Bernd Zangerl: Bouldern im Paznauntal

Bernd zählt zu den Weltbesten und hat mit dem Silvapark Galtür etwas ganz Besonderes geschaffen.
„Anam Cara“ bezwingen nur die Stärksten.
Von Thomas Wernhart

Silvapark Galtür, Tirol


Der Silvapark im Paznauntal ist Österreichs größtes Sommer-Bouldergebiet und mit dem Kinderpark, den Bernd Zangerl dort installiert hat, etwas einzigartiges in Österreich und sogar Europa. Im „Boulder Park“ sind 160 Boulder in acht Sektoren zu finden und Bernd liegt dieses Gebiet so am Herzen, dass er euch eine ausführliche Beschreibung mit Geheimtipps und Ratschlägen für den Besuch in seiner Westentasche gibt. Teilweise konnten die Felsen seit der Erstbesteigung durch Bernd nicht mehr auf derselben Route erklommen werden, das sollte doch anspornen.

Auch für weniger Erfahrene sind ansprechende Kurzrouten vorhanden und man benötigt lediglich Kletterschuhe und Matten – beides kann man in Galtür ausleihen.


Erreichbarkeit, Access

Ausgangspunkt ist die kleine Gemeinde Galtür im hinteren Paznauntal. Anreise entweder über das Montafon von Vorarlberg kommend, oder über Landeck, Innsbruck. Das Bouldergebiet ist mit dem Auto oder per Lift erreichbar. Die Boulder befinden sich mitten im Skigebiet, man kann sie gar nicht verfehlen.

In Galtür tun sich unzählige Möglichkeiten auf.


Level

FB.6a – Fb.8c
Im Silvapark gibt es für den Anfänger sowohl auch für den Spitzensportler ein großes Betätigungsfeld. Einzigartig im Silvapark ist der Boulderparkour den Bernd zusammen mit den Bergbahnen installiert hat. Der Park ist speziell für Kinder und Anfänger präpariert. Man kann direkt im Gebiet Matten ausleihen und an kleineren Bouldern seine ersten Kletterversuche starten. Zudem wurde das Absprunggelände mit Kies und Holzspänen ausgelegt und gesichert. Bernd veranstaltete an diesen Blöcken auch jedes Jahr das Schulbouldern.

Bernd nimmt die Jugend unter seine Fittiche. © Stefan Kuerzi / Red Bull Content Pool


Lieblings-Wand/-Route/-Boulder in der Gegend

  • Falsche Götter; 7C+ ; ( Sitzstart fb.8A+)
  • Krieger des Lichts, 8a
  • Supercrack, 7a
  • Britisch Airways, fb.8A
  • Shanghai Syndrom (7a+)
  • Indian Summer (6b+)
  • Golden Gate (8b)
  • Sunny Side Up (7b)
  • Kolibri 7c
  • Memento, 8b+


Vor- und Nachteile


Die Höhenlage vermittelt schöne Ausblicke und ein gutes Ambiente. Die Bedingungen im Sommer sind sehr gut, vor allem nach Regen trocknen die Felsen sehr schnell ab. Die leichte Erreichbarkeit ist ein weiterer Pluspunkt dieses Gebiets. Noch einmal hervorgehoben werden muss die Einzigartigkeit des Silvaparks – der eigens angelegte Boulderparkour für Kids und jene, die den Sport mal ausprobieren wollen, ist einmalig in Österreich und Europa. Ein Nachteil ist, dass im Frühling viel zu lange Schnee liegt und erst ab Mai oder Juni gebouldert werden kann. Die letzte Talfahrt für Boulderer um 17 Uhr ist leider auch zu früh.

 
Infrastruktur, Essen, Empfehlungen

Aufgrund des Wintertourismus ist die kleine Gemeinde Galtür infrastrukturmässig super ausgebaut und im Sommer findet man außerdem günstige Zimmer. Wer Campen bevorzugt, kann sich am Campingplatz Zeinissee einmieten. Außerdem wartet die Gegend mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot auf - im Kaffee des Alpinariums Galtür gibt es die feinsten Kuchen! Das Hotel Ballunspitze lädt am Abend zum exquisiten Steak und natürlich gibt es auch eine Pizzeria.

An den „restdays“ kann man indoor schwimmen gehen oder wer abgehärtet ist, holt sich im Zeinis Stausee eine schnelle Abkühlung! Fischen, Paragliden, Tennis, Wandern, alles was das Herz begehrt – wer es bis auf die Scheiben Alm oder Loreinalm schafft, kann dort die Käsespezialitäten probieren. Wer ganz abschalten will, macht einen Saunabesuch, Möglichkeiten für Physiotherapie gibt es auch.

Bei Schlechtwetter bietet das Alpinarium einen Boulderbereich und für Interessierte, auch immer faszinierende Ausstellungen zu alpinen Themen.


Beste Zeit zum Klettern, Crowd & Atmosphäre?


Sobald der Schnee weg ist kann bis zum ersten Schnee geklettert werden, was das Zeug hält- etwa von Mai bis Oktober. Das hochalpines Boulderambiente (1800-2100 m ü. M.) mit Blick über das Paznauntal und das Montafon bis in die Schweiz ist schon sehr beeindruckend! Die Crowd hält sich in Grenzen, weil das Gebiet recht weitläufig ist. Man findet immer einen ruhigen Platz zum Bouldern. Ein kleiner Tipp: Umso weiter rauf, umso schöner!

Bernd klettert „Shantaram“ in Norwegen.
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