So fährt man ein Rennen!

Mit 1.200 Windsurfern am Start ist Defi Wind die größte und spektakulärste Windsurf-Regatta der Welt
Von Josh Sampiero

Es wäre eine riesige Untertreibung, Defi Wind als einfaches Windsurf-Rennen zu bezeichnen. In den letzten 15 Jahren ist das Event zu einem der größten und spektakulärsten Ereignisse im Windsurf-Sport geworden. Wie groß? Über 1.200 Windsurfer fahren zur (fast) gleichen Zeit über die Startlinie. In diesem Jahr nahmen legendäre Windsurfer wie Jason Polakow und Bjorn Dunkerbeck am Rennen teil – und auch Talente wie Philip Köster und Lena Erdil feierten ihr Defi-Debüt.

Rennen gegen 1.200 Windsurfer in Frankreich

“Es ist total verrückt.” Diese Worte stammen aus dem Mund von Jason Polakow, einer der besten Windsurf-Allround-Talente der Welt. „Am Start passiert so viel – böiger Wind, unruhiges Wasser und dann musst du den Start timen – es ist alles andere als einfach!“

Ein normaler Start ist schon schwierig genug, aber der Start bei „Le Defi“ (wie die Franzosen das Rennen nennen) ist eine ganz andere Liga. Anders als bei einem üblichen Start mit einer Fahne oder einer Startpistole, müssen die Teilnehmer auf das „Rabbit Boat“ warten, denn erst wenn dieses an ihnen vorbeigezogen ist, dürfen sie die einen Kilometer lange Startlinie überqueren. Das Video oben zeigt euch, wie es funktioniert.

Eine ganze Menge Windsurfer auf dem Wasser

Das größte Windsurf-Rennen der Welt
Eine Menge Windsurfer © Jean Souville/Defi Wind

Also, wie schafft man den besten Start? Indem man schnell ist – und ganz weit vorne. „Das Wasser ist echt unruhig und die anderen Surfer nehmen einem den Wind“, sagt Lena Erdil, eine professionelle Windsurferin aus der Türkei. „Du versuchst, schon an der Startlinie Full Speed zu fahren und am besten vor allen anderen raus zu kommen – es ist einfacher, am Start vorn zu sein als von hinten wieder aufholen zu müssen!“

Action in der Wende

Das größte Windsurf-Rennen der Welt
Action in der Wende © JM Cornu/Defi Wind

Im Rennen wird es dann nicht einfacher. Der Kurs ist lang, fünf Abschnitte mit je 5 Kilometern, also insgesamt 20 Kilometer – dazu kommt der starke Tramontana-Wind. Die diesjährige Windstärke während des Rennens betrug durchschnittlich 30 Knoten, zeitweise wurde die 40-Knoten-Marke erreicht.

Starkwinde in Frankreich

Polakow nahm mit Freeride-Ausrüstung am Rennen teil und hatte eine Menge Spaß. Das Beste daran? „Zurück gegen die Strömung zu surfen war komplett verrückt – es kommen dir so viele Surfer entgegen und jeder ist so dermaßen schnell!“

Polakows Renn-Selfie

Alteingesessene Teilnehmer des seit 15 Jahren stattfindenden Rennens bestätigten, dass sie noch nie einen stärkeren Wind erlebt haben – tatsächlich wurden an einem Nachmittag Windstärken bis zu 70 Knoten (mehr als 100 km/h) am Ende des Rennkurses gemessen.

Das größte Windsurf-Rennen der Welt
Die Startlinie ist einen Kilometer lang © JM Cornu/Defi Wind

Und wer gewann das Rennen? Der französische Windsurfer Pierre Montefon, der in drei der vier Rennen als Erster über die Ziellinie fuhr. Lena Erdil sicherte sich einen Podiumsplatz bei den Damen und beendete unter harten Bedingungen als Drittplatzierte das Rennen.

Wie schafft man es, gegen 1.200 Windsurfer ein Rennen zu fahren? Nun, es ist möglich, aber wie das Rennen selbst, ist es nicht einfach – die Anmeldelisten für das Defi Wind-Event werden jedes Jahr länger. Du musst dich also früh entscheiden, um einen Platz auf der Start-Linie zu ergattern. Aber wenn du es geschafft hast und dabei sein darfst, wird es garantiert eine Erfahrung, die du in deinem Leben nicht vergessen wirst – und ausnahmsweise wirst du froh darüber sein, der Menge gefolgt zu sein.

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