So umgehst du die Gefahren in den Bergen

Hier fünf Tipps, wie du die Wandersaison heil überstehst.
Air Zermatt team in Zermatt, 2016 © Scott Gardner / Red Bull Content Pool
Von Thierry Kuhn

Herbstzeit ist Wanderzeit. Eine korrekte Vorbereitung darauf ist unerlässlich und vermindert mögliche Risiken. Seit sich Wanderer auf Handydaten verlassen können, relativiert sich zumindest das Problem der Orientierungslosigkeit. Doch wenn Empfang oder gar Akku versagen und man sich verirrt, helfen auch technische Hilfsmittel nicht weiter. Wir zeigen fünf Tipps auf, mit denen du solche Situationen überwältigen kannst.

1. Wichtigste Regel: Nicht in Panik ausbrechen
Eine riskante Situation kann schneller passieren, als dir lieb ist. Man verläuft sich, das Trinkwasser ist vielleicht schon aufgebraucht und eine erste Hilflosigkeit macht sich breit. Deine mentale Einstellung spielt nun eine wesentliche Rolle: Es gilt, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik ausbrechen. Versuche die Situation zu analysieren, überlege gründlich, über welchen Weg du dorthin gelangt bist? Kommt dir die Landschaft bekannt vor? Wo steht die Sonne? Die Antworten darauf können dir vielleicht schon aus der Patsche helfen.

2. Nicht weiterirren: Mach mal eine Pause
Der nächste Schritt zum Ausweg ist, von weiteren Schritten erstmal abzulassen – und erst recht nicht schneller zu laufen. Mit einer Chance von 75 Prozent, läufst du in Eile in die falsche Richtung und wiederfindest dich prompt in einer noch schlechteren Situation - ohne es überhaupt zu merken. Die Schweiz ist zu rund einem Drittel mit Wald bedeckt, somit kann jeder weitere Schritt vorwärts eher einen zurück bedeuten. Hinsetzen hilft, die Gedanken zu sammeln und wieder klar zu werden.

3. Wasser und Nahrung, Wärme und Schlaf
Falls du dich länger verirrt haben solltest, sind folgende Informationen von zentraler Bedeutung: Ein Mensch überlebt durchschnittlich etwa drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser und drei Wochen ohne Nahrung. Auch wenn es grundsätzlich nichts Schlechtes sein mag, ab und zu seine Grenzen auszutesten, bist du früher oder später auf Nahrung und vor allem auf Wasser angewiesen. Bei verlorenen Bergwanderern ist Durst und Dehydration einer der am häufigsten auftretenden Folgen.

Bei grösseren Unwettern, Schneefall oder absoluter Dunkelheit ist ein Weiterirren wirklich nicht besonders sinnvoll. In einer feuchten Umgebung kann es durchaus passieren, dass du zu noch schlottern beginnst. Versuche also einen windgeschützten Unterschlupf zu finden.

Michael Witschi in Lermoos (Ö) © Vitek Ludvik/Red Bull Content Pool

4. Survival-Kit packen: Bereite dich auf den Notfall vor
Noch besser ist es, wenn du den Notfall präventiv vermeidest. Zur guten Vorbereitung gehört primär das richtige Equipment, besonders im Hochgebirge. Neben essentiellen Dingen wie Wasser und Lebensmittel im Gepäck, beinhaltet ein Survival-Kit auch Taschenapotheke, Kompass, Messer, Feuerzeuge, Taschenlampe und Bargeld. Je nach Witterung und Schwierigkeit der Wanderung wird die Packliste entsprechend ausgeweitet. Unentbehrlich ist auch ein Zusatzakku, eine sogenannte Powerbank, die die Lebensdauer des Handys beträchtlich steigert. Mangelhafte Ausrüstungen können also nicht nur den Spass verderben, sondern auch weitreichende Folgen haben – gerade in Extremsituationen.

5. Freunde und Familie informieren
Grundsätzlich solltest du grössere Bergwandertouren nicht alleine bewältigen. Wenn ihr euch in der Gruppe verirrt, teilt euch auf. Bist du an diesem Punkt angelangt, an dem du das Gefühl hast, nicht mehr selber einen Ausweg zu finden, dann ruf Hilfe, professionelle oder aus deinem Freundeskreis. Bei einem grösseren Ausflug ist wirklich wichtig, dass du vorderhand deine Familie oder Freunde über den Aufenthaltsort informierst.

Welche Hürden auch immer kommen mögen, die Chancen liegen zumindest gut, dass man in der Schweiz nicht in die Rolle des Leonardo DiCaprio schlüpfen und Bären bekämpfen muss.

The Horn – Die Dokumentationsserie über Rettungsaktionen rund um Zermatt

Ab 17. Oktober gibt es die 6-teilige Serie "The Horn" über die Air Zermatt auf Red Bull TV . Dabei wurde das Oberwalliser Helikopterunternehmen während drei Monaten bei ihren Rettungsaktionen in ihrem Einsatzgebiet bis nach Italien begleitet.

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