Reiselust! 10 außergewöhnliche Orte in Europa

Pack deinen Koffer! Wir haben zehn, nicht allzu ferne Plätze in Europa, die du sehen musst.
Ein Ausblick, den man erlebt haben muss.
Von Thomas Wernhart

Unser Planet hat so viel zu bieten, dass man mehrere Leben bräuchte, um alles zu sehen. Doch das heißt nicht, dass man dieses Vorhaben gar nicht erst beginnen sollte – ganz im Gegenteil! Frei nach dem Motto „collect memories, not things“ solltest du dich auf Reisen begeben und all den schönen Plätzen dieses Planeten einen Besuch abstatten. Europa ist der perfekte Ausgangspunkt, denn unser Kontinent ist verhältnismäßig klein und es ist einfach, in kurzer Zeit sehr viel zu sehen. Wir haben zehn Plätzen in ungeordneter Reihenfolge für dich, die du unbedingt auf deiner Liste haben solltest

1. Eishöhlen, Island


Das Betreten dieser Eisgrotten in Island fühlt sich an, als würde man die Erde verlassen. Das Jahrhunderte alte Eis schimmert in tiefblauen Farben, verzaubert seine Besucher und gibt einem das Gefühl in einer Fantasiewelt gelandet zu sein. Und das Beste daran ist, jedes Jahr bilden sich neue Höhlen und Formationen. Um sich zu informieren, empfehlen wir die Facebook-Seiten der unterschiedlichen Anbieter zu checken, denn dort werden die aktuellsten Bilder hochgeladen, was die Entscheidung immens erleichtert - guidetoiceland.is bietet unzählige Ice Cave Touren und Lava Trips an.

Eisige Schönheit. © Guide to Iceland

2. Die Drei Zinnen, Italien

Die Drei Zinnen wurden 2009 zum UNESCO Welterbe erklärt und sind das unumstrittene Wahrzeichen der Dolomiten. Die Große Zinne (ital. Cima Grande) ist mit ihren 2.999 Metern die höchste, sie steht zwischen den beiden anderen Gipfeln, der Westlichen Zinne (Cima Ovest, 2973 m) und der Kleinen Zinne (Cima Piccola, 2857 m). Das Natur-Highlight im Hochpustertal ist heute einfach zu erreichen und lockt mit spektakulären Wander- und Kletterrouten in allen Schwierigkeitsstufen – für mehr Infos einfach HIER klicken.

Die Große Zinne wurde 1869 erstbestiegen.

3. Trolltunga, Norwegen

Die „Trollzunge“ in Norwegen ist ein zehn Meter langer sagenumwobener Felsvorsprung, der sich von einer Höhe von fünf Metern an seinem Beginn bis auf wenige Zentimeter an der Spitz verjüngt. Dieser Platz ist nicht ganz einfach zu erreichen, da der Seilbahnbetrieb eingestellt wurde und man nun die gesamte Strecke, ca. 23 Kilometer hin und zurück, zu Fuß zurücklegen muss. Der Ausbilck auf den Sørfjord lohnt sich aber auf jeden Fall. Ähnlich spannend, aber weitaus einfacher zu erreichen, ist der Preikestolen in Ryfylke.

Trolltunga – einmal dort oben stehen © Destination Hardanger Fjord/Till Hanten

4. Melissani, Griechenland

Die Grotte mit dem See auf der griechischen Insel Kefalonia diente in der Antike als Kultstätte für den Hirtengott Pan und ist heute ein beliebtes Ausflussziel. Die Grotte ist etwa 160 m lang, 45 m breit und 36 m tief und nur mit dem Boot zu erreichen. Wir empfehlen die Höhle zur Mittagszeit zu besuchen, weil dann das meiste Tageslicht durch die eingebrochene Decke strömt und der Stimmung an diesem versteckten Ort ein große Portion Magie verleiht.

Ein Muss in Griechenland. © Michal Kosacky

5. Silfra-Spalte, Island

Die Silfra-Spalte entstand als sich die Nordamerikanischen und die Eurasischen Platte voneinander entfernten und noch immer wir sie jährlich um rund sieben Millimeter breiter. Die kilometerlange Verwerfung befindet sich im isländischen Þingvellir-Nationalpark und zieht trotz der frischen Wassertemperatur von etwa 2–4 °C viele Taucher an. Ihr tiefster Punkt liegt 63 m unter dem Meeresspiegel und lockt mit einem weit verzweigten Höhlensystem. Wenn man die isländische Unterwasserwelt entdecken möchte, ist das Team von dive.is (http://www.dive.is) die richtige Anlaufstelle.

