TOP TO BOTTOM: Stubaital – das musst Du tun!

Die schönsten Höhenmeter, die geilsten Tiefenmeter: Das gilt es im Stubaital zu tun!
Da geht’s lang im Stubai. © Patrick Ribis
Von Sissi Pärsch

Das Stubaital verläuft südwestlich von Innsbruck 35 Kilometer hinein bis zum vergletscherten Alpenhauptkamm. Hier ist selbst die Handwerkskunst auf Spot geeicht: Die Marke AustriAlpin produziert im Tal ihre komplette Kletterware. Was im Stubaital auf welcher Höhe zu tun ist sagen uns Local Freeride-Guide Patrick Ribis und Bergführer Christian „Picco“ Piccolruaz.

3.500 m Höchster Gipfel, tiefster Powder

Das Zuckerhütl ist der höchste Stubaier Berg, eingebettet in den Sulzenau Ferner. Abseits der viel begangenen Standard-Skitourenroute über das Pfaffenjoch gibt es noch jede Menge lohnendes Terrain. Das Highlight von Bergführer Patrick Ribis: „die Befahrung direkt zur Grawa Alm mit 2.000 m Abfahrt bei nur 700 m Aufstieg.“ Der Berg gehört aber sicher nicht zu den leichtesten Skitouren. „Am Gipfel hat man eine Kletterei im 2.Schwierigkeitsgrad, aber wenn du dann am Kreuz stehst, hast du eines der schönsten Bergpanoramas des Landes. Die Abfahrt geht über den Sulzenau Ferner (wir sagen „Sulzaua“) – ein Wahnsinn für erfahrene Freerider, aber wirklich nicht ohne... Dann geht’s über die gewaltigen Gletschermoränen entlang des Talbodens zur (im Winter geschlossenen) Sulzenau Hütte. Der folgende Talkessel ist der skitechnisch anspruchsvollste Teil, weil es über fragile Eisgebilde geht. Dann geht’s über einen ebenen Teil auf eine lange und steile Querfahrt und nach einem kleinen Gegenanstieg geht’s zur Grawa Alm samt Brotzeit.“

3.333 m – Stürzen verboten

Die Schaufelspitze ist eine Freeride Extrem Klassiker mitten im Skigebiet vom Stubaier Gletscher und die ambitionierten Steilwandfahrer zieht’s in die Ostflanke. Mit der Bahn geht’s hoch zum Top of Tyrol und von dort sind es nur noch 200 Höhenmeter zum Gipfel – „aber steil ist es über die Westseite hinauf,“ sagt Patrick. Und steil ist es auch bergab: „Nix für Weicheier. Die ersten 100 Meter herrscht absolutes Sturzverbot, eine sogenannte „No Fall Zone“, dann geht’s steil und spaltenreich weiter.“ Noch ein Tipp von Patrick: „Einkehren in der Dresdner Hütte, auf der Terrasse in die Liegestühle platzieren und von da die eigenen Spuren anschauen.“

2.147 m – Hütten-Basislager

Ein Traum von Basislager. © Patrick Ribis

Als „gewaltige Hochtour mit sensationellem Hüttenflair“ beschreibt Patrick die Tour vom Stubaier Gletscher über den großen Sulztalferner Richtung Amberger Hütte, weiter hinan über den Schwarzenberg Ferner zur Wildgrat Scharte und dann über den Alpeiner Ferner zur Franz Senn Hütte. „Du hast eine Bilanz von 3.200 Tiefenmetern bei 1.200 Höhenmetern! Außerdem bleibt man am Besten gleich auf der Franz Senn Hütte und macht am nächsten Tag noch eine Tour. Sie ist der perfekte Ausgangspunkt und auch als Ausbildungsstützpunkt sehr beliebt – und top bewirtschaftet!“ Hoch geht’s mit der Gondel und dem Schlepplift zur Daunscharte auf 3.156 m, dann hinab zur Sulze auf (2.160 m), auffellen zur Wildgratscharte (3.180 m), hinab zur Franz Senn Hütte (2.147 m) und von dort zur Seduckalm (1.500 m).

1.600 m – Chief an der Männerwand

Picco bei der Erstbesteigung von Chief Pinnis. © Peter Manhartsberger

Das Pinnistal ist eigentlich eher als Eiskletter- und Mixed-Kletterparadies bekannt, aber seit Sommer 2015 gibt es hier an der Männerwand eine alpine Sportkletterei. „Chief Pinnis“ wartet mit 5 Seillängen und Schwierigkeiten bis 8- auf. Es dominiert steile Wandkletterei an unzähligen Slopergriffen im gelben Fels. Warum Bergführer Picco die Route empfiehlt? „Die fast senkrechten, schwarzen Platten bieten raue Reibungskletterei vom feinsten!“ Und außerdem hat er sie selbst eingebohrt...
„Ich bin von oben in die Wand, suchte die leichteste Linie im besten Fels und installierte über eine Woche Seile, bohrte die Route, putzte und probierte.“

1.500 m – Die Hexe neben Schneewittchen

Picco klettert die Hexe. © Christian Piccolruaz

Im hintersten Stubaital befindet sich nahe der beliebten Grawa Alm (mit dem eindrucksvollen Grawa-Wasserfall) der Grawa-Eisgarten. Auf einer Breite von ca. 500 Metern gibt es bis zu sechs Seillängen lange Eisklettereien und Mixed-Touren. Picco erklärt: „In den 90ern hat Andreas Orgler hier eine Vielzahl von Sachen erstbegangen, die heute richtige Klassiker sind. Ich bin in den letzten Jahren einige Mixed-Climbs erstbegangen. Mein Highlight ist die „Bese Hexe“, eine moderne Mixed-Tour im Schwierigkeitsgrad M9+, die sich gerade mal 50 m rechts des Klassikers „Schneewittchen“ befindet.“

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