Die sieben verrücktesten Marathons der Welt

Wir zeigen euch die ungewöhnlichsten Dauerläufe des Planeten - und wer an ihnen teilnimmt!
Von Will Gray

Ist ja nicht so , dass es nicht eh schon schwierig genug wäre, einen Marathon zu laufen! Man kann es sich aber auch immer noch schwerer machen: Zum Beispiel unter Wasser, oder mit Rotwein betüdelt oder in einigen tausend Metern Höhe im höchsten Gebirge der Welt. Wir haben für euch sieben der verrücktesten und abgefahrenen Marathons des Planeten zusammengetragen. Strecken bei denen ihr nicht nur 42 Kilometer lauft, sondern euch auch im Anschluss fragt, ob ihr noch ganz sauber seid! Eines ist klar: Wer an diesen Events teilnimmt behält sein Trikot als Beweis. Auf die Plätze, fertig, los!

Wettkämpfer beim Lauf des Tenzing Hillary Everest Marathon nahe des  Mount Everest, Nepal
Tenzing Hillary Everest Marathon © AFP/Getty Images

1. Everest Marathon

Ort: Gorak Shep, Nepal
Schwierigkeitsgrad: 8
Gefahren: Höhenkrankheit, Lungenödem, Überhitzung
Besonderheit: Der höchste Marathon der Welt!
Rekordzeit: 3 Stunden 40 Minuten 43 Sekunden – Ram Kumar Raj Bhandari (Nepal), 2013

Die Teilnehmer müssen erstmal 15 Tage aufsteigen bevor sie den Startpunkt in 5.184 Höhe erreichen. Die Organisatoren raten sogar auf dem Weg noch zwei 5000er zu besteigen, damit man sich akklimatisiert!

Der Lauf von Gorak Shep nach Namche Bazar (3.446 Meter) geht hauptsächlich abwärts, aber hat auch zwei Steilstücke und ein paar Bonuseinlagen wie Yak Trails und eine wackelige Hängebrücke über eine Schlucht.

Die sechs wildesten Flüsse der Welt

Läufer auf der chinesischen Mauer während des Marathons
Marathon an der chinesischen Mauer © Klaus Sletting

2. Great Wall Marathon

Ort: Tianjin, China
Schwierigkeitsgrad: 7
Gefahren: Stolpern, Verlaufen
Besonderheit: Mit 5.164 Stufen
Rekordzeit: 3 Stunden 9 Minuten 18 Sekunden – Jorge Maravilla (USA), Dimitris Theodorakakos (Griechenland) und Jonathan Wyatt (Neuseeland), 2013

Kraftprobe für die Beine eines jeden Läufers! Neben dem üblichen Szenario, müssen die Teilnehmer während sie die Chinesische Mauer auf und ab laufen noch mit über 5.000 Treppen fertig werden.

Der Großteil der Strecke führt zwar durch die Dörfer am Huangya Pass, aber sechs Kilometer laufen auch an der Tianjin Sektion der Mauer entlang. Hier muss man aufpassen, weil man einen Teil der Mauer doppelt läuft und wer danach die Abzweigung verpasst, kommt nicht mehr zurück auf die "Wall"!

Die Teilnehmer des Safaricom Marathon im Schatten einer Herde Rotwild
Safaricom Marathon © Tusk Trust

3. Safaricom Marathon

Ort: Lewa Wildlife Conservancy, Kenya
Schwierigkeitsgrad: 3
Gefahren: Hitzschlag, wilde Tiere
Besonderheit: Man läuft durch ein Wildtier Reservat
Rekordzeit: 2 Stunden 18 Minuten 9 Sekunden – Philemon Baaru (Kenya), 2014

Bei diesem Marathon kann man nicht nur sprichwörtlich um sein Leben rennen! Beim Safaricom Marathon geht's mitten durch ein Wildtier Reservat - und auch wenn es bewaffnete Wärter gibt, sollte das einem allein schon das Blut in den Beinen gefrieren lassen.

Der Untertitel des Marathons lautet "Run for the Wild" und das Ziel ist Spendengelder für das Reservat und verschiedene Gemeinden in Kenya zu sammeln. Der Marathon findet in einer durchschnittlichen Höhe von 1600 Meter statt und besteht aus zwei jeweils 21 Kilometer langen Runden.