Die „Kathedrale“ der Silfra-Spalte. © dive.is

6. Polarlichter, Schweden/Norwegen

Polarlichter (auf der Nordhalbkugel wissenschaftlich als Aurora borealis, auf der Südhalbkugel als Aurora australis bezeichnet) sind Leuchterscheinungen, die in Polargebieten, wie der Name schon sagt, den Nachthimmel bunt erhellen. Dieses Phänomen entsteht, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds auf die auf das Erdatmosphäre treffen. Die "Polarlichtsaison" beschränkt sich auf das Winterhalbjahr, wo nördlich des Polarkreises die Sonne wochen- oder monatelang nicht aufgeht – am besten eignen sich September, Oktober und März (bis Anfang April) für eine Polarlichtreise. Svalbard in Norwegen oder Jukkasjärvi in Schweden sind nur zwei Hotspots, auch in Ländern wie Schottland, Island oder Finland kann man die farbenfrohen Lichter beobachten und sich verzaubern lassen.

Traumhafte Nächte im Polarlichtoval.

7. Giant’s Causeway, Nordirland

Der „Damm des Riesen“ befindet sich ca. 80 km von Belfast entfernt und wurde 1986 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten eingetragen. Der alten Legende nach, hat der Riese Fionn MacCumhaill den Damm, der sich bis an die schottische Küste erstreckt, wo er als Fingal’s Cave auftaucht, erbaut. Der Giant's Causeway führt fünf Kilometer an der Küste von Antrim entlang und besteht aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, wovon die meisten einen sechseckigen Querschnitt aufweisen. Die größten Steinsäulen ragen bis zu zwölf Meter in die Höhe und sind in etwa 60 Millionen Jahren alt – ein Ort, an dem die Sagen und Geschichten zum leben erwecken.

Vom Riesen erbaut.

8. Grüner See, Österreich

Der Grüne See liegt in der Steiermark auf der Südseite der Hochschwabgruppe, die den See mit Wasser versorgt. Mit der Schneeschmelze in den umliegenden Bergen steigt der Wasserspiegel so stark, dass Wege, Bänke und Bäume überschwemmt werden und sich eine bizarre Unterwasserwelt bildet. Die außerordentlich Sichtweite im Wasser beträgt bis zu 50 Metern, daher war der See bei Tauchern sehr beliebt – leider wurde das Tauchen im Grünen See mit dem 1. Januar 2016 aus naturschutzrechtlichen Gründen verboten.

Die verbotene Unterwasserwelt. © Hochsteiermark / Heinz Toperczer

9. Beachy Head, England

Beachy Head ist eine Landspitze an der englischen Südküste in der Nähe der Stadt Eastbourne mit beeindruckenden Felsformationen – die Kreidefelsen sind hellweiße Klippen, die einen Teil der britischen Küstenlinie ausmachen und in die Seven Sisters übergehen. Fährt man den idyllischen Beachy Head Road entlang, kann man von der 106 Meter hohen Front der Klippen die Schiffe im Ärmelkanal beobachten und den Leuchtturm, das sogenannte Belle Tout Lighthouse, besuchen. Die charakteristischen Klippen finden immer wieder in Liedern, Gedichten und Filmen ihren Platz und wenn man in luftigen Höhen am Ende des Insel steht, weiß man warum.

Ein Roadtrip muss hier muss sein.

10. Dune du Pilat, Frankreich

Die größte Wanderdüne Europas liegt südlich des Städtchens Arcachon etwa 60 Kilometer von Bordeaux entfernt und auch wenn man es nicht glauben kann, sind die ältesten Strukturen dieses beeindruckenden Naturphänomens sagenhafte 18.000 Jahre alt. Das Meer, der Wind, die Strömungen, Stürme und Gezeiten und auch der Mensch trugen über die Jahre zur Entwicklung dieser riesigen Düne bei - heute ist sie im Nord-Süd-Verlauf bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Kilometer lang. Über die steile Ostflanke kann man durch den tiefen Sand den Gipfelkamm erklimmen, aber auch eine Treppe führt nach oben. Der Blick von der Düne ist den Aufstieg wert und oft tummeln sich am meerseitigen Hang viele Gleitschirm- und Drachenflieger, die den Sandberg als Startrampe für ihre Flüge nützen.

60 Millionen Kubikmeter Sand.
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