Die besten Freediving Spots der Welt

Luft holen, Flossen an und abtauchen in versunkene Flugzeuge, blaue Höhlen und sogar unter Eis!
Von Brooke Morton

Beim Freitauchen trifft Meditation auf Konzentration. Der Kopf muss total frei sein, bevor du die Welt, in der du nicht mehr atmen kannst, betrittst. Wer diese Hürde meistert, wird mit den faszinierendsten Bildern belohnt. Wir zeigen euch, wo ihr mit Orcas, Mantas und Haien schwimmen und alte Wracks entdecken könnt und an die Grenzen eurer inneren Stärke kommt.

Reif für die (Bohr)-Insel

Freitaucher entdecken die Bohrinseln im Golf von Mexiko vor der Küste von Louisiana, USA
Die Bohrinsel ist ein Magnet für Fische © D.J. Struntz

Wo: Ölplattform im Golf von Mexiko
Warum: Ideal zum Speerfischen
Gefährlichkeitsfaktor: 10+

"Immer wenn es eine Struktur im Ozean gibt, lässt sich neues Leben daran nieder," erzählt D.J. Struntz, Fotograf bei Riffe International. "Ein im Wasser treibender Baum wird so zum Unterschlupf für alle möglichen Lebensformen - und zum Magneten für die großen Fische, die diese jagen!"

Ölplattformen im Golf von Mexiko werden so zu Brutstätten des Lebens, aber auch zu einem Wagnis für jeden Taucher. "Man muss schon von einem besonderen Schlag sein, wenn man hier zurechtkommen will," so Struntz, der sich auch gerne mal mit Tigerhaien herrumtreibt, weiter: "Das hier ist kein Platz für Normalsterbliche!"

 Schnell zu erreichen

Freediver Nery an der Statue vom Christus der Abgründe.
Nery Taucht bei der Il Cristo degli abissi Statue © Julie Gautier

Wo: "Il Cristo degli abissi" Statue vor der italienischen Riviera bei Portofino
Warum: Weil man hier einfach der Schönheit des Tauchens huldigen kann
Gefährlichkeitsfaktor: 1

Diese Wasser sind geweiht! Die "Cristo degli abissi" Statue erinnert an Dario Gonzatti, der 1947 als erster Italiener, sein Leben bei einem Tauchunfall verlor. 

"Die Statue ist wirklich sehr beeindruckend wenn man direkt davor taucht," so Guillaume Nery. "Man sieht sie schon von der Wasseroberfläche und sie ist in nur 10 - 15 Meter Tiefe." 

Beste Location für Warmwasser-Fans

Ein leidenschaftlicher Taucher entdeckt das Kuda Giri Wrack in den Malediven
Das Kuda Giri Wrack in den Malediven © Alex Voyer

Wo: Kuda Giri Wrack, Süd Male Atoll, Malediven
Warum: Du kannst deine Freunde mitnehmen
Gefährlichkeitsfaktor: 3

"Es ist wie eine Geisterstadt," erklärt uns Alex Voyer, seit acht Jahren Freitauchlehrer und Spezialist, wenn es um die in 31 Meter Tiefe liegende Kuda Giri geht. "Ich liebe dieses Wrack und stelle mir vor, was früher hier so alles passiert ist!"

Voyers liebt die Tauchgegend aus Gründen, die auch jedem Hobbyfreitaucher gelegen kommen: Die durchschnittliche Wassertemperatur ist 28 Grad, die Sichtweite bis zu 15 Meter und es gibt genug Futter für die Kamera. Weißspitzenhaie, Barrakudas, Schildkröten und Schwärme von Glasfischen geben dem Wrack ein zweites Leben.

Der beste Indoor-Tauchzentrum

Ein Taucher trainiert im Nemo Indoor-Tauchzentrum in Brüssel, Belgien
Findet Nemo © Daan Verhoeven

Wo: Nemo33 in Brüssel, Belgien
Warum: Perfekte Verhältnisse fürs Training bei 33 Grad
Gefährlichkeitsfaktor: 2

"Schwindel ist das Gefühl zwischen Auftrieb und Absturz," so Daan Verhoeven, Freitauchlehrer und Fotograf. "Beim Freifall kannst du das komplette Schwindelgefühl erleben." In der Tat gibt es wenige Tauchzentren, die sich mit Nemo33 messen können: Der Pool ist 34,5 Meter tief, besitzt Trainingsplattformen und in 10 Meter Tiefe einige Höhlen. "Nicht jeder macht in Speedos eine gute Figur, aber die Erfahrung ist einfach so am besten. Du spürst den Freifall am ganzen Körper!"

