Sasha DiGiulians Reise ins Eis

Was passiert, wenn du einer Profisportkletterin Eisklettertools in die Hand drückst? Finde es heraus
Der Bridal Veil, eine berühmte Eiskletterlocation © Andy Mann
Von Josh Sampiero

Wenn man selbst kein Kletterprofi ist, versteht man vielleicht die Unterschiede zwischen Eis-, Mixed und Felsenklettern nicht so genau. Wenn man das eine kann, kann man doch sicherlich auch das andere, oder? Dem ist nicht so. Die meisten Profikletterer haben ihr Spezialgebiet, so dass es schwierig ist, einen Sportkletterer zu treffen, der auch im Eisklettern gut ist, oder einen Eiskletterer, der ein talentierter Felsenkletterer ist. Doch Sasha DiGiulian könnte die einzige Ausnahme sein. Die junge Felsenkletterin hat gerade zum ersten Mal Eisklettergeräte in den Händen gehalten – und sie stellt sich jetzt schon sehr gut an…

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Die Kletterkönigin Sasha DiGiulian ließ sich von der Trennung der Disziplinen nicht aufhalten. Die 22-Jährige, die schon seit 16 Jahren im Sportklettern aktiv ist, bekam Anfang Januar einen Crashkurs im Mixed und Eisklettern in Colorado. Der erfahrene Eiskletterer Will Mayo führte Sasha die Route hoch.

Kaum hatte ich den Dreh raus, wurden sich Mixed und Sportklettern immer ähnlicher.

„Da raus zu gehen und etwas zu lernen, das mit dem Klettern verwandt ist, ihm aber eine ganz neue Dimension verleiht, gibt mir die Möglichkeit, wieder ein Anfänger zu sein. Das tut wahnsinnig gut“, sagt Sasha. „Ich wusste nicht, was M5 im Vergleich zu M10 bedeutete. Will brachte mich zur Route und ich sollte selbst herausfinden, was ich kann.“

Und klettern kann Sasha. „Neu für mich waren die ‚leisen Tools‘ – setze dein Tool auf den Fels und versichere dich, dass es leise ist, während du langsam dein Gewicht unter das Tool verlagerst. Halte diese Position“, sagt sie. „Kaum hatte ich den Dreh raus, wurden sich Mixed und Sportklettern immer ähnlicher.“

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Sie wurden sich so ähnlich, dass Sasha einige schwierige Kletterrouten an den Bridal Veil Fällen, einer der bekanntesten und beeindruckendsten Eiskletterlocations in Nordamerika, bezwingen konnte. „Es ist eine der schönsten Routen, die ich je geklettert bin“, schwärmt Sasha. „Das Lead-Klettern auf Eis ist so berauschend. Du bist der Natur so ausgesetzt. Du kletterst an gefrorenem Wasser hoch. Du schaust die Schraube im Eis an und dir wird klar, dass nur sie dich schützen soll. Es ist wirklich bizarr für mich, mich auf die Ausrüstung zu verlassen, die im Eis steckt.“

Mit ihrer Besteigung einer M10 Mixed Route und einer WI6 Wasser-Eis-Route sowie ihrer WM-Goldmedaille und zwei Besteigungen von 9A Routen gehört Sasha zu den besten Allroundklettereren der Welt – und dabei hat sie gerade erst angefangen, kältere Kletterlocations zu erkunden!

Der Weg nach oben © Andy Mann

Nichtsdestotrotz startet sie voll durch. Nach nur einer Woche Training hat sich Sasha gleich für eine Competition beim Ouray Ice Festival, einem der renommiertesten Eiskletterwettkämpfe der Welt, angemeldet. Sie kam nicht unter die besten, aber sie hatte ihren Spaß. Und sie wird nochmal antreten, nachdem sie jetzt ihre Angst vor scharfen Metallgegenständen überwunden hat. Sasha gibt zu: „Es fiel mir schwer, eine scharfe, spitze Hacke als meine Freundin zu akzeptieren.“

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