Freediving-Duo bei einem Date mit Blauhaien

Daan Verhoeven und Beci Ryan lernen die romantische Seite der missverstandenen Raubtiere kennen.
Von Corinna Halloran

Was wäre, wenn der titelgebende Protagonist in Spielbergs „Der weiße Hai“ eigentlich nur kuscheln wollte? Dieser Gedanke ist gar nicht so weit hergeholt, wenn du einen Blick auf den Edit von Filmemacher Daan Verhoeven und dem Freediver Beci Ryan wirfst.

Um zu zeigen, dass nicht alle Haie von Grund auf böse sind, haben sich die beiden an die Küste von Cornwall begeben. Etwas abseits davon stürzten sie sich in das blaue Meer, um mit Blauhaien schwimmen zu gehen. Die Halbinsel im Südwesten Englands ist nämlich einer der wenigen Plätze, wo du mit den Blauhaien ohne Schutzkäfig tauchen und dir sogar noch einen Schmatzer auf die Wange abholen kannst.

„Ich wollte diesem Vorurteil, dass Haie von Grund auf gefährlich sind, entgegentreten“, erklärt Verhoeven. „Ich wollte ihre Schönheit festhalten und dass du mit ihnen ohne größere Gefahr schwimmen gehen kannst.“

A blue shark swimming
Ein Blauhai holt sich einen Schmatzer ab © Daan Verhoeven
A diver swims with a shark
Mensch und Natur verstehen sich manchmal doch © Daan Verhoeven

Blauhaie lieben kaltes Wasser und fressen am liebsten Tintenfische – keine Menschen. Wie du an Verhoevens wunderschön meditativem Video sehen kannst, gleichen sie dem weißen Hai aus dem erfolgreichen Blockbuster nicht mal annähernd. Während sich dieser nämlich ganze fünf Menschen und einen Hund innerhalb von 124 Minuten geholt hat, haben Blauhaie insgesamt nur vier Menschen tödlich verletzt…innerhalb von 433 Jahren, wohlgemerkt. Klar, dass der weiße Hai hier einen größeren Eindruck schindet – einen Eindruck, den Verhoeven ändern möchte.

„Haie werden auf der ganzen Welt bedroht. Sie enden als Beifang oder werden aktiv aufgrund ihrer Flossen gejagt.“, erzählt Verhoeven weiter. „Ich glaube, dass der Grund dafür, dass die Öffentlichkeit kaum darauf reagiert, zum Teil daran liegt, dass sie dort als angsteinflößende Killer gelten. Dieses Bild ist nicht gerechtfertigt und ich möchte dabei helfen, das du ändern.“

A blue shark swimming
Ein Blauhai an der Küste von Cornwall © Daan Verhoeven
A shark and a diver on the water's surface
Die Nähe zur Wasseroberfläche gibt Sicherheit © Daan Verhoeven

Obwohl die Blauhaie nicht aktiv nach deinen Fingern (oder deinem Genick) beißen, stellt sich doch eine gewisse Nervosität ein, wenn du mit ihnen schwimmen gehst – nach wie vor haben wir es hier mit wilden Tieren zu tun und du dringst aktiv in deren Territorium ein.

Als wir mit ihnen im Wasser waren, sind wir vor allem an der Oberfläche geblieben, um die Haie zu uns kommen zu lassen. Sobald wir mit ihnen abtauchen wollten, erschreckten sie sich ein bisschen. Irgendwie haben wir es aber hinbekommen, gemeinsam mit ihnen ein paar Meter runter zu gehen. Das war schon aufregend, doch lief auch alles ziemlich entspannt ab.

Daan Verhoeven

 Da müssen wir dem Wort von Verhoeven wohl oder übel Vertrauen schenken. Die intimen Bilder mit den Blauhaien zeigen uns aber, dass Haie nicht immer nur Böses wollen und auch sie einen kleinen Sinn für Romantik haben.

Verhoeven ist kein Unbekannter, wenn es um atemberaubende Freediving-Bewegtbilder geht. Ob das nun ein seltener Sandfall unter Wasser oder Stig Pryds eindrucksvoller Freedive in das tiefste Blue Hole der Welt ist – Verhoeven ist der Mann, der alles perfekt in Szene setzt. Hier gibt's die Storys dazu:

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