Red Bull 400: David Lengauer im Interview

Der Fitness-Blogger und Social Media Star stellte sich den 400 härtesten Metern seine Lebens.
Vor dem Start. © Mirja Geh/Red Bull Content Pool
Von Thomas Wernhart

Der Wiener Personal Coach und Fitness-Blogger war in diesem Jahr bei Red Bull 400 am Start und hat sich dieser extremen Herausforderung gestellt. Im Interview verrät er, wie es ihm ergangen ist, wie er es auf über 800.000 Follower auf seiner Facebook-Page gebracht hat und wie sein (Trainings-)Alltag aussieht.

David, über 835.400 Follower auf Facebook, 106.000 auf Instagram, mehr als 15.000 Abonnenten bei YouTube - wie macht man das?

Ich hab vor etwa zwei Jahren einfach spaßhalber begonnen, meine Erfahrungen mit Fitness und Ernährung zu teilen und wollte einfach nur die Leute da draußen erreichen und motivieren. Meine Videos, Bilder und Blogs wurden sehr gut aufgenommen und mit der Zeit ist das Ding dann extrem gewachsen. Ich habe nie eine Taktik verfolgt und versucht, gezielt Follower zu bekommen, sondern möchte einfach den Spaß, den ich bei der Sache habe, weitergeben und authentisch sein – der Rest kommt von selbst.

Mit einer so großen Zahl an Followern und Verpflichtungen ist man ganz schön beschäftigt, wie sieht ein normaler Tag im Leben von David Lengauer aus?

Mittlerweile hat sich bei mir eine richtig wichtige Business-Seite in der Arbeit entwickelt, weil über die Zeit einfach viel Organisatorisches dazu gekommen ist. Ich mache im Moment noch alles selbst und wende viel Zeit für die Betreuung all meiner Kanäle auf. Nebenbei bringe ich auch noch Meetings, Sponsorentermine, Events etc. unter einen Hut. Ich mache mir sehr viele Gedanken, welche Themen ich in meinen YouTube Videoblogs bearbeite, welche Bilder ich bringe und was ich meinen Followern bieten kann, damit ich sie motiviere und sie zufrieden sind. Meine beiden Fitnessprogramme, die man auf meiner offiziellen Homepage findet, nehmen mich natürlich auch ein – alles in allem viel Arbeit, die aber großen Spaß macht.

Erzähl uns, wohin es für dich in der Zukunft gehen soll – welche Ziele hast Du noch in in deinem Leben und im Sport?

Da ich kein Typ bin, der bei Wettkämpfen teilnimmt, hab ich das einfache Ziel in meinem Sport möglichst gut und ein Vorbild für die Leute zu sein. Ich möchte den Leuten, die Interesse haben, etwas weitergeben, ihnen ein Lehrer sein und sie mit Motivation versorgen – das motiviert auch mich und treibt mich an. Im Leben ist es mir wichtig als Persönlichkeit weiter zu wachsen, vielleicht auch in die USA zu gehen und dort erfolgreich zu sein – mal schauen, wo die Reise hingeht.

Immer 110%. © Christopher Tarkus

Wer waren deine Idole, als du noch jünger warst, und hast du heute noch Vorbilder?

Vorbilder in dem Sinn hab ich eigentlich nicht, man könnte es eher Leitbilder nennen - Menschen, die mich inspirieren, vor allem aus dem Sport. Natürlich ist Arnold Schwarzenegger so eine Person, deren Weg man einfach bewundern muss. Aus einem steirischen Dorf ohne Englischkenntnisse nach Amerika zu gehen und dann dort die Welt, nicht nur im sportlichen Sinn, zu erobern, ist schon eine unglaublich beeindruckende Leistung. Aber auch andere Top-Athleten aus diversen Sportarten haben meinen vollen Respekt, weil einfach eine unglaubliche Hingabe und Disziplin dazu gehört, um am Ende ganz oben zu stehen. Aber ich muss sagen, Arnold ist die Number 1!

