Diese Shots erwecken den Abenteurer in dir

Red Bull Illume-Special: Die besten Adventure-Fotos des Fotobewerbs auf einen Blick.
Von Tarquin Cooper

Red Bull Illume ist ein Fotocontest, der vor allem eines will: Die Fotografen, die normalerweise hinter der Linse stehen, ins Rampenlicht holen und abfeiern.

Die folgenden 15 Shots setzen diese Philosophie des Bewerbs perfekt in Szene. Doch ist dies nur eine kleine Auswahl der vielen unglaublichen Adventure-Sport-Fotos, die die aktuelle Austragung des Red Bull Illume zu bieten hat.

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Lassen wir das Abenteuer beginnen

On the walk-in to attempt a ski descent of Shishapangma
Der lange Marsch zum Gipfel des Shishapangma © Marcin Kin/Red Bull Illume

Dieser Shot vereint die Erwartungen, Hoffnungen und Träume von Kletterern, die sich Großes vorgenommen haben. „In diesem Bild sehen wir Andrzej Bargiel, Sherpas und Yaks, die das Essen und die Ausrüstung zum Basis-Camp tragen“, erzählt Fotograf Marcin Kin. „Wir befinden uns hier im Hochland von Tibet. 25 Kilometer mussten wir durch die Wüste wandern, bevor dann der tatsächliche Aufstieg auf 5.000 Meter anstand.“

„Andrzej hat sich vorgenommen, mit den Skiern vom Gipfel des Shishapangma (8.027 Meter) abzufahren, der hier am Horizont zu erkennen ist. 18 Tage danach gingen wir verdammt glücklich nach Hause, denn die Expedition war ein voller Erfolg.“

Nachtflug

Skydivers preparing to jump at night
Licht an, abdrücken und springen! © Kuba Konwent/Red Bull Illume

„Wir machten die Kamera am Flügel des Flugzeuges mit einer speziell von mir angefertigten Halterung fest.“, beschreibt Kuba Konwent seinen Shot. „Alle Einstellungen habe ich vorgenommen, bevor wir abhoben. Das Foto habe ich dann mit einem Fernauslöser geschossen und direkt danach sind wir alle zusammen gesprungen.“

Das wahre Leben steckt in einem Van

Climbers Mayan Smith-Gobat and Ben Rueck wake up in the fields of Sao Jose do Divino
So lässt sich's leben... © Frank Kretschmann/Red Bull Illume

Fotograf Frank Kretschmann hatte eigentlich geplant, einen Night-Shot zu schießen, doch wie das Leben so spielt, kam es ganz anders: „Das Portaledge an die Seite des Vans zu hängen, war eine echt spontane Idee, die rein deshalb entstand, weil wir uns plötzlich in einem Feld voller Kühe befanden. Wir hatten kein Zelt dabei, hatten aber die letzten Nächte bereits im Ledge an der Felswand hängend verbracht“.

Der Shot zeigt Mayan Smith-Gobat und Ben Rueck, nachdem sie die „Place of Happiness“-Route geklettert sind. Gibt es einen schöneren Weg, draußen zu übernachten, als an der Seite seines Vans?

Paragleiter-Paradies

Tom de Dorlodot and Paul Guschlbauer fly above a lake in Berchtesgaden National Park shot by Philip Platzer, Red Bull Illume 2016
Genau deshalb fliegen wir mit dem Paragleiter © Philip Platzer/Red Bull Illume

Wenn es ein Bild gibt, dass den Reiz, mit einem Paragleiter durch die Lüft zu fliegen, perfekt einfängt, dann ist es dieses hier. Philip Platzer lichtet Paul Guschlbauer und Tom de Dorlodot ab, während sie in der Nähe von Salzburg genau das machen, was sie am liebsten machen.

Wingsuit- und Slackline-Sequenz

A wingsuit pilot flies underneath a slackline in Chamonix, France
"Das wahr reiner Wahnsinn", erzählt Fabrice. © Fabrice Wittner/Red Bull Illume

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir dieses Bild nur deshalb lieben, weil es einfach cool aussieht oder weil das, was hier festgehalten wird, so verdammt verrückt ist. „Während die einen die Line gegangen sind, sind die anderen unten durchgeflogen. Das war reiner Wahnsinn“, erzählt Fotograf Fabrice Wittner.

Die Freuden des Lichts

A climber ascends a shard of light, in Zion National Park, Utah
Ab ins Licht! © Jeremiah Watt/Red Bull Illume

Für dieses Bild, das im Zion Nationalpark geschossen wurde, hat sich Jeremiah Watt mit Kletterer Rob Pizem zusammengetan: „Als Rob angerufen und mir erklärt hat, welche Line er sich vorstellt, war ich Feuer und Flamme.“

Als es aber ernst wurde und er sich in die Kluft abseilte, versuchte er, nicht daran zu denken, wie am Ende alles ausgehen würde. Dann aber brach dieser Lichtschein durch. Es bliebt ihm nichts anderes übrig, als abzudrücken. „Er war zwar nur ein paar Minuten hier, aber das kurze Bad in der Wärme haben wir echt genossen“, fügt er hinzu.

