Die 7 windigsten Orte der Welt

Von der Antarktis bis zum Mount Everest - es wird stürmisch, halt dich fest!
Von Josh Gale

Wind kann dir auf einer Klettertour sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegziehen oder er kann dein bester Freund beim Windsurfen sein – aber was macht den Wind so stark? In unserem Experten-Interview erfahrt ihr mehr über die windigsten Plätze der Welt.

1. Mount Everest, wegen der Jetstreams

Winde am Mount Everest  erreichen bis zu 225 km/h!
Winde am Mount Everest erreichen bis zu 225 km/h! © Dan Rafla/Aurora

Ort: Ganz oben
Winde: Schnelle Strahlwinde/ Jetstream

Stärke: 10

Es scheint selbstverständlich zu sein, dass es auf dem höchsten Berg der Welt windig ist, aber warum? Red Bull X-Alps-Athlet Honza teilt sein Fachwissen mit uns:“ Der Mount Everest liegt kurz unter der 9.000 Meter-Marke. Er ragt somit genau in die Zone hinein, wo der Jetstream zirkuliert.

„Der Jetstream zirkuliert nicht immer über derselben Stelle, also ist es möglich, einen ruhigen Tag am Gipfel zu erwischen. Im Mai gibt es ein bestimmtes Zeitfenster, das besonders geeignet ist für Gipfelbesteigungen, weil dann die Wahrscheinlichkeit am geringsten ist, dass einem der Jetstream über den Kopf prescht.“

2. Mount Washington, ein windiger Arbeitsplatz

Im Kampf gegen den Wind am Mount Washington
Im Kampf gegen den Wind am Mount Washington © Jose Azel/Getty Images

Ort: New Hampshire, USA
Winde: Ausgelöst vom gefährlichen, unberechenbaren Wetter
Stärke: 10

Hier wurde einer der stärksten Winde der Geschichte gemessen. Von 1934 bis 2010 konnten die 372 km/h Windgeschwindigkeit den Rekord halten, bis 2010 eine Windgeschwindigkeit von 408 km/h auf Barrow Island in Australien gemessen wurde.
Der Red Bull X Alps-Wetterexperte, Media-Meteorologe und Experte für Bergwetter bei Ubimet Clemens Teutsch erklärt, dass die Lage ein wichtiger Grund für den starken Wind ist.
Er erklärt: „Mount Washington liegt in der Presidential Range in den White Mountains und somit inmitten verschiedener Sturmtiefs. Es ist die Grenze für Westwinde und wird außerdem von verschiedenen Tiefdruckgebieten beeinflusst, die entlang der Küstenlinie entstehen. Mount Washington liegt zwischen kälterer Luft im Norden und wärmerer im Süden (Südwesten). All das zusammen führt dazu, dass einige Male im Jahr Winde in Orkanstärke dort beobachtet werden können.

3. Grussian, das Windsurf-Paradies (das Video unten zeigt euch, warum)

Wo: Aude, Südfrankreich
Winde: Heimat des Defi-Winds
Stärke: 7

Manchmal ist der Wind dein Freund, und dies gilt besonders für Windsurfer. Starke Winde ziehen diese Athleten magisch an und der Windsurf-Profi Jason Polakow zählt Gruissan in Frankreich zu einem der windigsten Plätze für diesen Sport.

Er sagt: „Ich bin gerade beim Defi Wind-Event in Gruissan, Frankreich, dabei gewesen und wir hatten dort Windstärken bis zu 78 Knoten. Ich würde sagen, dass dieser Ort einer der windigsten Surf-Spots der Welt ist."

4. Pistol River, der perfekte Spot für große Jumps

Windsurfing bei Pistol River in den USA
Windsurfing bei Pistol River in den USA © Levi Siver

Wo: Oregon, USA
Winde: Großartig zum Windsurfen
Stärke: 7

Pistol River liegt in Curry County, Oregon und ist ein beliebter Spot für Windsurfer, die es auf hohe Sprünge abgesehen haben. Dieser Ort ist so gut, dass sogar die American Windsurfing Tour das Pistol River Wave Bash ins Leben gerufen hat, das jedes Jahr im Juni stattfindet.

Der Red Bull Windsurf-Athlet Levi Siver sagt über seinen Lieblingsspot: „Seine Abgelegenheit und Schönheit machen Pistol River zu einem meiner Lieblingsplätze. Nur wenige kommen mit der stürmischen See und dem kalten Ozean dort draußen klar, aber man sollte es schon allein wegen des großartigen Panoramablicks versuchen.
Dieses Foto entstand bei meinem Rekord für den höchsten Windsurf-Sprung – nur ich und der gigantische Ozean – es war eine fantastische Session.“

5. Patagonien – Wind am Ende der Welt

Der Wind hat Kraft in Patagonien
Der Wind hat Kraft in Patagonien © Mark Shenley/stillpictures

Wo: Am Ende Südamerikas
Winde: Roaring Forties (Donnernde Vierziger)
Stärke: 9

Das Ende Südamerikas ist berüchtigt für seine starken Winde, wie Honza erklärt: „Die südliche Hemisphäre ist in der Region von 40° bis 70° südlicher Breite fast ausschließlich vom Ozean bedeckt. Einige wenige Ausnahmen bilden Tasmanien, die Südinsel Neuseelands, Patagonien, die Antarktische Halbinsel und ein paar verstreute Inselchen.
„Vorherrschende Westwinde werden stärker, je südlicher wir kommen. Diese Winde werden „Roaring Forties (Donnernde Vierziger), Furious Fifties (Wütende Fünfziger) und Screaming Sixties (Schreiende Sechziger) genannt.
„Kap Hoorn liegt auf 56° südlicher Breite am nördlichen Ende der Drakestraße. Abgesehen davon, dass auf diesem Breitengrad die Winde generell schon sehr stark sind, werden sie an der Südspitze Amerikas wie durch einen Trichter noch beschleunigt.

6. Antarktis, eisig und windig

Ein Pinguin kämpft gegen den extremen Wind in der Antarktis
Stark bleiben! Ein Pinguin in der Antarktis © Michael Nolan/Getty Images

Ort: Ganz unten auf unserem Planeten
Winde: Eisige Fallwinde
Stärke: 10

Die Antarktis zieht die stärksten Winde auf Mutter Erde an, einfach weil davor keine Landmassen sind, die sie bremsen können, bevor sie auf die Antarktis treffen. Als der australische Seefahrer Douglas Mawson die Commonwealth Bay erkundete, musste er gegen Winde mit über 320 km/h Geschwindigkeit ankämpfen!

„Aufgrund eines sehr dicken Eisschildes befindet sich der Südpol auf einer Höhe von 2.800 Metern“, erklärt Honza. „Diese Schicht fällt zunehmend in Richtung Meeresspiegel der antarktischen Küsten ab. Kalte, abfallende Oberflächen entwickeln eisige Fallwinde. Über große Entfernungen können diese in Gegenden, in denen sie zusammenströmen, Geschwindigkeiten von bis zu 25 Metern oder mehr in der Sekunde erreichen.

7. Tornado Alley, Kansas

Tornado Alley in Kansas ist ein windiger Ort zum Leben
Tornado Alley, Kansas © Jim Reed

Ort: Tornado Alley
Winde: Zerstörerische Wirbelwinde
Stärke: 10

Beim Zauberer von Oz hatte Dorothy Glück, als ein riesiger Wirbelsturm über ihr Haus fegte. Doch die Realität im amerikanischen Tornado Alley sieht natürlich anders aus, weniger schön. Deswegen haben die meisten Leute, die hier wohnen, Bunker unter der Erde...

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