Winchelroute Tag 4 – Drops an der Steinbacher Wehr

Stopp 4 auf Dominik Hernlers Tour durch Österreich war eine Geduldsprobe mit Happy End.
Blind und mit Highspeed. © Sam Strauss
Von Dominik Hernler

Dominik Hernler hat sich ein ganz besonderes Projekt ausgedacht und nimmt euch auf eine Wakeboard-Expedition der besonderen Art mit. Für eine Woche wird der Kärntner täglich einen Spot in Österreich zu seinem Spielplatz machen und euch mit Fotos, Clips und Updates versorgen. Einen Überblick über die gesamte Route und alle Stopps verschafft ihr euch HIER.


Nach unserem „day off“ und einer ausgelassenen Skatesession konnte ich es kaum erwarten, wieder ins Wasser zu kommen und die nächsten Spots in Angriff zu nehmen. Bei meinen Besichtigungen, die ich im Vorfeld angestellt habe, stellte sich die Steinbacher Wehr in Oberösterreich als ein kleines Juwel heraus und als wir dort die Winch installierten, war meine Vorfreude riesig – ich konnte es kaum erwarten, dort mit dem Wakeboard Gas zu geben. Alles war im Detail geplant, doch dann kam die Ernüchterung: wir hatten keine Genehmigung!

Nach Stunden des Wartens entschieden wir uns noch einen weiteren Spot auszuchecken. Eine alte, schon etwas verfallene Wehr mit wunderschönem klaren grünen Wasser war unser Ziel und ich wurde langsam ungeduldig, weil ich endlich loslegen wollte. Der Spot sah vielversprechend aus und im Kopf malte ich mir schon aus, was ich dort nicht alles machen konnte. Doch auch hier mussten wir mit trauriger Miene klein beigeben – wieder keine Genehmigung! Es war zum aus der Haut fahren, nun hieß es also Warten und Hoffen.

Die Zeit verlief und Stunde um Stunde verschlechterte sich die Stimmung der Crew. Jeder wollte das Ding durchziehen und war extrem motiviert, aber das Warten zehrte einfach an der Energie. Dann der erlösende Anruf! Wir hatten die Genehmigung und konnten endlich die Winch anwerfen und den Spot in Steinbach, dessen fetter Drop mich schon seit Wochen träumen ließ, fahren. Es war schon etwa sieben, als ich meinen ersten Ollie über die Betonledge in die „Landung“ setzte. Vom ersten Moment an fühlte ich mich wohl und war erleichtert, die Winchelroute um einen Stopp erweitern zu können.

Run für Run tastete ich mich an den Drop heran und kam immer besser mit der Schwierigkeit zurecht, dass man eigentlich nicht sieht, wo man hinspringt. Man rast mit Highspeed auf eine Betonmauer zu und weiß nicht, ob man zu schnell, zu langsam oder komplett aus der Richtung ist. Doch nach einiger Zeit hatte ich den Dreh raus und stellte feine Backside 180s in die Landung. Am Ende, kurz bevor uns das Licht ausging, gelang mir noch Frontside 270 to Frontside Boardslide in den Wasserfall und der Tag war gerettet. 90% Warten, 10% Wakeboarden – aber diese zehn Prozent haben sich ausgezahlt.

Als nächster Stopp ist Purgstall an der Erlauf in Niederösterreich geplant und wir hoffen dort schneller die Bewilligung zu bekommen. Die Marktwehr sieht super spektakulär aus, aber es wird nicht leicht werden, dort offiziell ins Wasser zu gehen. Plan B ist, nach Forchdorf zurück zu fahren, und dort die Limits noch einmal ein bisschen zu pushen.

Das nächste Update kommt in Kürze! Bis dann!

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