Marcel Hirscher: „Am Dopplersteig kriegst Muckis“

Im Bergwelten-Interview verrät Marcel Hirscher, wo er sich den Ausgleich zum Weltcupzirkus holt.
Marcel Hirscher im Talk. © Stefan Illek
Von Thomas Wernhart

Österreichs Skistar Marcel Hirscher, der sich vor Kurzem mit seinem fünften Gesamtweltcupsieg in Serie einen weiteren Eintrag in den Geschichtsbüchern verdient hat, hat klarerweise einen ganz speziellen Bezug zu den Bergen. Der Salzburger ist auf der Alm aufgewachsen und durfte von Kindesbeinen an die Berge sein zu Hause nennen – heute holt er sich in den kalten Monaten im Weltcup einen Sieg nach dem anderen und auch im Sommer lassen ihn die Berge nicht los. Im Bergwelten-Interview verrät er seine Lieblingstour, wo er am liebsten einkehrt und wie er es mit dem Einhalten der beschilderten Wanderwege hält.

Bergwelten: Wann warst du zum letzten Mal in den Bergen, ohne dass es etwas mit Skitraining zu tun hatte?

Marcel Hirscher: Im Spätsommer war ich mit Freunden wandern. Wir sind in den Gosaukamm – zwischen Filzmoos und meinem Heimatort Annaberg im Lammertal – hineingegangen und in der Mahdalm eingekehrt. Die ganze Gipfelrunde dauert acht Stunden, das ist mir persönlich zu lang – aber einen Teil davon gehe ich immer wieder gerne.

Und wann zum ersten Mal?

Mit ein paar Monaten. Ich bin auf der Alm aufgewachsen und habe den Großteil meiner Kindheit in den Bergen verbracht, später auch in der Schutzhütte meiner Eltern mitgearbeitet.

Hast du eine Lieblingshütte?

Die Mahdalm kann ich sehr empfehlen, aber meine Lieblingshütte ist die Stuhlalm, unterhalb der Bischofsmütze, die meine Eltern 20 Jahre lang geführt haben.

Und ein Lieblings-Hüttenschmankerl?

Eine gute Brettljausn. So etwas gibt’s in meinem Sportleralltag nur selten – auf das freue ich mich vorher immer schon. Das ist meine Belohnung fürs Wandern.

Bedeuten Berge für dich Heimat?

Definitiv. 14 Tage am Meer zu sein ist super, aber das Heimweh packt mich dann doch immer wieder. Wenn ich von München Richtung Österreich fahre oder beim Landeanflug in Salzburg die Berge sehe, geht mir jedes Mal das Herz auf. Da denke ich mir: Boa, gewaltig. Und ich spüre: Da komme ich her und gehöre auch hin.

Mit Biss zum Erfolg © Erich Spiess/ASP/Red Bull

Verrätst du uns deine Lieblingswanderroute?

Zumindest einmal im Jahr gehe ich die Untersbergtour über den Dopplersteig – das muss einfach sein. Glaub mir, da kriegst du Muckis!

Folgst du immer den Wegweisern oder nimmst du auch gerne Abkürzungen?

In Gegenden, in denen ich neu bin, folge ich brav jedem Wegweiser. Den Stress, sich zu verirren, tue ich mir nicht an. Zuhause kennt und nutzt man natürlich so manche Abkürzung.

Irgendwann, nach dieser großartigen Saison, wird sich wieder mal ein Urlaub ausgehen. Verbringst du den lieber am Meer oder in den Bergen?

Ich suche immer beides auf einmal – den Kontrast. Das heißt, wenn ich in Kanada am Pazifik urlaube, gibt es einen Heli-Skiing-Ausflug dazu.


Das ganze Interview des frisch gebackenen fünffachen Gesamtweltcupsiegers findest du HIER online im Bergwelten Magazin.

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