Kraxln für alle - Klettersteige für Groß und Klein

Ein bisschen Adrenalin und ein ganz besonderes Erlebnis für die ganze Familie.
Spaß in den Bergen. © photo-austria.at/Hans-Peter Steiner
Von Thomas Wernhart

Die meisten Kinder lieben es, zu kraxeln und das nicht nur im eigenen Garten. Nicht nur den frische Luft tut jedem in der Familie bei einem gemeinsamen Ausflug in die Berge gut, sondern so ein Familienabenteuer schweißt zusammen und verhilft den Kids zu einem gesteigerten Selbstvertrauen. Wichtig ist, dass man die Sache richtig angeht und schon ein kleiner Fehler tragisch Enden kann.
An erster Stelle steht die Sicherheit und eine Eins-zu-Eins-Betreuung ist der erste Schritt, dem Kind eine bei den ersten Versuchen zu unterstützen und das Risiko, besonders bei schwierigeren Passagen,zu minimieren. Außerdem kann man so auf das Kind gut eingehen und den Tag zu einem Erlebnis, bei dem auch jede Menge gelernt werden kann, zu machen. In der Regel gilt, dass man mit Kindern Klettersteige mit einem maximalen Schwierigkeitsgrad B begehen sollte, die 500-Höhenmeter-Grenze nicht überschreitet und nicht mehr als vier Stunden Gehzeit benötigt – diese groben Anhaltspunkte sollte man beachten, was aber auch bedeutet, dass es immer noch von den Fähigkeiten des Kindes abhängt, wie weit man gehen kann. Wir haben ein paar Klettersteige in Österreich die das Prädikat „kinderfreundlich“ tragen und auf denen groß und klein ihren Spaßhaben können.


Steiermark: Kali-, Kinderklettersteig

Kali, Kala und Kalo laden in der Ramsau, oder besser im Ramsaurierland, zum abenteuerlichen Klettererlebnis speziell für Kinder. Von der alten Ramsauer Getreidemühle bis zum Kinderberggipfel führen drei kindergerecht abgesicherte Klettersteige im Schwierigkeitsgrad A bis zum Gipfelkreuz. Der Klettersteig ist sehr gut mit einem durchgehendem Stahlseil versichert und wer die schwierigeren Stellen auslassen möchte, hat die Möglichkeit, diese auch zu Umgehen. Kali ist der leichteste der drei Klettersteig, Kala und die neueste Bereicherung Kalo,erfordern etwas mehr Können und Muskelkraft. Und auch der Abstieg kann sich sehen lassen. Mit dem Flying Fox geht es nach den Strapazen wieder runter vom Berg und wer nicht genug hat, kann gleich den nächsten der drei Wege in Angriff nehmen. Unter www.ramsau.com findet man alle Infos.

Statte Kali, Kala und Kalo einen Besuch ab.

Niederösterreich: Vogelbergsteig

Die abwechslungsreiche Strecke über den Vogelbergsteig hinauf zur Burgruine Dürnstein zählt zu den schönsten in der Wachau und ist für die ganze Familie geeignet. Der 564 Meter hohe Schlossberg lockt mit einer wunderschönen Aussicht und am „Gipfel“ angelangt, kann auch noch die Starhembergwarte besichtigen. Der Steig führt durch den lichten Wald über Stock, Stein und Wurzeln und und die im letzten Drittel etwas ausgesetzter über eine Granitplatte und durch Felsen hindurch. Die zwei ausgesetzten Stellen sind mit Drahtseilen gesichert und diese sollte man mit kleinen und nicht trittsicheren Kinder nützen – ansonsten reicht normale Wanderausrüstung für die 30-minütige Besteigung des Schlossberges.

Das herrliche Panorama der Wachau. © Alexander Pfeffel/ Photography Pfeffel

Oberösterreich: Schaflucken-Steig

Der Schaflucken-Steig bei Ebensee schafft die Verbindung des Hinteren Langbathsees mit der Hochfläche des Höllengebirges und gilt als etwas anspruchsvollere Bergtour, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Kinder sollten hier nur mit einem Klettersteigset ausgerüstet unterwegs sein und gute Kondition für den etwas dreieinhalb-stündigen Aufstieg mitbringen. Der Aufstieg ist zwar kräftezehrend, technisch sind die beiden längeren Felswände im Schwierigkeitsgrad A aber durchaus machbar. Die Lage des Steiges beeindruckt immer wieder, denn das traumhafte Panorama mit dem Hinteren Langbathsee im Rücken ist etwas ganz besonderes. Auch das Gipfelkreuz des Brunnkogels ist mit seiner Höhe von 14 Metern äußerst beeindruckend und eine der empfehlenswerten Sehenswürdigkeiten am Brunnkogel.

Bist du schwindelfrei? © Christian Klammer

Salzburg: Rettenkogel – Steig

Wer im Salzkammergut mit der Familie auf der Suche nach einer einfache aber schönen Bergtour ist, sollte die Besteigung des Rettenkogels angehen. Der beeindruckende Berg beherrscht das Tal zwischen Bad Ischl und dem Wolfgangsee und ist für alle Könnerstufen geeignet. Versicherte Abschnitte mit einzelnen Trittstiften wechseln sich mit Gehgelände ab und als Höhepunkt der Tour kann eine Kombination aus drei langen Leitern gesehene werden. Für Geübte reicht festes Schuhwerk für diese Tour aus, Kinder sollten jedoch auch bei den einfachen Stellen mit einem Klettersteigset gesichert werden.Der Aufstieg dauert in etwa drei Stunden und wird mit einer herrlichen Aussicht auf die umliegenden Seen belohnt. Wer ein wenig Nervenkitzel braucht und eine etwas längere Tour machen möchte, kann über den etwas anspruchsvolleren Bergwerkskogel aufsteigen und die luftige Gratüberschreitung zum Rettenkogel wagen. Nach dem Abstieg kann man sich noch an einem der Seen in die kühlen Fluten stürzen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Eine luftige Gratwanderung im Salzkammergut. © Rudolf Widmar

Tirol: Julius - Pock – Weg

Wer eine Tour in der Nähe von Tirols Hauptstadt Innsbruck machen möchte, dem sei der Julius-Pock-Weg mit dem atemberaubenden Panorama vom Karwendel bis in die Stubaier Alpen ans Herz gelegt. Die wunderschöne Aussicht und der Blick auf die 2000m tiefer liegende Landeshauptstadt ist ein einzigartiges Erlebnis und mit Schwierigkeitsgrad A/B für klein und groß erlebbar. Die Tour führt über schroffe, mit Drahtseilen gesicherte, Felsformationen auf die Vordere Brandjochspitze und besticht trotz der geringen technischen Schwierigkeiten mit alpinem Charakter.
Etwa vier Stunden dauern Auf- und Abstieg, eine lohnende Tour die auch für Kinder einfach zu bewältigen sein sollte. Neben dem Klettersteigset für die Kleinen wird auch das Tragen eines Helmes empfohlen. Alternativ kann man das erste Stück bist zur zur Höttinger Alm auch mit dem Mountainbike bezwingen.

Mehr Klettersteige für die ganze Familie, Sicherheitstipps und Ausrüstungstests auf bergwelten.com/klettersteige.

Was für ein Ausblick! © www.mountaineers.at
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