Mekka der Tiefseetaucher

Brian Pucella taucht in Dean's Blue Hole auf den Bahamas.
Abtauchen im Flug © Daan Verhoeven

Wo: Dean's Blue Hole, Long Islands, Bahamas
Warum: Eines der tiefsten blauen Löcher der Welt
Gefährlichkeitsfaktor: 3

Hier trifft sie die Tauchelite um neue Weltrekorde aufzustellen! Mit seinen 202 Metern Tiefe bietet Dean's Blue Hole Freitauchern genug Spielraum ihre Grenzen zu testen und das Unmögliche möglich zu machen. Tauchlegende William Trubridge hat hier mehrere Rekorde aufgestellt, gibt Unterricht und präsentiert den jährlichen Suunto Vertical Blue Contest.

"Das hier ist einer der besten Apnoe Orte der Welt," sagt William stolz. "Es ist tief, warm, ruhig und quasi einen Steinwurf vom Strand weg. Perfekte Konditionen um Rekorde aufzustellen!"

Treffpunkt für große Fische

Ein Freitaucher trifft einen Seehund in den Tiefen der Antarktis
Freitauchen in der Antarktis © Alex Voyer

Wo: Antarktis
Warum: Dir macht Kälte nichts aus und du willst große Fische sehen
Gefährlichkeitsfaktor: 9

"Hier zu tauchen war eines der außergewöhnlichsten Erlebnisse meines Lebens," erzählt Apnoe Spezialist Alex Voyer über die Antarktis. Der Kapitän auf seinem Trip warnte ihn davor ins Wasser zu gehen, weil es nur so vor gefährlichen Fischen und Seeleoparden wimmelte, aber Voyer wollte nicht hören. Später tauchte er dann neben Buckelwalen in Null Grad kaltem Wasser! "Auch nach drei Stunden war mir nicht kalt. Ich war so beeindruckt, ich vergaß die Kälte!"

Rendezvous mit dem Meer

Ein Freediver taucht im "Blue Hole" in Ägypten.
Eintauchen © Jacques de Vos

Wo: Dahab, Ägypten
Warum: Pflichtgebiet für jeden Freitaucher
Gefährlichkeitsfaktor: 7

"Es ist wie das Ende eines Tunnels," schwärmt Verhoeven von dem irisierenden blauen Licht in Dahab, wo sich die besten Apnoe-Taucher der Welt treffen. "Ich war kurz davor, mich von der Sicherheitsleine loszumachen und ihm entgegen zu schwimmen, aber dann kam ich wieder zur Vernunft!" Wegen dieser Versuchungen gibt es die goldene Regel, niemals alleine zu tauchen, erzählt Verhoeven. Eine traurige Anzahl von Gedächtnis-Plaketten erinnert an die Taucher, die das nicht eingehalten haben, auch wenn es hauptsächlich Scuba-Taucher waren, die ihr Leben für den Sport ließen.

Tauchen in einem Flugzeug

Daan Verhoeven erkundet unter Wasser ein Flugzeug.
Der Flieger liegt in einem Süßwasser-Steinbruch © Daan Verhoeven

Wo: Das Flugzeugwrack liegt in England in einem See
Warum: Weil es einfach cool ist
Gefährlichkeitsfaktor: 8

"Deine Instinkte musst du erstmal abschalten, bevor du in einen Verschlag in 27 Meter Tiefe tauchst," sagt Verhoeven über seine Erfahrungen mit dem Flugzeug in der Nähe von Cheptsow in England: "Das Wasser hat Null Grad, es ist dunkel innen drin und du kommst nicht einfach so wieder an die Oberfläche, wenn etwas passiert."

"Die einzige Sache, für die ich nicht vorbereitet war, ist eingetreten," erzählt Verhoeven von dem Tauchgang. Auf Metalsplitter und schmale Durchgänge war er präpariert, aber nicht darauf, dass sein Partner Tom Money in einer Spalte, die schmaler war als seine Monoflosse, steckenblieb. "Aber Tim blieb ganz ruhig und drehte ganz behutsam die Flosse und tauchte weiter. Das hier ist eben nichts für Weicheier!"

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