Neuer Weltrekord: 1 Kilometer auf der Slackline

Unglaublich: Der Franzose Nathan Paulin hat seinen bisherigen Weitenrekord verdoppelt!
Von Josh Sampiero / Astrid Heinz

Extrem-Slackliner Nathan Paulin hat sich wieder einmal selbst übertroffen und einen neuen Weltrekord aufgestellt! Gemeinsam mit seinem Kollegen Danny Menšík ist er in Aiglun (Frankreich) einen ganzen Kilometer weit über eine tiefe Schlucht balanciert.

Wir haben das Video! Es gilt: Dieser Weg wird kein leichter sein...


Zuerst ging es mal bergauf

Nathan Paulin, Danny Menšík und ihre Freunde © Pierre Chauffour

Um den Ort des Geschehens im berühmten Klettergebiet Aiglun zu erreichen, musste das Team zuerst vier Kilometer weit bergauf klettern und rund 500 Höhenmeter überwinden. Mit dabei die Ausrüstung – 80 Kilo schwer, aufgeteilt auf drei Rucksäcke.

Die Line wurde schließlich zwischen dem Paroi Dérobée und dem Créte de Mont Mal, hoch über dem Fluss La clue d’Aiglun, gespannt. Acht Leute und eine Drone waren zwei Tage lang damit beschäftigt, diese zu installieren.

Assistenz aus der Luft

Diese Drone assistierte den Burschen © Pierre Chauffour

Für die Seilführung über die Schlucht verwendete das Team eine Drohne. Zuerst wurden mehrere dünne Angelschnüre gespannt, über die dann ein 4 Millimeter-Seil aufgezogen werden konnte. Wenn wir uns nicht verrechnet haben, dann macht das etwa 5.000 Meter Seil und Schnur – wahrscheinlich auch ein Rekord.

„Mit der Drone konnten wir eine Schnur in nur acht Minuten spannen“, sagt Danny. „Wenn Menschen das zu Fuß gemacht hätten, dann hätte das Tage gedauert.“ Die Angelschnüre zu spannen, war aber noch der einfachere Teil. Das Seil über der windigen Schlucht aufzuziehen, gestaltete sich da schon etwas schwieriger. Ganze fünf Stunden war das Team dann nur damit beschäftigt.

Die Angelschnur wird „ausgeworfen“

 

Zuerst wurden Angelschnüre gespannt © Pierre Chauffour

Die fertige Line war beeindruckende 1.020 Meter lang und die höchste Stelle lag 600 Meter über dem sicheren Erdboden.

„Du musst die ganze Strecke lang hochkonzentriert sein“, so Nathan. „Am härtesten wurde es zum Schluss. Ich dachte ich wäre schon so nahe am Ziel, war aber noch 200 Meter entfernt.“ Einen Tag nach Nathan wagte auch Danny das Experiment und war erfolgreich.


Blowing in the wind

Danny kämpft sich durch die windige Schlucht © Pierre Chauffour

Eine Stunde und 15 Minuten lang war Nathan unterwegs, um diesen einen Kilometer (barfuß) zurückzulegen. Normalerweise braucht man bei flottem Tempo etwa 10 bis 15 Minuten für dieselbe Strecke. Danny brauchte bei seinem dritten Versuch sogar nur 40 Minuten.

Im Video sieht man deutlich, wie sich die Line im Wind bewegt – was aber sogar hilfreich sein kann, weiß Danny: „Ein leichter, gleichmäßiger Wind hilft, die Line zu stabilisieren. Nur wenn er zu stark wird, dann wird aus der Line eine Viper.“

Was kann da jetzt noch kommen?

Nathan Paulin ist ein Punkt in der Landschaft © Pierre Chauffour

Dieser Rekord wird wohl nicht so schnell gebrochen werden! Wir wollen zum Schluss also wissen, was da jetzt noch kommen kann? „Wir haben unsere persönlichen Rekorde gerade verdoppelt. Es wird in Zukunft also nicht mehr um Distanzen gehen, sondern darum, unglaubliche neue Orte zu finden.“ Wir sind gespannt!

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