Red Bull 5 Blocks: Die auserwählten Highballer

Diese elf Athleten stellen sich der Herausforderung – wir präsentieren ihre besten Highballs.
Red Bull 5 Blocks – es kann los gehen. © Gianluca Bosetti
Von Thomas Wernhart

Die Red Bull 5 Blocks starten am 6. August 2015 und einige der besten Kletterer kommen in Galtür zusammen, um sich im Silvapark fünf speziellen Herausforderungen zu stellen. In 2er-Teams müssen fünf Highballs bezwungen werden, wobei bei diesen hohen Boulderproblemen auf jegliche Sicherung verzichtet wird – höchste Konzentration und fehlerloses Klettern ist also Pflicht. Bernd Zangerl legt als Mastermind und Silvapark-Local den Athleten richtig große Steine in den Weg.


Rustam Gelmanov (RUS)

Rustam Gelmanov „highballing“ in Krasnoyarsk.

Rustam Gelmanov wurde in Kasachstan geboren und ist seit seinen ersten Kletterversuchen süchtig – die Liebe zum Sport und seine außergewöhnlichen Trainingsmethoden haben ihn in kurzer Zeit zu einem der besten Boulderer der Welt gemacht und ihm eine Menge Trophäen eingebracht. Obwohl er seit ein paar Jahren in den Niederlanden wohnt, kehrt er manchmal in seine Heimat zurück, um den dortigen Highballs einen Besuch abzustatten: „Die Felsen in Krasnoyarsk, Sibirien, sind für mich wie ein Stück Kunst – wunderschön und einmalig. Jede Begehung erfüllt mich mit Lebensenergie und alleine den Stein zu berühren macht etwas unglaubliches mit mir. Warum ich mich diesen Gefahren aussetze? Es ist die einzige Möglichkeit Dinge zu erleben, die man sonst nie erleben würde.”
 

Guntram Jörg (AUT)

Gu beim First Ascent von „Ill Thrill“ 7C+. © Dominik Hadwiger

Guntram Jörg wurde 1988 in Bregenz geboren und obwohl er sehr spät zum Klettern kam, erkannte er schnell, dass er sich ein Leben mit Schreibtischjob und Alltagstrott nicht vorstellen könne. Der Sport bot ihm die Möglichkeit aus der Gesellschaft auszubrechen, zu reisen und sich selbst zu verwirklichen - so verbringt er immer noch so viel Zeit wie möglich am Felsen. Immer wieder versucht er auch die Limits im Highballing zu pushen und dafür bietet auch Österreich gute Möglichketen: “Ill Thrill” ist einer meiner Lieblings-Blöcke in Österreich und an Schönheit kaum zu übertreffen. Er steht direkt auf dem Golfplatz von Partenen und genau davor ist ein Loch. Als ich den Boulder erstbeging, war es für die Golfer natürlich nicht mehr all zu leicht ihre Bälle unter notwendiger Konzentration zu versenken.”


Domen Skofic (SLO)

Domen Skofic lässt diesmal das Seil zu Hause.

Domen Skofic hat schon früh im Kletterzirkus auf sich aufmerksam gemacht und ist in jungen Jahren zum World Youth Champion und European Youth Champion gekrönt worden. “Lead” Klettern ist sein Metier, doch auch Outdoor fühlt sich der Slowene wohl und kann mit Begehungen von 9a+ Routen und 8b+ Boulderproblemen aufwarten. Trotzdem wird der Red Bull 5 Blocks etwas ganz Neues für ihn sein: “Ich haben mich noch nie wirklich an Highballs versucht, mein Ding waren immer Wettkämpfe – aber ich freue mich extrem auf die Herausforderung und den Event.“
 

Alex Megos (GER)

Alex atbeitet hart an „Licid Dreaming“.

