größten Gletscher Europas.

„Der Sport macht Spaß, denn es ist ein wenig so, als wäre man in einem Wildwasserpark. Der Nachteil? Die Wassertemperatur“, sagt Fotograf David Carlier. Eigentlich gibt es zwei Gefahren – in eine Gletscherspalte zu rutschen und plötzliches Eisschmelzen, dass den Fluss in einen reißenden Strom verwandeln kann. „Das würde die Sportler wegspülen – in null Komma nichts“, so Carlier.

Zwei Athleten rutschen einen schmalen Gletscherfluss hinunter.
Hydrospeed-Abenteuer © D.CARLIER/davidcarlierphotography.com

Outdoor-Crosstrainer

Wahnsinnslevel: 2
Gefahren:
Schlaglöcher, Verkehr, Stürze
Trainingsbedarf:
Niedrig
Seltenheitsgrad:
6

Das nennt man Adventure-Sport? Diese bizarren Gebilde sehen eher so aus, als gehörten sie in eine Yogastunde! Aber lasst euch nicht täuschen. Diese Räder sein keine verrückten Fitnees-Trends. Sie sind eine Kombination aus Crosstrainer und Fahrrad.

Der britische Abenteurer Dave Cornthwaite, der sich auf lange Reisen mit alternativen Transportmitteln spezialisiert hat (wie Australien per Skateboard zu bereisen), fuhr damit 3170 Kilometer durch Europa. „Man fühlt sich wie in Avatar, denn man ist einen Kopf größer! Bergauf geht es leicht und hinab fährt man fast 80 km/h“, sagt er.

Mit Outdoor-Crosstrainern über die Alpen.
Outdoor-Crosstrainer © Kamil Tamiola

Freitauchen-Klippenspringen

Wahnsinnslevel: 4
Gefahren: Kratzer, geplatzte Trommelfelle, Ohnmacht
Trainingsbedarf:
Moderat
Seltenheitsgrad:
4

Klippenspringen und Freitauchen – man sollte nicht meinen, dass man diese zwei Sportarten kombinieren kann. Bis jetzt. Beim „Suunto Vertical Blue“-Contest für Freitaucher am Dean’s Blue Hole Bahamas entschied Veranstalter Will Trubridge den gewöhnlichen Wettkampf mit ein paar alternativen Events aufzupeppen.

„Wir planen die ‚Apnea Games‘ – morgens gibt es nur spaßige Wettkämpfe wie den ‚Ironfish‘. Man muss von einer Klippe springen und dann ohne Flossen auf 20 Meter Tiefe freitauchen.“

Sprung von der Klippe in das kristallklare Wasser, bevor man 20 Meter ohne Sauerstoff oder Flossen in die Tiefe taucht. Das ist Freitauchen-Klippenspringen.
Perfekte Kombi: Klippenspringen und Freitauchen © Daan Verhoeven

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