Läufer kämpfen gegen die Gezeiten beim Polarkreis Marathon am nördlichen Polarkreis.
Der Polarkreis Marathon ist nichts für Warmduscher © albatros-adventure.com

4. Albatross Polarkreis Marathon

Ort: Kangerlussuaq, Grönland
Schwierigkeitsgrad: 8
Gefahren: Unterkühlung, Absturz in eine Eisspalte
Besonderheit: Der Untergrund ist eine bewegliche Eisplatte
Rekordzeit: 2 Stunden 57 Minuten 19 Sekunden – Andrew Shaw (England), 2005

Dieser Marathon wird bei Temperaturen bis zu Minus 15 Grad durch die Tundra, die arktische Wüste und sogar drei Kilometer auf einer Eisplatte vorbei an riesigen Gletschern gelaufen.

Auch wenn es eventuelle Begegnungen mit Moschus-Ochsen und Polarfüchsen gibt, die größte Gefahr ist doch das Eis selber. Wenn es bricht ist Vorsicht geboten. Die Veranstalter warnen davor vom Weg abzukommen, um nicht in einer Gletscherspalte zu enden.

Verkleidete Läufer beim Marathon Du Medoc Rennen in Frankreich.
Verkleidete Läufer beim Marathon Du Medoc © Getty Images

5. Marathon du Medoc

Ort: Medoc, Frankreich
Schwierigkeitsgrad: 4
Gefahren: Alkoholvergiftung, Kollaps
Besonderheit: Saufen und Laufen
Rekordzeit: Zeit ist hier nicht das Wichtigste

Nur wenigen der verkleideten Läufer geht es hier um die Bestzeit, sondern eher darum, möglichst viele der 23 Weinproben und Stopps mit Austern, Foie Gras und Käse in der Maximalzeit von sechseinhalb Stunden unterzubringen!

Die Route führt sie durch über 30 Weingüter, darunter auch das legendäre Château Lafite Rothschild. Die meisten medizinischen Versorgungen nach dem Marathon haben hier übrigens eher mit Alkohol zu tun, als mit den Bändern!

Diane Van der Hoeven mit ihrem Burro beim Burro Marathon.
Diane Van der Hoeven mit ihrem Burro © Judys Fithian Photos

6. Burro Days - World Championship Pack Burro Rennen

Ort: Fairplay, Colorado, USA
Schwierigkeitsgrad: 6
Gefahren: Vom Essel abgeschmissen oder niedergetrampelt zu werden
Besonderheit: Off-Road Rennen mit einem Esel!
Rekordzeit: 3 Stunden 44 Minuten 18 Sekunden - Tom Sobal und sein Burro Maynard (USA), 1989

Hier gibt der Esel den Ton an! Viel Kontrolle haben die Teilnehmer nicht bei diesem 46 Kilometer langem Rennen, denn die Geschwindigkeit wird von einem Packesel bestimmt, der 15 Kilo Werkzeug mit sich rumschleppt, wie damals zu Zeiten des "Goldrush".

Der Aufstieg über den 4.000 Meter hohen Mosquito Pass ist sicher eine der größeren Herausforderungen, aber der eigentliche Spaß beginnt, wenn die Läufer von ihren Burros quer über Stock und Stein geschleift werden. Hier soll diese Warnung helfen: "Läuft ein Burro, laufen sie alle!"

Lloyd Scott beim Unterwasser Marathon in Loch Ness, Schottland.
Wie wäre es mit einem Unterwasser Marathon? © Lloyd Scott

7. Unterwasser Marathon

Ort: Loch Ness, Schottland
Schwierigkeitsgrad: 7
Gefahren: Ertrinken, Orientierungsverlust, Steinschlag
Besonderheit: Der komplette Marathon ist unter Wasser
Rekordzeit: 12 Tage - Lloyd Scott (England), 2003

Fast zwei Wochen brauchte Marathon Profi Lloyd Scott für die Strecke, dann war er der erste Mensch, der sie geschafft hatte! Für die 42 Kilometer lange Route zog er sich extra einen 55 Kilo schweren Taucheranzug der 40er Jahre an. Es sei eine harte Reise gewesen, sagte Scott. Er habe mit der Sicht zu kämpfen gehabt und verletzte sich beim Sturz von einer Felsbank. „Außerdem ist es dort sehr kalt und einsam“, sagte der Rekordler. Mit der Aktion sammelte er Geld für krebskranke Kinder. Lloyd, der als Kind selber Blutlkrebs hatte, ist Profi wenn es darum geht Laufen und Charity zu verbinden. Bei diversen anderen Rennen im Death Valley oder in der Wüste, verkleidete er sich als Heiliger Georg im Clinch mit dem Drachen oder auch als Indiana Jones. So sammelte er Millionen!

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