Brian Grubb erfindet Snow-Wakeskating

Snowboard? Boots? Bindung? Brian Grubb braucht nichts davon, um seine Lines in Sarajevo zu ziehen.
Von Josh Sampiero

Technisch betrachtet ist Schnee nichts anderes als Wasser. Es war also gar nicht so verrückt, als Brian Grubb mitten im Winter sein Wakeskate mit nach Bosnien nahm. Gut, dass er warme Handschuhe mit eingepackt hat. Der Wakeskate-Pionier übertraf alle Erwartungen mit einem ohne Bindung, dafür mit einer Seil-Winde angetriebenen Ritt über Wasser und Schnee.

Hier ist das Video von seiner Shredding-Session in Bosnien

Es ist nicht das erste Mal, das Grubb Wakeskating an ungewöhnliche Orte bringt, wie letztes Jahr beim Reis-Rodeo auf den Philippinen. Nur diesmal war er besonders kreativ. "Eigentlich wollten wir auf diesem coolen Bach im Sommer fahren," sagte Grubb. "Aber dann realisierten wir, dass es viel mehr Sinn im Winter macht, wenn man vom Wasser zu Schnee und wieder zurück springen kann."

Brian Grubb wakeskates Bosnia
Eine einfach Sequenz © Starealation/Andreas Mohaupt

Die Berge von Bjelasnica, 25 km von Sarajevo und Austragungsort der olympischen Winterspiele, waren der perfekte Ort für dieses Experiment. Der Studeni Potok (übersetzt: eisiger Bach) wird von den Einheimischen Drachenschwanz genannt, der angeblich in der Erde zurück gelassen wurde, als sich das mystische Biest ins nächstgelegene Dorf geschleppt hat.

Grubb und seine Freunde setzten sich ein zweimonatiges Zeitfenster, in dem sie ihr Projekt abschließen wollten. Anfang Januar war der Fluss zugefroren, aber im Februar war die Zeit reif. Trotzdem hatten sie mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Nachdem sie die Rails und Snowkicker aufgebaut hatten, machte ihnen ein Schneesturm einen Strich durch die Rechnung und sie mussten umziehen.

Brian Grubb wakeskates in Bosnien
Die Winde wird vorbereitet © Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool

Wie kalt war es? "Nicht so schlimm, wie ich dachte!" sagte Grubb. "Es war kalt, aber ich hatte eine tolle Ausrüstung. So lange wir uns bewegen, war alles ok. Wir befanden uns nicht häufig im Wasser." Die größte Herausforderung war die Geschwindigkeit. Brian brauchte mehr Speed, um auf dem Wasser zu bleiben und weniger Speed, um frische Lines im Schnee zu ziehen. Natürlich gab es einige Tiefschläge. Auch wenn Brian behauptet, ein Sturz im Schnee sei nicht so schlimm, ist ein Crash im Wasser wesentlich angenehmer. “Es ist zwar Powder, trotzdem wird es komprimiert," sagt er. "Aber klar, hat es sich nicht angefühlt, als würde man auf den Bordstein knallen."

Brian Grubb wakeskates in Bosnien
Sprung über den Bach © Starealation/Andreas Mohaupt

In den meisten Fällen konnte man mit einem einfachen Ollie zwischen dem Wasser und dem Schnee hin und her springen. In einigen Fällen musste man einen Ausgang shapen - kein Problem für einen erfahrenen Snowboarder. Hätte man auch die Lines mit einem Snowboard shredden können? "Ganz sicher," sagte Grubb. "Aber es geht darum, neue Wege zu finden, um im Schnee zu fahren. Zur Zeit geht der Trend zum Snowboarden ohne Bindung. Wir wollten Wakeskating aus seinem Sommer Element ziehen und es an einem neuen Ort einpflanzen. Der Winter hat dem Sport einen völlig neuen Look verpasst.

 

Brian Grubb wakeskates in Bosnien
Carven und Slarven © Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool
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