Lerne 8 der abgelegensten Stämme der Welt kennen

Vom Dschungel bis zu tropischen Inseln - hier sind acht Stämme mit faszinierenden Traditionen.
Von Will Gray

Sie verstecken sich in den tiefsten und dunkelsten Ecken der Welt – oder in den unendlichen Weiten Afrikas. Winzige Grüppchen von Menschen, deren Bräuche, Kleidung und Traditionen seit Jahrhunderten unverändert geblieben sind.

Wenn sie ihre traditionellen Gewänder heute auch nur noch zu bestimmten Anlässen tragen oder ihre altertümlichen Jagdmethoden nur noch gelegentlich anwenden, steht es außer Frage, dass die Menschen auf diesen Bildern viel näher an ihrem traditionellen Lebensstil lebt als der Durchschnitt.

Lerne hier acht unglaubliche indigene Stämme kennen und finde heraus, was sie so einzigartig macht.

Huli, Papua Neu-Guinea

Eine Gruppe von Huli in Papua Neu-Guinea
Huli, Papua Neu-Guinea © Wolfgang Kaehler

Location: Tari Highlands, Papua Neu-Guinea

Die unglaublichen Hüte dieses Stammes sind tatsächlich aus ihren eigenen Haaren gemacht! Dabei schneiden sich die Männer dieser isolierten Gruppe mit 40 000 Mitgliedern ihre Mähne ab, um sie für den Eigenbedarf zu verwenden oder an andere zu verkaufen. Dazu malen sie ihre Gesichter gelb an, tragen eine Axt mit Krallen, eine Schürze aus Blättern und einen Gürtel, an dem Schweineschwänze baumeln, um gegnerische Stämme zu verängstigen. Eine Tradition ist, einen Vogeltanz aufzuführen, bei dem sie die Paradiesvögel, die es auf der Insel gibt, imitieren.

Blick in die Zukunft: Einige schaffen es, Modern mit Traditionell zu verbinden und tragen jetzt westlich inspirierte Kleidung und nutzen den Tourismus, um ihre Traditionen aufrecht zu erhalten.

Dogon, Westafrika

Ireli klettert, um Taubenkot zu sammeln. Drei Dogon-Kletterer arbeiten im Team.
Kletterer an den Bandiagara Klippen © Aurora Photos

Location: Mali, Westafrika

Die Männer verwenden Seile aus der Rinde des Baobab-Baums, um an den beeindruckenden Bandiagara Klippen entlang zu klettern, um Tauben- oder Fledermauskot zu sammeln, welcher als Dünger verkauft wird, und Tellem-Artefakte, die an Kunstsammler aus dem Westen verkauft werden. Mehr als 400 000 Mitglieder des Stammes leben in ungefähr 700 kleinen Dörfern, die waghalsig am Rand der 200 km langen Klippen gebaut sind.

Blick in die Zukunft: Der Stamm verdiente gut am Tourismus, doch in letzter Zeit hat die Zahl der Besucher aufgrund von Unruhen abgenommen und schlechte Ernten machen das Leben zusätzlich schwerer.

Chimbu Skelett-Tänzer, Papua Neu-Guinea

Chimbu Skelett-Tänzer posieren für ein Porträt in Papua Neu-Guinea.
Chimbu Skelett-Tänzer © Getty Images

Location: Chimbu-Provinz, Papua Neu-Guinea

Dieser Look kommt uns vielleicht bekannt vor, aber die Skelett-Tänze dieses Stammes wurden ursprünglich aufgeführt, um feindliche Stämme aus heiß umkämpften Gebieten zu vertreiben. Sie leben so abgelegen, dass man nicht viel über ihr wahres Leben weiß. Doch kann man sagen, dass sie in gemäßigten Klimazonen in wilden Bergtälern zwischen 1600 und 2400m Höhe leben, traditionellerweise mehrere Männer in einem Haus zusammenleben, doch auch immer mehr Familien entstehen.

Blick in die Zukunft: Der Tourismus wächst langsam, so dass die Tänze zunehmend von Stammesmitgliedern, die teilweise in die Gesellschaft eingegliedert sind, als Shows aufgeführt werden, und weniger als Tradition an abgelegenen Orten.

Nenet, Sibirien

Nomadische Nenet Rentierzüchter reiten im Rentierschlitten.
Nomadische Nenet Rentierzüchter © Getty Images

Location: Yamal Halbinsel, Sibirien

Diese Gruppe von rund 10000 Nomaden ist ziemlich krass drauf – auf einer 1100 km langen Wanderung treiben sie 300 000 Rentiere über eine Fläche, die eineinhalb mal so groß ist wie Frankreich, bei Temperaturen bis -50°C. Sie reisen auf Schlitten, die mit frischem Rentierblut eingelassen sind, und die Züge sind bis zu 8 km lang. Obwohl in den 1970er Jahren Öl- und Gasvorkommen entdeckt wurden, können die Nenets relativ gut mit dem zunehmenden Kontakt mit der Außenwelt umgehen.