Sprung von einem Leuchtturm

A BASE jumper parachutes after BASE jumping from a 40m high lighthouse that sits in the waterways of the Gulf of Finland: Victor Sukhorukov, Red Bull Illume
Fast wäre das Ganze schief gegangen. © Victor Sukhorukov/Red Bull Illume

Für die Crew sah es nicht wirklich gut aus, als sie diesen Leuchtturm im Golf von Finnland aufsuchten. Die erste Schwierigkeit lag darin, dass sie den Turm nicht finden konnten. Dann kamen technische Probleme hinzu, die die Arbeit von Fotograf Victor Sukhorukov – der auch in Konfliktzonen, wie Syrien und Ukraine fotografiert – nicht gerade leichter machten.

Die Drohne hielt den kalten Temperaturen nicht stand und es kam eine Error-Nachricht nach der anderen rein. Dann legten die BASE-Jumper aber los. „Von den vielen Fotos, die ich geschossen habe, hatte nur eines die Qualität, die ich haben wollte. Es zeigt Semen Lazarev bei seinem Sprung vom Turm“, erklärt Sukhorukov.

Monsterwellen im südlichen Ozean

Navigator Simon Fisher during Leg 5 of the Volvo Ocean Race
Der Kampf mit den Monsterwellen © Matt Knighton/Red Bull Illume

„Dieses Bild zeigt Navigator Simon Fisher während des Volvo Ocean Race und während er von einer sechs Meter hohen Welle getroffen wird“, erzählt Fotograf Matt Kinghton.

„Ich habe die Welle kommen sehen, hatte aber kaum Zeit, vor ihn zu kommen und mich zu sichern, damit mich die Welle nicht von Bord schleudern würde. Dass der Shot den Moment so perfekt einfangen würde, habe ich hingegen nicht kommen sehen!“

Feuer und Eis

Halley Coxson tends a fire on ice in Edmonton
Das machen Kanadier im Winter © Kirsten Quist/Red Bull Illume

Dieses Foto hat etwas Surreales an sich – ein Mädchen entzündet ein Feuer auf Eis. Fotografin Kirsten Quist spazierte durch den Park in Edmonton in Kanada, als sie auf Hally Coxson traf, die sowohl begeisterte Wildwasser-Kajak-Athletin ist, als auch zum Sledge-Eishockey-Team der Paralympic Sports Accociation gehört.

„Sie war gerade dabei, ein Feuer zu machen und ich fragte sie, ob ich sie fotografieren darf“, erklärt Quist. „Die größte Herausforderung lag an den -30°C. Die Kälte beeinflusste meinen Autofokus und meine Speicherkarten. Nichts funktionierte. Dank ausgeklügelter Wärmetechniken – auch Körperwärme genannt – brachte ich beides wieder zum Laufen und ich konnte das Foto machen.“

Tasmanische Felsnadeln

Climbers enjoying the 22-metre Moai sea stack on the Tasman Peninsula
Die bedrohlichen Regenwolken machen das Bild aus. © Simon Carter/Red Bull Illume

„Die tasmanische Halbinsel ist berühmt für seine außergewöhnlichen Felsnadeln,“ erklärt Fotograf Simon Carter. „Der 22 Meter hohe Moai ist eine von ihnen. Er bietet den Kletterern ein echtes Abenteuer (auch wenn man es hin und wieder mit Tigerottern zu tun bekommt).

Carter hatte gehofft, dass er die Kletterer im perfekten Licht des Sonnenuntergangs festhalten könnte, aber ein aufziehender Sturm machte dem ein schnelles Ende. Letztendlich machen die bedrohlichen Regenwolken aber das Besondere des Fotos aus: „Es hat mein Denken auf den Kopf gestellt. Manchmal musst du einfach mal machen und versuchen, auch mit schlechtem Wetter gut auszukommen.“

Ab in die blaue Tiefe

Freediver Guillaume Nery in El Pit, part of Sistema Dos Ojos, on the Yucatan Peninsula of Mexico
Freediver Guillaume Nery macht das, was er kann © Klaus Thymann/Red Bull Illume

Sieh ganz genau hin: Das ist eigentlich eine Kompositaufnahme, die aus mehreren Einzelbildern besteht, und doch ist daran ganz und gar nichts Fake. Es zeigt den französischen Freediver Guillaume Nery im El Pit (einem Senkloch in der Nähe der Yucatan Halbinsel in Mexiko) ganze 30 Meter unter dem Meeresspiegel.