Du warst beim Red Bull 400 dabei – wie war es, sich dieser ungewohnten Herausforderung zu stellen?

Richtig geil! Ich habe in Bischofshofen für mich eine neue Grenze kennen gelernt, die ich überschreiten musste und dabei viel über mich gelernt. Der Event war cool, die Stimmung Bombe, aber das Gefühl oben zu stehen, runter zu schauen und zu realisieren, was man gerade geleistet hat, ist schon was ganz besonderes. Durch diesen Event, oder im allgemeinen, durch solche Extrembelastungen merkt man einfach, dass man seine Grenzen viel weiter nach außen schieben kann, als man zunächst glauben möchte.

Voller Fokus auf dem Weg nach oben! © Christopher Kelemen/Red Bull Content Pool

Du lebst für den Sport, wie sieht dein Trainingsalltag aus, deine wöchentliche Struktur?

Die Clips, die ich auf Youtube online bringe, zeigen sehr gut, wie meine Trainings aussehen. Ich stelle nichts und zeige gerne, wie meine Trainingsalltag aussieht – ich möchte einfach authentisch sein. Ich trainiere sechs Mal die Woche, wobei ich vier Krafttrainingseinheiten mache und zwei Einheiten für Sportarten wie Boxen, Crossfit oder Outdoorsport einplane. Die Krafttrainingseinheiten sind in je zwei Oberkörper- und zwei Unterkörper-Tage mit Bauchtraining aufgeteilt, das ist für mich am effektivsten. Ich finde es wichtiger Muskelgruppen öfter zu trainieren anstatt einzelne Muskelpartien nur einmal pro Woche völlig auszubelasten.

Wie wichtig ist die Ernährung, worauf achtest du und gehst du auch mal einen Trinken?

Ernährung ist für mich extrem wichtig und ich weiß, dass man ohne die richtige Ernährung seine Ziele nicht erreichen kann. Viele Menschen schrauben hunderte Male an ihrem Training herum, vergessen aber, dass die Ernährung eine ebenso wichtige Rolle spielt. Es geht nicht unbedingt darum, riesen Muskeln zu bekommen, sondern auch die Gesundheit zu unterstützen und zu fördern. Ich gehe schon ab und zu mit meinen Freunden auf ein Bier oder trinke ein Glas Wein zum Essen, weil es auch für die Psyche sehr wichtig ist, sich ab und zu einmal etwas zu gönnen. Man sollte natürlich nicht über die Stränge schlagen, aber es ist auf jeden Fall möglich, ab und zu den Kopf frei zu bekommen.

Ernährung ist das A und O. © Privat

Cheat Days?

Finde ich nicht sinnvoll! Viele halten sich strikt an eine gute Diät und sind sechs Tage lang diszipliniert und zerstören sich dann am siebenten Tag alles, indem sie exzessiv Ungesundes in sich hinein futtern. Ich finde „Ladetage“ weitaus besser. Das heißt einfach dem Körper mit gesunder Nahrung ein gezieltes Kalorienüberangebot zuzuführen und so den Stoffwechsel anzuregen. Man kann sich es auch leisten, wenn man den Rest der Ernährung gut macht – wenn man diszipliniert ist, dann kann es auch täglich ein Stück Schokolade oder eine kleine Kugel Eis sein.

Wie fängt man an, was würdest du den Leuten raten?

Wichtig ist es wenig zu reden und einfach zu machen! Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu informiere und Trainingspläne, wie auch ich sie mache, zu bekommen. Am Anfang steht die Entscheidung und ein Ziel, das auch sehr groß sein kann, und ein paar kleine Zwischenziele - und dann heißt es richtig durchstarten und dabei zu bleiben. Damit kommt ein ganzer Lifestyle-Change. Also, gebt jeden Tag 110% und macht das beste aus eurem Leben!

Folgt David Lengauer auf YouTube, Facebook und Instagram.

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