Blick in die Zukunft: Die Nenets werden dem Trend der immer seltener werdenden Nomadenvölker folgen und sich den sozialem, politischen und natürlichem Wandel ihrer Umwelt anpassen.


Asaro-Männer mit Lehmmasken

Eine Gruppe von Asaro-Männern posiert mit ihren traditionellen Masken.
Asaro mit Lehmmasken in Papua Neu-Guinea © Danita Delimont/Getty Images

Location: Goroka, Papua Neu-Guinea

Diese schlammbedeckten Männer wollen nicht perfekt aussehen. Sie schmieren sich das braune Zeug hin, weil sie glauben, dass sie so wie Geister aussehen und anderen Eingeborenen in der Umgebung Angst einjagen können. Sie sind eine von vielen Gruppen, die seit über einem Jahrtausend auf der Hochlandebene verstreut leben. Durch das wenig einladende Terrain sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und wurden erst vor ungefähr 75 Jahren entdeckt.

Blick in die Zukunft: Durch den Erfolg als Touristenattraktion wird das Potenzial des Stammes, ein Nationalsymbol zu werden, deutlich steigen.


Himba-Viehzüchter, Namibia

Himba wandern durch die Wüste im Hartmann-Tal
Himba wandern durch die Wüste © Jimmy Nelson Pictures BV, www.beforethey.com

Location: Namibia, Afrika

Die Himba leben als Halbnomaden verteilt über den Nordwesten Namibias und den Süden Angolas. Wenn sie gerade nicht herumziehen, wohnen sie in Zelten, die aussehen wie Tipis, aber aus Matsch und Kuhmist gebaut sind. Interessant ist, dass sie das Feuer ihrer Vorfahren brennen lassen und zwar 24 Stunden am Tag, zur Verehrung ihres Gottes Mukuru. Wohlstand wird anhand der Größe der Rinderherde gemessen, doch steht Ziege öfter auf dem Speiseplan.

Blick in die Zukunft: Es gibt noch ungefähr 20 000 bis 30 000 Mitglieder des Stammes, aber sie sind ständig der Gefahr neuer Entwicklungen ausgesetzt. Dennoch pflegen viele noch ihren traditionellen Lebensstil.


Kazakh-Jäger mit dem goldenen Adler

Die Adlerjagd gehört zur Tradition der Kazakh.
Kazakh Jäger mit dem goldenen Adler © Jimmy Nelson Pictures BV, www.beforethey.com

Location: Bayan-Olgii-Provinz, Mongolei

Sie nutzen Adler, um Füchse, Murmeltiere und Wölfe zu jagen, und tragen dann den Pelz der Tiere, die sie gejagt haben. Jungen beginnen mit 13 Jahren damit, wenn sie stark genug sind, um einen goldenen Adler zu tragen. Als Halbnomaden ziehen sie seit dem 19. Jahrhundert durch das Altaigebirge. Im Moment zählt der Stamm ungefähr 100 000 Menschen, aber es gibt nur noch ca. 250 Adlerjäger.

Blick in die Zukunft: Weil immer mehr Männer wegziehen, gehen immer mehr Frauen auf die Jagd, um die ursprüngliche Männertradition am Leben zu halten.


Bayaka, Zentralafrika

Bayaka Honigsammler auf der Suche nach Bienennestern
Bayaka Honigsammler suchen nach Bienennestern © Getty Images

Location: Südwestlicher Regenwald, Zentralafrika

Die Ava leben nach „Jengi“, dem Geist des Waldes, und sind Experten der Kräutermedizin, doch haben sie ihre eigene Sprache und Jagdtraditionen. Sie sind einer von mehreren Stämmen in dieser verlassenen Gegend in Afrika, wo ca. eine halbe Million Menschen leben. Allerdings berichten die Stammesältesten, dass sie die Traditionen nicht mehr länger weitergeben können, weil sie nicht mehr tief in den Regenwald gehen können.

Blick in die Zukunft: Viele eingeborene Gemeinschaften haben ihre Heimat verloren, weil sie ihr Land für Naturschutzprojekte und Waldrodung abtreten mussten.

Du bist begeistert? Dann check diese unglaublichen eingeborenen Abenteurer!

Zur nächsten Story