Alex Megos hat sein Leben seit frühester Kindheit dem Klettern gewidmet und seitdem viel erreicht. Neben den härtesten Boulderproblemen der Welt hat er 2014 auch die 8c Route „Fly“, die über 20 Seillängen geht, bezwungen und so eine der schwierigsten Big Wall Climbing Routen abgehakt. Sein härtestes Highball-Projekt war "Lucid Dreaming" (8C/V15) in Kalifornien, für das er elf Tage gebraucht hat: „Lucid Dreaming war für mich sehr speziell, nicht wegen der Höhe des Boulders, sondern wegen der drei Moves, die mir elf ganze Tage kosteten – das war eine persönliche Sache! Als ich endlich im oberen Teil angekommen war, bemerkte ich, dass der Boulder nass war und ich kaum Halt hatte. Ein Freund warf mir dann einen Chalkbag zu, um die Griffe zu trocknen und das Problem zu lösen – eine Erfahrung, die ich ein Leben lang nicht mehr vergessen werde.“


Ned Feehally (UK)

Ned Feehally klettert Careless Torque. © Nick Brown

Ned Feehally ist wohl Englands bester Kletterer und hat sich in der Wettkampfszene einen Namen gemacht – doch bald erkannt er, dass er sich in der Natur weit wohler fühlt und sein Potential viel besser abrufen kann. Die Möglichkeiten Outdoor waren für ihn schier unerschöpflich und so kam es auch bald, dass er sich dem Highballing widmete: “Careless Torque ist mein Lieblings-Spot in England – die Line, die Moves, die Höhe, die Location und die Geschichte machen ihn, zu dem besten Problem, das ich je gemacht habe
„Careless Torque" wurde 1987 von Ron Fawcett erschlossen und wenn man bedenkt, wie schwer die Line ist und dass Bouldermatten erst zehn Jahre später kamen, ist das sehr beeindrucken.“


Niccoló Ceria (ITA)

Niky bezwingt Shosholoza 8A in den Rocklands. © Nils Favre

Niccolò “Niky” Ceria ist am Fuße der italienischen Alpen in Gattinara aufgewachsen und ist ein Boulderer, wie er im Buche steht. Er konzentriert sich voll und ganz auf diese Disziplin. In den letzten Jahren bereiste der den ganzen Planeten und widmet sich den härtesten Problemen und das mit Erfolg: “Ich denke es gibt einige Boulderprobleme, die man einfach gemacht haben muss. Schönheit, Geschichte und natürlich auch die Schwierigkeit sind auschlaggebend und Shosholoza in den Rocklands in Afrika ist für mich persönlich so ein Spot. Er ist einer der Boulder, die ich schon über Jahre machen wollte und als dann der richtige Moment gekommen war, hatte ich unglaubliche Glücksgefühle als ich das Top machte.”


Anthony Gullsten (FIN)

Der Finne trotz der Kälte.

Der Finne Anthony “Andy” Gullsten fühlt sich beim Bouldern am Wohlsten und verfolgt diese Leidenschaft seit frühester Kindheit. Bis dato stehen fast dreißig abgeschlossene Projekte mit einem Schwierigkeitsgrad zwischen 8B und 8B + zu Buche und der 23-Jährige hat noch viele fruchtbare Jahre vor sich. Auch vom Highballing ohne Sicherung in luftigen Höhen fühlt er sich angezogen und ist immer auf der Suche nach neuen, interessanten Projekten: “Was diesen Boulder in Spanien so interessant machte, war die gesamte Szenerie: Es war irre kalt, am Top lag noch Schnee und ich hatte keine Chance vorher die Lösung auszuchecken – ich musste von unten nach oben, ohne zu wissen, was mich in der Höhe erwartet. Ich glaube, ich hatte in meinem Leben noch nie so Angst, auf der anderen Seite, fühlte ich mich noch nie so lebendig.“


Sachi Amma (JPN)

