Das ist der Ultra-Trail am Ende der Welt

Hier ist der Grund, wieso das Ultra Fiord-Rennen durch Patagonien, das härteste Rennen der Welt ist.
Open Sky Foto Studio
Von Dominique Granger

Der Begriff „Ultra-Trail“ mag für das Ultra Fiord-Rennen eine leichte Untertreibung sein: für alle Teilnehmer, die Mitte April bei der ersten Ausgabe des Rennens in Patagonien dabei waren, war es eher eine Überfall als alles andere.

Stellt euch vor, ihr bereitet euch auf ein langes und natürlich anstrengendes Rennen vor, das in einer atemberaubenden Landschaft stattfindet, wie nur Patagonien sie bieten kann. Was euch dann aber erwartet, sobald das Rennen gestartet ist, sind Herausforderungen, über die ihr nicht ansatzweise nachgedacht habt.

Hier sind die Gründe, warum dieses neue Event eines der wildesten Ultra-Trail der Welt geworden ist…

Warum Ultra Fiord?

Das Rennen könnte kaum einen besseren Namen haben: es findet im mythischen Patagonien statt und der Kurs lässt die Läufer das Land der Fjorde entdecken - lange schmale Meeresarme, die durch die Erosion von Gletschern entstanden sind und eine Landschaft formen, in der dich hinter der nächsten Ecke ein Hobbit erwarten könnte.

Stjepan Pavicic, der Renndirektor, hatte zwei Ziele im Kopf, als er im letzten November anfing, das Rennen zu organisieren: das erste 160 Kilometer lange Rennen in Chile zu veranstalten und dem Rennen den Charakter von Patagonien zu geben.

Mehr Überfall als ein Ultra…

UltraFjord - eher Manöverübung als Trail © @Pauce

„Wir wollten einen Trail-Run schaffen und wir haben schnell gemerkt, dass es mehr als ein Trail war: es war eine Expedition, mit technisch schwierigen Passagen, in einer feindlichen Umgebung. Der Regen, das Eis, der Schlamm und der Schnee haben alle von uns langsamer gemacht”, sagt Sylvainne Cussot, die als Zweitplatzierte auf den 70 Kilometern ins Ziel kam. Beim letzten Mal schaffte sie die Distanz in sechs Stunden und fünfzig Minuten – dieses Mal brauchte sie die doppelte Zeit.

„Mein einziges Ziel war es, die Strecke in einem Stück zu laufen," fügt sie hinzu.“Viele Läufer unterschätzen das Rennen. Es ist schwierig, wenn du die Gegend nicht kennst, weil die Steigungen längst nicht die einzige Herausforderung sind: das Gelände ist genauso heikel wie das Wetter.“

Dieses POV-Video (aus der Sicht des Läufers) zeigt dir, wie wild Ultra Fiord werden kann.

Jeff Browning gewann das 100 Meilen Rennen in 24 Stunden 25 Minuten 39 Sekunden. Einige Wochen später teilte der Amerikaner das obere Video von seinem Rennen. Wie du sehen kannst, ist es richtig wild!

Schnell wechselndes Wetter

Dreckig © @Pauce

Die Läufer mögen überrascht gewesen sein, wie viele Kleidungsstücke auf ihrer Packliste für das Rennen aufgelistet waren…aber bei dem ständig wechselnden Wetter in Patagonien hatten sie keine andere Wahl – wenn man stundenlang allein durch die Wildnis läuft, ist Aussteigen keine Option.

Ja, Ultra Fiord ist schmerzhaft…

Eine wohl verdiente Pause © @Pauce

…sehr schmerzhaft!

Durchhalten © @Pauce

Schwieriger als jeder andere Ultra-Trail?

Nur 11 der 33 Teilnehmer haben bei diesem 160-Kilometer-Rennen das Ziel erreicht und die 6700 Höhenmeter zurückgelegt. Jeff Browning, der Gewinner auf dieser Distanz, schrieb in seinen Blog: „Das Gelände war wilder als alles, was ich in den letzten 15 Jahren, in denen ich Ultramarathons laufe, erlebt habe. Es war mein 21. Rennen über 160 Kilometer, aber dieser Kurs hat mich echt geschafft.“ Patagonien bietet atemberaubende und unglaubliche Landschaften, aber nicht um jeden Preis: du musst alles geben und einen hohen Preis bezahlen. Wenn es einfach wäre, würde es den Leuten nicht im Gedächtnis bleiben.

Diese Medaille bekommst du, wenn du beim UltraFjord das Ziel erreichst

Wie sieht die Zukunft des Ultra Fiord-Rennens aus?

Werden die Organisatoren beim nächsten Mal auf eine populärere oder eine noch extremere Version setzen? „Wir möchten das Rennen für die Läufer, die das Extreme lieben, populärer machen“, sagt Maximilien. Beim nächsten Mal werden wir sicher gehen, dass alle wissen, was sie erwartet: das Wetter, der Kurs, die Landschaft…. Aber selbst in einem solchen Rennen kannst du nicht verlieren: entweder du gewinnst, oder du lernst daraus.

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