Die größte Hängematte der Welt

Willkommen auf dem Pentagon Spacenet, dem ersten Slackline Wohnzimmer in 150 Meter Höhe.
Slackline Netz im Himmel
Einfach nur eine ziemlich große Hängematte © Brian Mosbaugh/Slacklinemedia.com
Von Josh Sampiero

Habt ihr euch jemals gewünscht, euer Wohnzimmer wäre 185 Quadratmeter groß, hinge 150 Meter über dem Boden und man müsste 65 Meter überbrücken, um seine Füße wieder auf festen Boden stellen zu können? Diese Idee steckt hinter dem Spacenet, ein Netz, das in schwindelerregender Höhe mit fünf Slacklines über die „Fruit Bowls“ in der Nähe von Moab im amerikanischen Utah gespannt wurde. „Es ist das erste Spacenet dieser Größe“, sagt der in der Slackline-Szene weltbekannte „Sketchy“ Andy Lewish, der sowohl Initiator als auch Sponsor dieser Aktion war.

„Mein Plan war es, in Moab eine Plattform zu schaffen, auf der sich die BASE Jump- und die Slackline-Community treffen kann, um gemeinsam Spaß zu haben. Dieses Netz hängt hier auch zu Ehren meines sehr guten Freundes Daniel Moore. Er besaß eine immense Lebensfreude – und die wollte ich mit allen teilen.“

Es sollte eine Art Plattform entstehen, die 18 bis 20 Leute tragen und außerdem als brauchbare Absprung- und Landestelle für die BASE-Jumper dienen konnte. Von der verrückten Idee bis hin zur Umsetzung war das allerdings keine leichte Aufgabe!

Ein Slackline Netz im Himmel
Im Vordergrung: 'Sketchy' Andy Lewis © Brian Mosbaugh/Slacklinemedia.com

Als erstes brauchte man Unmengen von Material. Das Netz wurde an fünf doppelten Slacklines aufgehängt, die insgesamt eine Länge von 600 Metern ergaben. Außerdem wurden 70 Meter Kletterseil, 60 Meter Line für den „Ring“ und 5.000 Meter Paracord verbraucht.

"Eigentlich wollten wir 6.500 Meter Paracord", sagt Andy. "Aber wir hatten einfach keine Zeit mehr!" Mehrere Dutzend Leute waren so schon vier volle Tage auf dem "Festland" beschäftigt, das Netz fertig zu stellen.
Eine der Hauptakteurinnen: Hailey Ashburn, über deren krasse Highline in den Dolomiten wir schon berichtet haben.

Hier ist Hailey's frostige Winter-Highline

Die Plackerei war es wert und so konnte der Spaß beginnen! Auf das nach Prüfung (!) als völlig legal eingestufte Spacenet, konnte man auf drei Arten gelangen: Über eine Slackline von einer Gondel (so machten es die meisten), über eine einfache Slackline (so machten es wenige) oder über einen Skydive-Jump (so machte es Andy).

Ein Slackline Netz im Himmel
Nette Aussicht vom Wohnzimmer aus © Brian Mosbaugh/Slacklinemedia.com

Durch die Luft war der Weg dorthin wohl definitiv einfacher als über die Slackline, zumal diese ziemlich durchhing und alles andere als stabil war. „Nur die talentiertesten Slackliner der Welt schaffen einen Walk wie diesen“, sagt Andy. Dass nicht mehr als 17 Leute gleichzeitig auf dem Netz waren, lag laut Andy daran, dass ständig wieder jemand heruntersprang!

Andy meisterte als einer der wenigen den Slackline Einstieg
 

Ein Slackline Netz im Himmel
Der beschwerliche Nach-Hause-Weg... © Brian Mosbaugh/Slacklinemedia.com

Das Spacenet war eine Woche lang Mekka für 250 waghalsige Besucher, von denen einige sogar über Nacht blieben! Über 200 Basejumper nahmen den direkten, aber etwas wackeligen Ausgang in der Mitte.

Alles in allem war das Projekt ein Mega-Erfolg - wenn auch nicht ganz billig! Mit Material und Manpower schätzt Andy die Kosten auf ca. 43.000 Euro, aber die Sache war es wert: „Es war total cool, weil die BASE Jumper auf die Slackline klettern und die Slackliner in die Tiefe springen wollten!“ Und ohne die Hilfe der Locals, wäre das Projekt nicht möglich gewesen. "Mein Dank geht an die "Moab Äffchen"! Ohne Leute wie Brian Mosbaugh und Hayley Ashburn wäre das Projekt nicht möglich gewesen."

Und was kommt als Nächstes? „Ich würde das Spacenet gerne in einer Stadt wie Vegas oder Dubai aufhängen – oder in Norwegens Fjorden. Vielleicht spanne ich es auch zwischen zwei Heißluftballons!“ Wo immer es sein wird, hoffentlich werden wir zur Party eingeladen!

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