Sachi Amma on top of „Center Direct“ V14

Sachi Amma prägt Klettern in Japan und geht raus, um Geschichte zu schreiben. Klettern hat sein Leben verändert und tut es immer noch, da er von Tag zu Tag sieht, was er in seinem Leben erreichen kann. Und nicht nur in seiner Spezialdisziplin „Lead“ auch der ein oder andere Highball gehört dazu: „Dieser Highball ist meine größte Errungenschaft in dieser Kletterdisziplin bis jetzt. Wir waren im März 2015 Bishop in den Buttermilk Mountains unterwegs und ich musste mich einfach überwinden und diese Line probieren. „Center Direct“ V14 ist durch seine Höhe ziemlich einschüchternd und da ich vorher noch nie so einen mächtigen Highball geklettert bin, war die Anspannung enorm – ganz anders als in meiner Paradedisziplin dem Lead, wo ich mich am Wohlsten fühle. Ich denke, ich muss nicht extra sagen, dass das Gefühl nach der Begehung, einfach dort oben zu stehen, mit nichts anderem vergleichbar ist!“
 

David Firnenburg (GER)

Fallen verboten - "Sunset in Prilep“

David Firnenburgs Paradedisziplin ist “Lead”, doch der Deutsche ist nicht nur in der Halle unterwegs, auch am Fels fühlt er sich wohl und findet dort Auflockerung und Motivation für die Wettkämpfe: „Während des Petzl RocTrips waren wir unterwegs, um nach gut aussehenden Boulderblöcken Ausschau zu halten und dabei fanden wir diesen Block. “Sunset in Prilep" (7C+) ist durch seine Höhe von circa acht Metern und dem Landing im Schlüsselstellenbereich besonders. Da liegt ein recht großer Block unter der Kletterlinie und wenn man fällt, macht man einen "Zwei-Stufen-Fall". Das heißt zuerst zwei bis drei Meter auf den Block und dann weitere zwei Meter auf den eigentlichen Boden. Die Kletterei selbst ist extrem cool, mit weiten Zügen an Seitgriffen und Leisten. Wir probierten den ganzen Tag und Gegen Abend, als alles fertig war, gelang mir mit Unterstützung einer ganzen Reihe von Spottern, unter lautem Anfeuern und Geschrei schließlich die Erstbegehung dieser atemberaubenden Linie. Alles in allem eine Traumlinie mit "Bitter-Side-Effect". Hat nicht etwas Verlockendes immer einen Haken?“


Giuliano Cameroni (CH)

Die Erstbegehung von „Kingda Ka” 8A+.

Giuliano Cameroni ist der jüngste Teilnehmer im Feld und die Szene wundert sich immer wieder, wie schnell der Junge besser wird. Mit Highballs hat er noch wenig Erfahrung, doch man kann sicher sein, dass er mit vollster Motivation ans Werk gehen und die Leute begeistern wird. Nach einem Trip nach Kalifornien, kam der 17-Jährige mit einer Empfehlung für alle Kletterer zurück: „White Rastafarian" in Joshua Tree ist ein sehr beliebtes Problem, hat mir extrem Spaß gemacht und meinen Hunger geweckt, in Zukunft noch mehr Highballs zu klettern. Wichtig für mich war aber auch „Kingda Ka” 8A+ am Gotthardpass – die kleinen Griffe haben ihre Tücken.“


Bernd Zangerl (AUT)

Bernd Zangerl (AUT)

Der Mastermind der Red Bull 5 Blocks lädt in seine Heimat ein und stellt die geladenen Athleten vor aufregende Herausforderungen, die ihn in den letzten Jahren schon beschäftigten und an die Grenzen brachten. Bernds neuestes Projekt war “29Dots” : “Ich traf die Entscheidung diesen Highball zu klettern nach langem Nachdenken – dann packte ich zwei Crashpads ein, nahm einen tiefen Atemzug und kurze Zeit später hatte ich die Erstbegehung von „29dots“ geschafft. Mein härtester Brocken in meiner bisherigen Karriere, auf den ich sehr stolz bin.”


Mehr Infos gibt’s es auf unter Red Bull 5 Blocks und auf Facebook im Redbull.com Adventure Channel


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