Farbenfrohe Naturwunder: Mutter Erde treibt's bunt

So viel Farbe bringt die Natur in unser Leben! Diese 6 Phänomene bringen dich garantiert zum Staunen
Mehr als gelb im Yellowstone Nationalpark. © James St. John
Von Thomas Wernhart

Die Regenbogen-Berge im Geopark Zhangye Danxia

Etwa 40 Kilometer westlich von Zhangye in China, am Fuße des Qilian Shan Gebirges, liegt eine Felslandschaft, die wie ein natürliches Ölgemälde mit seiner Farbenvielfalt die Menschen in ihren Bann zieht. Die farbenfrohen Sandsteinformationen haben sich über Jahrtausende entwickelt und gehören mittlerweile zum UNESCO Naturerbe. September und Oktober ist die beste Zeit um der beeindruckenden Landschaft einen Besuch abzustatten und sich bei Sonnenauf- und -untergang verzaubern zu lassen. Danxia-Landschaften findet man auch Westen der USA, Zentraleuropa und Australien, aber keine kann mit China, wo man übrigens an mehr als 790 Orten in den Genuss kommen kann, mithalten.

Farbenfrohes China. © Kashif Pathan

Terres des Sept Couleurs - Die siebenfarbige Erde von Mauritius

Ein weiteres prächtiges und einzigartiges Naturwunder befindet sich der Nähe der Ortschaft Chamarel im Südwesten der Insel Mauritius. Durch die Umwandlung von vulkanischer Basaltlava in Tonminerale entsteht hier eine blaue über violett-blau bis blaugrüne Färbung des Gesteins. Hat man den Weg auf sich genommen, sollte man sich auch gleich den Chamarel-Wasserfall in der Nähe ansehen.

Farbenfrohes Inselleben. © llee_wu

Caño Cristales - El río de los cinco colores

Dieser Fluss im kolumbianischen Nationalpark Serranía de la Macarena lockt von Juli bis Anfang Dezember mit einer beeindruckenden Farbenvielfalt. Verantwortlich für dieses Naturspektakel ist der Pflanzenbewuchs auf dem Flussgrund, der zwischen Gelb, Grün, Blau, Schwarz und Rot variiert. Die Bergkette Serranía de la Macarena inmitten dreier verschiedener Ökosysteme (Anden, Llanos Amazonas Regenwald) und glänzt deshalb mit einer unglaublichen Artenvielfalt - unter anderem sind Ameisenbären, Pumas, Hirsche, Affen, verschiedene Reptilien und 48 Orchideenarten dort heimisch.

Auf jeden Fall eine Reise wert. © www.cano-cristales.com

Kunterbuntes Thermalwasser aus der Grand Prismatic Spring

Die drittgrößten Thermalquelle der Erde im legendären Yellowstone-Nationalpark ist knapp 50 Meter tief und lockt mit einem Farbenspiel, das viele Naturwunder des Parks erblassen lässt. Das etwa 71 Grad heiße Wasser ist ein unwirtlicher Lebensraum, doch einzellige Mikroorganismen (Bakterien und Archaeen) haben den Biofilm an den Randbereichen der mineralienreichen Thermalquelle besiedelt und fühlen sich dort scheinbar extrem wohl. Das Farbenspektrum bewegt sich zwischen grün und rot, im Sommer tendiert der Biofilm zu orange und rot, wohingegen im Winter eher dunkelgrün dominiert.

Bakterien-Disco im Yellowstone-Nationalpark. © Philip Kuntz

Der Regenbogenbaum „Eucalyptus Deglupta“

Dieser Baum sieht aus, als wäre er von jemandem mit Pinsel und Farbe bemalt worden, die Erklärung ist aber eine ganz andere. Fast jährlich wächst dem Eukalyptusbaum eine neue Borke und durch die Risse sieht man die leuchtend grüne inneren Rinde. Die abgestorbenen Rest hängen während dieser „Häutung“ in Streifen vom Stamm. Die alte Rinde verfärbt sich mit der Zeit und reift zu blau, lila, orangefarben und kastanienbraunen Tönen. Eucalyptus deglupta ist eine der wenigen außerhalb Australiens verbreiteten Arten der Gattung und kann rasant bis zu 80 Metern hoch werden.

Farbenprächtige Koala-Mahlzeit. © Thomas James Caldwell

Bezaubernder Kosmos! Schillernde Polarlichter

Wer kennt sie nicht, die Bilder aus dem hohen Norden, die wie von einer anderen Welt wirken. Dieses kosmische Lichtspiel (auf der Nordhalbkugel wissenschaftlich als Aurora borealis, auf der Südhalbkugel Aurora australis bezeichnet) entstehen durch ein spannendes Wechselspiel zwischen Sonne und Erde. Die Sonne schickt einen sogenannten Solar-Sturm voller energiegeladenen Teilchen Richtung Erde, wo sich dieseTeilchen dann mit den erdeignen Atomen verbinden. Welche Farben einstehen, hängt von den entstandenen Verbindungen ab - oft sind sie von grüner Farbe, es gibt sie aber auch in Rot- und Blautönen. Zur Vorhersage von Polarlichtern wird die Stärke des Sonnenwindes gemessen und auf Sonneneruptionen geachtet – vor allem in Norwegen, Alaska, Russland, Grönland, Australien und Neuseeland kann man dieses Spektakel am besten beobachten.

Eine Schauspiel aus dem Kosmos. © PRONASA Goddard Photo and Video
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