Canyoning in Österreich: 4 Touren mit Kick

Abseiler, Sprünge, Rutschen – in diesen Schluchten findest du deinen Adrenalinrausch. Garantiert!
Natur und Adrenalin pur!
Von Thomas Wernhart

Beim Canyoning fühlt man sich der Natur ganz nah und wer einmal durch Schluchten gekraxelt ist, sich über Wasserfälle abgeseilt hat und meterhohe Sprünge in natürliche Wasserbecken vollführen durfte, möchte am liebsten sofort die nächste Tour starten. Österreich bietet eine Menge perfekter Plätze, um sich den Adrenalinkick in der Natur zu holen und deshalb haben für euch Abenteuerlustige vier Touren gesammelt, die etwas ganz besonderes sind. 40 Meter Abseiler, 15 Meter hohe Sprünge und rasante Schwimmstrecken – was möchte man mehr!


Tirol: Auerklamm

Diese Schlucht ist die Canyoning-Perle Tirols, ob Anfänger oder Profi, in der Auerklamm kommt jeder auf seine Kosten. Im wunderschönen Ötztal, etwa 45 Minuten entfernt von Innsbruck, findet man alles, was das Abenteuerherz begehrt. Rutschen über 15 Meter Länge, Abseiler bis 50 Meter und Sprünge bis 14 Meter, die selbst den Mutigsten den Angstschweiß ins Gesicht treiben. Der Nederbach hat sich über Jahrtausende durch den Fels gefressen und diese wunderschöne Schlucht geformt, die extra für Canyoning-Touren geformt worden zu sein scheint. Schon der Einstieg in die Extremtour ist nichts für schwache Nerven, von einer wenig vertrauenserweckenden Holzbrücke geht es per Abseiler zig Meter in die Tiefe und unten angekommen, stürzt man sich eine 18 Meter lange "Speed" Rutsche hinunter. Actionreich geht es durch die Schlucht und immer wieder muss man seinen ganzen Mut zusammennehmen, um weiterzukommen. Die Felsen sind teilweise stark vermost und, auch geübte Abseiler sehen hier nicht immer gut aus.

Die verschiedenen Teile der Schlucht können so kombiniert werden, dass auch unerfahrenen Canyoningliebhaber ihren Spaß haben können. Die Auerklamm ist eine anspruchsvolle Schlucht und fordert ständige Aufmerksamkeit und Einsatz, ohne einen qualifizierten Führer, der sich auskennt und sich der Wasserstände annimmt, sollte man nicht einsteigen. Florian Amprosi und die Jungs von www.feelfree.at sind für die Touren im Ötztal die richtigen Ansprechpartner – also los!

Vorarlberg: Kobelache

Alles, was Canyoning zu bieten hat, findet man in Vorarlberg. Diese Schlucht am Bodensee zählt unter Guides zu den attraktivsten im deutschsprachigen Raum und wer Abwechslung sucht, ist in „Merlin's World“ oder im „Känguru Jump“, wie die Abschnitte passen genannt werden, genau richtig. Die ersten Abseiler bringen dich in die enge ausgewaschene Schlucht, die mit dem Kontrast zwischen weißem Granit und unwirklich grünem Wasser zu einer der schönsten Österreichs zählt. Doch man sollte sich von der Schönheit der Vorarlberger Alpen nicht zu sehr ablenken lassen, denn nach dem ersten Teil, der einige Abseilern und kleine Sprünge beinhaltet, geht es im zweiten Teil auch für Profis adrenalingeladen weiter - ein Sprung über acht Meter in einer enge Felsspalte verlangt dir einiges ab und ein 25 Meter Abseiler durch den Wasserfall ist auch nicht einfach. Der Abschluss des Canyons ist ein absolutes Highlight: Eine rasante Rutschpartie endet mit einem fünf Meter langen Flug in das letzte Becken.

Wer sich dem genialen Mix aus vielen Sprüngen, Rutschen und Abseilstellen in einer atemberaubenden Schlucht stellen möchte, sollte sich an Christoph Ebert wenden und unter www.canyonauten.de eine spannenden Tour buchen.

Salzburg: Strubklamm

Die Strubklamm liegt etwa 30 Minuten vom Salzburger Stadtzentrum entfernt und gehört mit ihren knapp drei Kilometern Länge zu den längsten Schluchten Österreichs. Dieses Naturjuwel bietet dem Outdoorfreund jede Menge Optionen und lässt die Canyoning-Herzen von alt und jung höher schlagen. Lange Schwimmpassagen im Almbach wechseln sich mit Abseilern ab und tosende Wasserfälle zu überwinden, erfordert jede Menge Mut und Überwindung. Nicht weniger als 17 Sprünge bis max. zehn Meter warten auf die Abenteurer und geben der Tour den letzten Schliff. Wer sich nicht traut, in die tiefer gelegen Wasserbecken zu segeln, kann sich von den erfahrenen Guides jederzeit abseilen lassen. Obwohl die Tour nicht zu den schwierigsten zählt, sollte man die Anstrengung nicht unterschätzen. Fünf bis sechs Stunden ist man ausgerüstet mit Seilen und Karabinern im Almbach unterwegs – danach hat man sich eine Stärkung verdient.

Steiermark: Bruckgraben

Im jüngsten Nationalpark Österreichs findet man den Bruckgraben, der als einer der schönsten Schluchten Österreichs gilt. Früher wurde mit 23 Talsperren, einer Klause im oberen Teil und einem exponierten Steig an Eisenklammern das Holz vom Brucksattel in die Enns befördert, heute tummeln sich hier unzählige actionbegeisterte Menschen, die auf der Suche nach einer großen Portion Adrenalin sind. Die 1.7 Kilometer lange Schlucht ist in manchen Abschnitten nur einen Meter breit und nahezu 100m tief in die Kalklandschaft des Gesäuses eingeschnitten – daher muss man in dieser Tour, um die 280 Höhenmeter zur Enns zu überwinden, 17 zum Teil sehr eindrucksvolle Abseilstellen mit einer Höhe von bis zu 24m meistern. In den offenen Teilen der Schlucht beeindrucken die Felsszenarien des Gesäuses und man kann sich anhand des verfallenen Triftsteigs ein Bild machen, welch harte Arbeit die Holzknechte vor rund 200 Jahren verrichteten. Nach der letzten Abseilstelle begeht man den engsten Teil der Schlucht, wo noch die letzten Reste der Talsperren zu erkennen sind. Zum Abschluss bietet der Rückweg noch einen fantastischen Ausblick in die gefürchteten Nordwände des Gesäuses. Wer sich für eine Tour in der steirischen Schlucht interessiert, ist bei Andreas Wartberger und dem Team von levitation.at in sicheren Händen und kann einen unglaublichen Tag erleben.
 

Bei Fragen zur Ausrüstung helfen dir die Kollegen von Bergwelten gerne weiter – HIER erfährst du alles, was du wissen musst.

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