Um dieses Bild so hinzubringen, tauchte er dort innerhalb von vier Tagen 24 Mal runter. Die Herausforderung bestand vor allem in der Belichtung der Höhle: „Dort unten ist fast immer nur Totalfinsternis zu finden,“ erzählt Fotograf Klaus Thymann, der ganze 50 Meter runter musste. Der Shoot fand im Auftrag einer Whiskey-Marke statt. „Das Konzept lag darin, einen Moment der Erkundung festzuhalten.“

Flug über einen aktiven Vulkan

A paraglider flies alongside an Italian volcano
Feuer, Wasser und Luft - zusammen auf einem Shot © Felix Wölk/Red Bull Illume

Felix Wölk ist einer jener Adventure-Fotografen, die genauso fit, talentiert und mutig wie die Athleten selbst sind. Die atemberaubenden Luftaufnahmen hat er alle von seinem Paragleiter aus festgehalten. Um sich ganz aufs Fotografieren zu konzentrieren, fliegt er in solchen Momenten lieber Tandem – in diesem Fall flog er alleine.

„Da ich beide Hände fürs Fotografieren benötigte, musste ich den Gleiter mit Gewichtsverlagerung steuern“, erklärt er. „Es lag eine atemberaubende Atmosphäre in der Luft. Nonstop den Donner zu hören, der aus der dicken Smog-Wolke im Krater kam, war einfach anders, als alles, was ich bisher wahrgenommen habe. Es war angsteinflößend! Für mich war klar, dass ich diesen Shot in schwarz-weiß schießen muss. Es ist noch immer der wirklichste Blick auf das Ganze; so wirklich, wie die festgehaltenen Elemente auf diesem Foto – Feuer, Wasser und Luft.“

Hai im Anflug

Freediver Marianne Aventurier confronts a blue shark – shot by Alexandre Voyer  Red Bull Illume 2016
Ein Freediver steht einem Blauhai gegenüber © Alexandre Voyer/Red Bull Illume

Es gibt nicht viele Menschen, die einem Hai gerne Kopf-an-Kopf gegenüberstehen würden. Gut, das hier auf diesem Bild ist ein Blauhai, der sich vor allem von kleinen Fischen ernährt, aber trotzdem!

„Wir waren in Küstennähe der Faial-Insel, als wir auf offener See auf zwei Blauhaie gestoßen sind“, erinnert sich Fotograf Alex Voyer. „Da waren wir also, allein mitten im Atlantischen Ozean, das Wasser war dunkel und klar und da waren wahrscheinlich um die 2.000 Meter unter unseren Flossen – das war ein unglaublicher Moment.“

Gefährlicher Drop

Mike Dawson drops a fall at night in his slalom kayak – Graeme Murray, Red Bull Illume 2016
Schön, aber gefährlich! © Graeme Murray/Red Bull Illume

Dieses Bild ist das Resultat einer perfekten Zusammenarbeit zwischen Athlet und Fotograf. „Der professionelle Kajakfahrer Mike Dawson und ich haben darüber gesprochen, mal etwas Anderes zu machen. Er wollte den Drop in seinem Slalom-Boot wagen, ich wollte in der Nacht mit unterschiedlichen Lichtern fotografieren. Nachdem wir alles geplant hatten, fuhren wir gegen 17:00 Uhr zum Fluss“, erzählt Graeme Murray.

„Dieser Drop ist ziemlich gefährlich und wenn du einen Fehler machst, kann das ein fatales Ende finden. Es gestaltete sich etwas schwierig, die ganze Ausrüstung dorthin zu schaffen, aber das war es absolut wert. Wir haben bis Mitternacht fotografiert. Mike ist den Drop in tiefster Dunkelheit ein paar Mal gefahren. Kein Wunder, dass ihm kalt und er müde war, genauso hat er sich aber über das Ergebnis gefreut.“

 

Nordlichter

Rahel Schelb climbs a giant iceberg in Iceland, lit by the northern lights
Klettern unter den Nordlichtern © Tim Kemple/Red Bull Illume

Die meisten Fotografen geben sich schon damit zufrieden, die Nordlichter überhaupt einmal festhalten zu können. In diesem Shot geht Tim Kemple aber noch einen Schritt weiter. Nicht nur, dass er das Ereignis rund um die außergewöhnliche Umgebung der isländischen Eisberge und des Meeres festgehalten hat, nein, wenn du ganz genau hinsiehst, kannst du hier auch einen Kletterer sehen. „Wir haben Stunden damit verbracht, uns das Eis anzusehen, bevor uns dazu entschlossen haben, zu klettern“, erklärt er.

„Wir haben drei Helmlampen verwendet, um den Climb, die Konturen und die Farbe des Eisberges herauszuarbeiten. Viel Licht zum Klettern blieb Rahel Schelb also nicht übrig, es ging aber alles gut. Ich bin richtig stolz auf dieses Bild.“

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